Zugkatastrophe in Spanien: Opferzahl steigt auf 69 – wohl keine Deutschen gestorben

Geht die Ära Sánchez zu Ende? Spitzenkandidat Alberto Núñez Feijóo von der konservativen Volkspartei PP hat die Unfallstelle besucht und fordert lückenlose Aufklärung.
JAVIER SORIANO/afp- Nach Zugkollision in Spanien steigt die Zahl der Toten auf 69, über 150 Menschen sind verletzt.
- Mindestens 42 Ausländer aus sieben Nationen sind betroffen, darunter Argentinien, Italien, Japan.
- Ein Waggon ist noch nicht geborgen – dort werden weitere Opfer befürchtet.
- Spanien verhängt drei Tage Staatstrauer, Regierung sagt Hilfe und Aufklärung zu.
- PP-Spitzenkandidat Feijóo fordert unabhängige Prüfung des Netzes, Ursache wohl menschliches Versagen.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Nach der Zugkatastrophe in Spanien wurde in der Nacht wurde eine weitere Leiche in den Trümmern der zerstörten Waggons bei Urda gefunden. Die Zahl der Todesopfer nach dem Zusammenstoß zweier Hochgeschwindigkeitszüge in der Provinz Toledo steigt damit auf 69 – über 150 Menschen wurden verletzt, 15 davon schwer. Unter den Opfern sind Staatsangehörige aus mindestens sieben Nationen – darunter Argentinien, Italien, Japan, die USA und Mexiko. Nach vorläufigen Informationen sind offenbar keine Deutschen ums Leben gekommen.
42 Ausländer aus sieben Nationen
Das spanische Außenministerium bestätigte, dass mindestens 42 ausländische Staatsbürger aus sieben verschiedenen Nationen betroffen sind. Unter ihnen befindet sich mindestens ein Todesopfer argentinischer Nationalität. Aus Italien reisten neun Staatsbürger in den Zügen: Drei gelten noch als vermisst, fünf wurden unverletzt aufgefunden, einer liegt verletzt im Krankenhaus.
Japan meldete zwei Staatsangehörige auf den Passagierlisten, die laut Medien wohl mit kleineren Blessuren davongekommen sind. Auch US-amerikanische und mexikanische Staatsangehörige sollen unter den Betroffenen sein. Die Identifizierungsarbeiten folgen einem „sehr strengen Protokoll“ – bislang konnten offiziell erst zwei der 69 Toten namentlich identifiziert werden.
Letzter Waggon noch nicht geborgen
Rund 200 Soldaten der militärischen Katastrophenschutzeinheit UME arbeiten gemeinsam mit der Guardia Civil und zivilen Rettungskräften rund um die Uhr am Unglücksort. In der Nacht gelang es, einen der vom Bahndamm gestürzten Waggons zu versetzen. Ein weiterer umgestürzter Waggon muss noch geborgen werden – dort werden möglicherweise noch weitere Opfer befürchtet. Regionalpräsident García-Page (PSOE) äußerte sich dennoch vorsichtig optimistisch: Man könne „vorsichtig optimistisch“ sein, dass keine weiteren Todesopfer mehr entdeckt werden.

Umgestürzte Waggons in der Provinz Toledo.
HANDOUT/afpDrei Tage Staatstrauer in Spanien
Ministerpräsident Pedro Sánchez sicherte den Opfern und ihren Familien die volle Unterstützung des Staats zu: Rettung und Versorgung der Verletzten, lückenlose Aufklärung der Unfallursache sowie materielle Entschädigung der betroffenen Familien. Zudem kündigte er eine grundlegende Überprüfung der Bahnsicherheit an.
Einen Monat vor den vorgezogenen Parlamentswahlen am 29. November macht Sánchez indes keine Anstalten zur Entlassung seines Verkehrsministers und Parteifreunds Óscar Puente, der in der PSOE als „Kronprinz“ gilt. Es wird auf „menschliches Versagen“ als mutmaßliche Unglücksursache verwiesen. Die ohnehin schon geringen Chancen der Sozialdemokraten auf einen Wahlsieg dürften nach der erneuten Katastrophe aber noch weiter gesunken sein.
Gefährliches Bahn-Desaster
Es ist bereits das zweite schwere Zugunglück in Spanien in diesem Jahr. Im Januar 2026 starben bei Adamuz in Andalusien 46 Menschen bei einer ähnlichen Kollision – das Ermittlungsverfahren läuft noch immer. Spitzenkandidat Feijóo von der konservativen Volkspartei PP fordert nun eine unabhängige Überprüfung des gesamten Hochgeschwindigkeitsnetzes.
Am Zustand der Infrastruktur gibt es flächendeckend Kritik. Die Lage ist zum Teil ähnlich wie bei der Deutschen Bahn mit ständigen Verspätungen und Zugausfällen. Nur, dass in Spanien offenbar auch die Sicherheit darunter leidet. Spätestens seit Januar fürchten die Lokführer um Leib und Leben. Für den heutigen Donnerstag, 29. Oktober, hatten sie von langer Hand zu einem großen Streik- und Protesttag aufgerufen, der jedoch 24 Stunden zu spät kommt. Die Hauptachse zwischen Madrid und Andalusien könnte nach dem jüngsten Unglück laut Medienberichten bis in den Dezember hinein unterbrochen bleiben.

