Angriffe auf die Ukraine
: Hinweise von Verbündeten fehlen: Keine Warnung vor russischen Raketen

Die Ukraine erhielt zwei Nächte lang keine Nachricht auf russische Angriffe. Präsident Selenski schlägt Alarm. Hinsichtlich der USA steht ein Verdacht im Raum.
Von
Christian Gottschalk
Stuttgart
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Ukraine-Krieg - Kiew: Eine Rettungskraft löscht einen Brand in einem mehrstöckigen Wohngebäude, das bei einem russischen Raketenangriff auf Kiew in der Ukraine beschädigt wurde. (zu dpa: «dpa-Morgenlage - 14. Oktober 2026»)

Ein Wohngebäude in Kiew steht nach einem russischen Raketeneinschlag in Flammen.

Evgeniy Maloletka/AP/dpa
  • Selenski meldet zwei Nächte ohne Vorwarnung zu russischen Angriffen in der Ukraine.
  • In Kiew trafen Raketen einen Wohnblock und ein Heizkraftwerk – zwei Tote, 21 Verletzte.
  • Laut Selenski wurden fünf Raketen erst Sekunden vor dem Einschlag erfasst.
  • Üblich seien Partnerwarnungen, doch unklar ist, welcher Verbündete ausblieb.
  • USA dementieren einen Stopp des Infoaustauschs, Trump spricht von Hilfe; mögliches Technikproblem.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Zeit rettet leben. Je früher die Menschen in der Ukraine vor herannahenden Drohnen oder Raketen gewarnt werden, desto mehr Zeit haben sie, Luftschutzbunker, U-Bahn-Stationen oder andere Schutzräume aufzusuchen. Je nach dem, was angeflogen kommt, sind die Vorwarnzeiten unterschiedlich. Bei eher langsam fliegenden Drohnen bleibt meist Gelegenheit genug, bei Marschflugkörpern muss es schneller gehen, zumindest dann, wenn US-Satelliten den Start einer ballistischen Rakete erfassen. Wenn erst ukrainische Systeme melden, dass eine Rakete auf die Hauptstadt zufliegt, bleiben oft nur wenige Sekunden. Genau das ist in den letzten Tagen passiert. Die USA haben geschwiegen, der Einschlag kam für viele Menschen in Kiew unerwartet.

Mehrere Menschen sind tot oder verletzt

Die zweite Nacht in Folge meldet der ukrainische Präsident schwere Angriffe auf sein Land, in Kiew wurden demnach ein Wohnblock und ein Heizkraftwerk getroffen. Dabei kamen mindestens zwei Menschen ums Leben und 21 wurden verletzt, darunter ein Kind. Erneut habe es keine Vorwarnung der Verbündeten gegeben. Die Raketen seien erst im Anflug auf die Hauptstadt von den Radaren entdeckt worden, so Selenski. „Das ist bereits das zweite Mal diese Woche, dass die Ukraine nicht vorgewarnt wurde.“ In seiner abendlichen Ansprache gab Selenski bekannt, dass die ukrainischen Streitkräfte die fünf Raketen erst Sekunden vor dem Einschlag entdeckt hatten.

Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, wird mit dem Global Citizen Award, verliehen durch den Atlantic Council, ausgezeichnet. Selenskyi hält sich für die Vollversammlung der Vereinten Nationen (UN) in New York auf. +++ dpa-Bildfunk +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenski  beklagt fehlenden Schutz.

picture alliance/dpa

„Normalerweise erhalten wir Vorwarnungen von unseren Partnern, die für unsere Verteidigung von entscheidender Bedeutung sind“, sagte Selenski und betonte, dass der Austausch von Geheimdienstinformationen der Ukraine helfe, Zivilisten zu schützen. Der ukrainische Präsident sagte jedoch nicht, welcher Partner die Warnungen nicht übermittelt hatte. Er warf Washington auch nicht ausdrücklich vor, absichtlich Geheimdienstinformationen zurückzuhalten.

Doch dieser Verdacht steht im Raum. Das Ausbleiben der Warnungen erfolgt zu einem besonders heiklen Zeitpunkt in den Beziehungen zwischen den USA und der Ukraine. Laut einem Bericht des US-Nachrichtenportals Axios, das sich auf einen ukrainischen Beamten beruft, warnten die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner während der jüngsten Verhandlungen in Miami davor, dass Washington den Austausch von Geheimdienstinformationen aussetzen könnte, falls Kiew weiterhin russische Ölraffinerien angreifen würde. Ein US-Beamter dementierte jedoch, dass eine solche Drohung ausgesprochen worden sei.

Trump verspricht weitere Hilfe

US-Präsident Donald Trump wies Vermutungen zurück, Washington habe die Weitergabe von Geheimdienstinformationen an die Ukraine eingestellt. „Wir helfen ihnen und tauschen Informationen aus“, sagte Trump am Dienstag vor Reportern und fügte hinzu, dass Washington sowohl mit Kiew als auch mit Moskau zusammenarbeite, um den Krieg zu beenden. Warum es zu keiner Warnung gekommen war sagte Trump nicht. Das Magazin „der Spiegel“ will Informationen haben, dass es sich um ein technisches Problem handele. Demnach werde mit Hochdruck daran gearbeitet, dieses zu beheben.