Armut im Alter
: Babyboomer in Rente: Millionen Senioren droht „Wohnarmut“

In den nächsten zehn Jahren gehen die Babyboomer in den Ruhestand. Millionen werden nur Minirenten bekommen und mit teuren Mieten zu kämpfen haben.
Von
Markus Brauer
Berlin/München/Frankfurt am Main
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Eine wachsende Zahl von Rentnern ist auf staatliche Unterstützung angewiesen. Knapp 739.000 Menschen erhielten zum Jahresende 2024 Grundsicherung im Alter. Das heißt, sie können ihren Lebensunterhalt nicht aus eigenem Einkommen oder Vermögen bestreiten.

Eine wachsende Zahl von Rentnern ist auf staatliche Unterstützung angewiesen. Knapp 739.000 Menschen erhielten zum Jahresende 2024 Grundsicherung im Alter. Das heißt, sie können ihren Lebensunterhalt nicht aus eigenem Einkommen oder Vermögen bestreiten.

Imago/Lobeca
  • Millionen Babyboomer gehen in den nächsten zehn Jahren in Rente – viele mit Minirenten.
  • Pestel-Institut: Rund fünf Millionen beziehen weniger als 800 Euro monatlich.
  • IG Bau warnt: Steigende Mieten drängen viele in „Wohnarmut“, besonders in Großstädten.
  • Ende 2024 erhielten knapp 739.000 Menschen Grundsicherung im Alter.
  • Anteil der Grundsicherungsbeziehenden stieg in 15 Jahren von 2,5 auf 4,3 Prozent.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Rund fünf Millionen Babyboomer werden laut Berechnungen des Pestel-Instituts nach ihrem Ausscheiden aus dem Arbeitsleben nur Mini-Renten von weniger als 800 Euro im Monat beziehen. Das wären demnach etwa 40 Prozent der etwa 12,9 Millionen Menschen, die in den nächsten zehn Jahren in Rente gehen werden.

Auftraggeber der Untersuchung war die Gewerkschaft IG Bau. Deren Vorsitzender Robert Feiger warnt vor steigenden Sozialausgaben: „Mit so einer Niedrigrente werden viele Betroffene dauerhaft auf Hilfe vom Staat angewiesen sein.“ Spätestens die Miete werde einen Großteil der Babyboomer dann in die Wohnarmut drängen.

Nicht nur Frauen bekommen niedrige Renten

„Wohnarmut“ bezieht sich auf das vor allem in teuren Großstädten wie München, Stuttgart oder Frankfurt am Main bekannte Problem, dass die Miete nach der Verrentung zu teuer wird. In manchen Fällen müssen sich die Betroffenen dann günstigere Wohnungen suchen, zum Teil weit außerhalb ihrer vorherigen Wohnorte. Statistische Daten dazu gibt es nicht, doch tauchen derartige Fälle immer wieder in örtlichen Medien auf.

Von niedrigen Renten seien sowohl Frauen als auch viele Männer betroffen, erklärt Matthias Günther, der Leiter des Pestel-Instituts. Als Gründe nannte der Ökonom Teilzeitjobs, Arbeitslosigkeit oder auch Niedriglohnbeschäftigung über viele Jahre.

Ohne Gegenmaßnahmen werde die Altersarmut steigen

Viele Arbeitnehmer werden zwar nicht allein auf die gesetzliche Rente angewiesen sein, weil sie Anspruch auf eine Betriebsrente haben, Mitglied in einem berufsständischen Versorgungswerk sind oder auch privat eine Lebensversicherung abgeschlossen haben. Doch Niedrigverdiener haben häufig weder privat vorgesorgt noch Anspruch auf eine Betriebsrente, erläutert Günther.

Würden keine Maßnahmen wie etwa eine deutlich über der Grundsicherung liegende Grundrente ergriffen, könnte die Altersarmut weiter steigen. „Und arm im Alter heißt arm bis zum Tod.“

Der Anteil der auf Grundsicherung angewiesenen Rentner sei bereits in den letzten 15 Jahren von 2,5 auf 4,3 Prozent gestiegen, betont IG Bau-Chef Feiger. Die Schere zwischen der Rente und steigenden Wohnkosten werde für die kommende Rentnergeneration immer weiter auseinandergehen. „Die Rente muss im unteren Bereich steigen“, fordert der Gewerkschaftschef. „Hohe Renten können im Gegenzug sinken.“

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