Der andere Rückblick
: Die guten Nachrichten aus 2025

Das Jahr ist fast zu Ende. Der Krieg in der Ukraine geht weiter. Trump ist immer noch immer US-Präsident. Es gab trotzdem auch gute Nachrichten, meint Kolumnistin Siri Warrlich.
Kommentar von
Siri Warrlich
Stuttgart
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Für die grüne Meeresschildkröte verlief 2025 gut. Sie ist nicht mehr gefährdet.

IMAGO/Shotshop

Der Zustand der Welt ist zum Verzweifeln. Der Kampf um die Begrenzung der Erderwärmung scheint in großen Teilen verloren. Im Gaza-Streifen leiden die Menschen weiter. Ein Ende des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine ist nicht in Sicht. Und im Ländle der Tüftler und Autobauer jagt eine Nachricht über Stellenabbau die nächste. Düster und hoffnungslos scheint die Weltlage. Dies ist ein Versuch, dem ein paar gute Nachrichten aus dem ablaufenden Jahr 2025 entgegenzusetzen.

Das fühlt sich gewagt an. Könnte diese Unternehmung Spott auf sich ziehen? Beim Schreiben kommt ständig das Wörtchen „aber“ in die Quere. Dieses oder jenes war gut – aber es ist doch nur ein Tropfen auf den heißen Stein angesichts von Krieg und Klimakrise. Vielleicht können die Feiertage ein bisschen Lust auf Experimente machen. Zum Beispiel: Sich einlassen auf ein paar gute Nachrichten. Los geht’s.

Sportvereine sind höchst beliebt

Deutschlands Sportvereine zählen mehr Mitgliedschaften als jemals zuvor seit Beginn der Bestandserhebung 1954. Das schreibt der Deutsche Olympische Sportbund auf seiner Webseite. Zum Stichtag 1. Januar 2025 zählten rund 86 000 Sportvereine im Land rund 29 Millionen Mitgliedschaften – etwa zwei Prozent mehr als im Vorjahr.

Weltweit wurde 2025 zum ersten Mal mehr Energie aus erneuerbaren Quellen als aus Kohle gewonnen. Das lag unter anderem am Ausbau der Solarenergie in China.

Die grüne Wasserschildkröte gehört laut der Weltnaturschutzorganisation IUCN nicht mehr zu den gefährdeten Tierarten. Maßnahmen, um die Eier zu schützen und um zu verhindern, dass die Tiere versehentlich in Fischernetzen gefangen werden, hätten Erfolg gezeigt, schreibt das Wissenschaftsmagazin „Nature“ im Netz. „Ein großartiger Erfolg im internationalen Artenschutz!“, heißt es auf der Webseite der Deutschen Stiftung Meeresschutz.

Am Stuttgarter Charlottenplatz wird auch 2026 der Klang des „Open Piano“ zu hören sein. Das Klavier musste aufgrund starker Beanspruchung ersetzt werden. Spender machten es möglich.

Das internationale Abkommen zum Schutz der Hochsee kann im Januar 2026 in Kraft treten, weil es inzwischen mehr als 60 Staaten ratifiziert haben. Das Abkommen schafft unter anderem die Grundlage für die Ausweisung großer Schutzgebiete auf hoher See. Das ist deshalb wichtig, weil mehr als die Hälfte der Weltmeere zur Hochsee gehören. Bisher gibt es für die Hochsee keine einheitlichen Umweltregeln.

Der Wald erholt sich – ein wenig

Der Waldzustandsbericht 2025 für Baden-Württemberg zeigt eine ganz leichte Erholung des Waldes. „Die Witterungsverhältnisse der letzten Jahre förderten sowohl das Wachstum als auch die Abwehrkräfte der Bäume, vor allem im Vergleich zu den Dürrejahren ab 2018“, heißt es in dem Bericht des Ministeriums für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz. Bei vielen Baumarten sei eine merklichen Verbesserung des Kronenzustands zu beobachten.

Der Glücksatlas, eine regelmäßige Studie zur Lebenszufriedenheit der Deutschen, zeigt: Der Wert zur allgemeinen Zufriedenheit der Menschen lag 2025 minimal über dem Vorjahresniveau. Auf einer Skala zwischen 0 (ganz und gar nicht zufrieden) bis 10 (völlig zufrieden) bewerteten die Befragten ihre durchschnittliche Zufriedenheit im Schnitt mit 7,09 Punkten. Fast jeder Zweite in Deutschland war mit seinem Leben sogar hochzufrieden.

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