Drohnenvorfall in Leipzig: Experte: „Passt ins Schema russischer hybrider Angriffe“

Drohnen-Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle.
Hendrik Schmidt/dpa- Am Flughafen Leipzig/Halle wurde nachts eine Drohne mit mutmaßlicher Sprengladung entdeckt.
- Ein Zünder war laut „Bild“ vorhanden, aber defekt – eine Explosion blieb aus.
- Der Flugverkehr wurde zwischenzeitlich gestoppt, mehrere Maschinen wurden umgeleitet.
- Eine umgeleitete Maschine kollidierte nahe dem Flughafen mit einem weiteren Flugobjekt.
- Experte Nico Lange hält einen hybriden Angriff für sehr wahrscheinlich und fordert Abwehrmittel.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Fund einer Drohne mit mutmaßlicher Sprengvorrichtung am Leipziger Flughafen passt nach den Worten des Sicherheitsexperten Nico Lange „ins Schema der russischen hybriden Angriffe gegen Deutschland“. Es sei „sehr wahrscheinlich, dass das ein solcher hybrider Angriff war“, sagte Lange am Mittwoch dem Fernsehsender Phoenix.
In der Nacht zum Mittwoch wurde auf dem Vorfeld des Flughafens Leipzig/Halle eine Drohne entdeckt, an der nach Informationen der „Bild“-Zeitung eine unbekannte Masse angebracht war, diese sei als sprengfähiges Material identifiziert worden. Bei Röntgenaufnahmen wurde der Zeitung zufolge ein Zünder gefunden, der aber defekt war. Zu einer Explosion kam es nicht.
Der Flugverkehr wurde deshalb zwischenzeitlich eingestellt, mehrere Maschinen mussten umgeleitet werden. Eine dieser Maschinen stieß nahe dem Flughafen mit einem weiteren Flugobjekt zusammen.
„Wir wehren uns nicht im hybriden Krieg gegen Russland“
Bei hybriden Angriffen liege es „in der Natur der Sache, dass man sich nicht auf den Standpunkt stellen kann: Da muss jetzt erstmal alles sozusagen gerichtsfest bewiesen werden, von wem das kommt“, sagte Lange. Der Gründer und Direktor des Instituts für Risikoanalysen und Internationale Sicherheit ergänzte: „Das passt ins Schema der russischen hybriden Angriffe gegen Deutschland.“

Sicherheitsexperte Nico Lange
HMB MedienUwe Koch/actionpressDeutschland verfüge bisher über zu wenig Instrumente, um Drohnen zuverlässig zu erkennen und nachzuverfolgen. „Und wir wehren uns nicht im hybriden Krieg gegen Russland. Es hat also für Russland keine Folgen, wenn es solche Dinge tut.“
Es benötige elektrooptische und akustische Sensoren, um Drohnen zu erkennen und klassifizieren zu können, sagte der Verteidigungsexperte. Darüber hinaus brauche es auch Instrumente, um Russland für diese hybriden Angriffe zu bestrafen. Seit Jahren gebe es hybride Angriffe. „Dazu gehören Drohnen, Überfälle, Sabotage, Brandstiftung, sogar Morde gab es zum Beispiel im Berliner Tiergarten.“ Diese Attacken seien immer unterhalb der Schwelle von klassischer Kriegsführung. Ohne wehrhafte Reaktionen Deutschlands würden deshalb Infrastrukturen wie Flughäfen gefährdet.