Gazastreifen
: UN: Israel schränkt Ackerbaufläche in Gaza weiter ein

Aushungern als Kriegswaffe – dieser Vorwurf liegt schon gegen Israels Regierungschef Netanjahu vor. Satellitendaten belegen, dass das israelische Militär die Landwirtschaft im Gazastreifen weiter zurückdrängt.
Von
red/kna
Rom
PALESTINIAN-ISRAEL-CONFLICT-GAZA-RECYCLING-RECONSTRUCTION: A boy walks carrying a table on his back past salvage workers scrapping the rubble of a building that was destroyed during Israel's war against Hamas in Gaza, to use the recycled remains in the future, in Gaza City on August 16, 2026. The Palestinian Islamist group Hamas had said on August 15 that it asked the US-backed Board of Peace to "compel" Israel to implement its obligations under the first phase of the US-brokered ceasefire plan in Gaza and to approve the roadmap for its second phase, after its leader met with the US president's envoy Jared Kushner in Egypt. (Photo by Omar AL-QATTAA / AFP)

Im von Israel umkämpften Gazastreifen sind nur noch 3 Prozent der landwirtschaftlichen Anbauflächen zugänglich und unbeschädigt (Archivfoto).

OMAR AL-QATTAA/afp
  • FAO meldet: In Gaza sind nur noch 3 Prozent der Anbauflächen zugänglich und unbeschädigt.
  • Satellitendaten zeigen 448 Hektar nutzbares Ackerland für knapp zwei Millionen Menschen.
  • Hauptgrund laut FAO ist das Vorrücken der Gelben Linie seit der Waffenstillstandsvereinbarung.
  • In Rafah sind 97,2 Prozent der Felder und 98,4 Prozent der Gewächshäuser militärisch gesperrt.
  • FAO kritisiert zusätzlich Einfuhrbeschränkungen für Saatgut, Dünger, Bewässerung und Treibstoff.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Im von Israel umkämpften Gazastreifen sind nur noch 3 Prozent der landwirtschaftlichen Anbauflächen zugänglich und unbeschädigt. Das teilte die Welternährungsorganisation FAO nach Auswertung von Satellitendaten am Dienstag in Rom mit. Demnach stehen für die knapp zwei Millionen palästinensischen Einwohner nur noch 448 Hektar Ackerland zur Verfügung.

Hauptgrund für den Rückgang sei, dass die israelischen Besatzungstruppen die sogenannte Gelbe Linie, die das von Israel kontrollierte Gebiet abtrennt, seit der Waffenstillstandsvereinbarung vom Oktober 2025 vorgeschoben hätten, hieß es. So seien im Gebiet von Rafah 97,2 Prozent der Anbauflächen und 98,4 Prozent der Gewächshausflächen aufgrund militärischer Sperren nicht zugänglich.

Raum für Nahrungserzeugung schwindet

Rein Paulsen, Direktor des FAO-Büros für Notlagen, sagte, selbst dort, wo die landwirtschaftlichen Anlagen intakt geblieben seien, schränkten die Zugangsbehinderungen den Raum für Nahrungsmittelproduktion weiter ein. Damit schwänden die Chancen auf eine Wiederherstellung der lokalen Versorgung. Außerdem begrenzt Israel laut FAO die Einfuhr wichtiger Güter für Landwirtschaftsbetriebe wie Saatgut, Dünger, Bewässerungsgeräte und Treibstoff.

Gegen Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu liegt bereits ein Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs wegen des Einsatzes von Hunger als Kriegswaffe vor. Bei dem Tatbestand handelt es sich um ein Kriegsverbrechen. Gemeinsam mit Netanjahu werden auch dem früheren Verteidigungsminister Yoav Galant Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Gazastreifen vorgeworfen.