Globale Erwärmung
: Klimawandel gefährdet Reisanbau stärker als gedacht

Der Klimawandel gefährdet die weltweite Reisversorgung stärker als bisher angenommen. Eine Studie zeigt, dass schon geringe Erwärmungen deutliche Ertragseinbußen verursachen können.
Von
red/epd
Potsdam
Reisernte in West Java: 02.08.2025, Indonesien, Bayongbong: Ein Bauer erntet Reis. Nach Angaben der Zentralen Statistikbehörde (BPS) lag die monatliche Inflationsrate in Indonesien im Juli bei 0,30 Prozent, was auf die hohen Reispreise zurückzuführen ist. Der durchschnittliche Preis für Reis in den Mühlen stieg im Monatsvergleich um 2,71 Prozent und im Jahresvergleich um 4,14 Prozent. Foto: Algi Febri Sugita/ZUMA Press Wire/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Reisernte in West Java: Der Klimawandel bedroht die Versorgung der Weltbevölkerung mit Reis stärker als bisher gedacht (Symbolfoto).

Algi Febri Sugita/ZUMA Press Wire/dpa
  • Studie: Klimawandel lässt Reiserträge stärker schrumpfen als bisher angenommen.
  • Bereits bei +1 °C sinkt der Ertrag um 8,1 Prozent – Modelle sahen 3,8 Prozent.
  • Extreme Hitze über 30 °C trifft besonders die Fortpflanzungsphase der Pflanze.
  • Auswertung von 214 Freilandexperimenten: Hitze oft Haupttreiber der Einbußen.
  • Empfohlen werden hitzetolerante Sorten und optimierte Bewässerung.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Klimawandel bedroht die Versorgung der Weltbevölkerung mit Reis stärker als bisher gedacht. Bei einer globalen Erwärmung um ein Grad Celsius sei bereits ein Ertragsrückgang um 8,1 Prozent für das Grundnahrungsmittel anzunehmen, teilte das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) am Mittwoch unter Berufung auf eine gemeinsame Studie mit dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) mit. Sieben zum Vergleich herangezogene globale Ertragsmodelle waren den Angaben nach von Einbußen von nur 3,8 Prozent ausgegangen.

Den Untersuchungen zufolge wurde bislang unterschätzt, wie stark Reis auf extreme Hitze reagiert. Für die Studie werteten Forscherinnen und Forscher demnach 214 Beobachtungen aus Freilandexperimenten aus. Die Ergebnisse zeigten, dass Temperaturen von über 30 Grad Celsius ein wichtiger Faktor bei Ertragseinbußen infolge der Erderwärmung sind. Laut der Leitautorin der Studie, Yiwei Jian vom UFZ, ist Reis in seiner Fortpflanzungsphase besonders anfällig für extreme Hitze.

Hitzetolerante Sorten entwickeln

An mehr als 70 Prozent der untersuchten Standorte war große Hitze für mehr als die Hälfte der absoluten Ertragsveränderung verantwortlich, hieß es weiter. Die Studienautoren empfehlen daher Anpassungsmaßnahmen wie die Entwicklung und den Anbau hitzetoleranter Sorten sowie eine optimierte Bewässerung. Reis ist für mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung ein Grundnahrungsmittel.