Illegaler Siedlungsbau
: EU-Kommission präsentiert Optionen für Israel-Sanktionen

Die israelische Siedlungspolitik im Westjordanland sorgt in der EU für Empörung und große Sorgen. Wie auf die Lage reagiert werden soll, ist aber umstritten. Bringen konkrete Optionen jetzt Bewegung?
Von
red/dpa
Brüssel

Siedler nehmen an einer Einweihungszeremonie für eine neu legalisierte jüdische Siedlung, Yatziv, angrenzend an die palästinensische Stadt Bayt Sahur im Westjordanland teil (Archivfoto).

Ohad Zwigenberg/AP/dpa
  • EU-Kommission legt Optionen für Reaktion auf Siedlungsbau im Westjordanland vor.
  • Vorgeschlagen sind Importlizenzen, Strafzölle oder ein komplettes Einfuhrverbot.
  • Von der Leyen nannte die Ausweitung „völlig inakzeptabel“ – Gefahr für Zweistaatenlösung.
  • Außenminister beraten am Montag; Zustimmung in der EU ist umstritten und teils mehrheitspflichtig.
  • Umsetzung schwierig, da Kennzeichnung von Siedlungswaren und Umetikettierung problematisch sind.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

In Reaktion auf die Ausweitung illegaler israelischer Siedlungen im Westjordanland hat die Europäische Kommission für ein EU-Außenministertreffen am nächsten Montag Handlungsoptionen erarbeitet. Sie umfassen Beschränkungen und Verbote für die Einfuhr von Waren aus israelischen Siedlungen, wie ein Sprecher der Behörde in Brüssel sagte. Es gehe darum, auf eine sich verschlechternde Lage reagieren zu können, hieß es.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte die fortgesetzte Ausweitung israelischer Siedlungen im Westjordanland in der vergangenen Woche als „völlig inakzeptabel“ bezeichnet und von einem abscheulichen Gewalteinsatz gesprochen. „Dies untergräbt die Zukunft der Zweistaatenlösung, die aus unserer Sicht die einzige tragfähige Lösung beziehungsweise der einzige Weg zu einem dauerhaften Frieden ist“, sagte sie auf einer Pressekonferenz und sprach von einer sich verschlechternden Lage.

Deutschland sieht Sanktionen kritisch

Über das Optionspapier werden nun am Montag die Außenminister der Mitgliedstaaten beraten. Offen ist dabei, ob eine klare Positionierung zustande kommen wird. Länder wie Spanien, Irland und Belgien fordern zwar scharfe Sanktionen wegen der israelischen Siedlungspolitik, Deutschland und andere waren bis zuletzt allerdings dagegen.

Wenn die Handelseinschränkungen als außenpolitische Sanktionen eingestuft werden, könnten sie nur einstimmig beschlossen werden. Selbst wenn nicht, würde es allerdings auch für Maßnahmen im Bereich der Handelspolitik eine qualifizierte Mehrheit brauchen. Das heißt, 15 der 27 EU-Staaten müssten zustimmen, und diese müssten zusammen auch mindestens 65 Prozent der Gesamtbevölkerung der EU repräsentieren.

Hürden bei der Umsetzung

Über das als vertraulich eingestufte Optionspapier der EU-Kommission hatte am Donnerstag zuerst das Nachrichtenportal „Euractiv“ berichtet. Es sieht mehrere unterschiedliche Handlungsmöglichkeiten vor. Dies sind ein Lizenzsystem für den Import von Waren aus israelischen Siedlungen, Strafzölle, die solche Produkte auf dem EU-Markt verdrängen sollen, und ein vollständiges Einfuhrverbot, wie der Deutschen Presse-Agentur bestätigt wurde.

Wein des israelischen Weingutes Psagot, das in der Nähe der Stadt Ramallah im Westjordanland liegt. (zu dpa: «EU-Kommission präsentiert Optionen für Israel-Sanktionen»)

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Alle drei Optionen haben demnach aber praktische Hürden, da sie von den Fähigkeiten der nationalen Zollbehörden abhängen, Produkte aus israelischen Siedlungen zu erkennen. Zudem könnten israelische Händler Waren umetikettieren oder mit Produkten aus Israel vermischen.

Israel hatte 1967 unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert, wo heute mehr als 700.000 Siedler inmitten von rund drei Millionen Palästinensern leben. Nach internationalem Recht sind die Siedlungen dort illegal. Die Palästinenser beanspruchen diese Gebiete für einen eigenen Staat mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt. Die Vereinten Nationen sehen die Siedlungen als Hindernis für eine Zweistaatenlösung, bei der Israel und ein unabhängiger Palästinenserstaat friedlich nebeneinander bestehen würden. Israels Regierung lehnt dies ab.

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