Iran-Krieg: Warum droht Trump jetzt Oman?

US-Präsident drohte Oman mit einer Bombardierung.
Julia Demaree Nikhinson/AP/dpaIn einem Telefoninterview mit dem Fox-News-Korrespondenten Trey Yingst wurde der US-Präsident auf Gespräche zwischen Iran und Oman über die Zukunft der Straße von Hormus angesprochen. Seine Antwort fiel drastisch aus: Sollte Oman den Vereinigten Staaten „in die Quere kommen“, werde man das Land bombardieren.
Was war passiert?
Der Hintergrund ist die strategische Bedeutung der Meerenge. Die Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem offenen Meer und gehört zu den wichtigsten Routen für den weltweiten Öl- und Gastransport. Wer dort Einfluss ausübt, besitzt damit auch erheblichen wirtschaftlichen und politischen Druck.
Oman führt parallel Gespräche mit Iran über die Zukunft des Schiffsverkehrs in der Meerenge. Genau das betrachtet Washington offenbar mit Misstrauen. Die USA wollen verhindern, dass Iran die Passage kontrolliert, Gebühren erhebt oder die Straße als Hebel in den Verhandlungen mit dem Westen nutzt.
Für Trump ist das Teil seiner umfassenderen Strategie gegenüber Teheran. Im Interview machte er deutlich, dass Iran vor allem beim Atomprogramm nachgeben müsse. Gleichzeitig setzt Washington auf wirtschaftlichen und militärischen Druck. Eine Vereinbarung zwischen Oman und Iran könnte diesen Druck aus Sicht der US-Regierung abschwächen.
Dabei ist Oman eigentlich ein enger Partner der Vereinigten Staaten. Das Sultanat pflegt jedoch zugleich gute Beziehungen zu Iran und tritt seit Jahren als Vermittler zwischen Teheran und Washington auf. Diese Rolle, die Oman bislang diplomatischen Einfluss verschafft hat, könnte nun zum Problem werden.
Trumps Drohung richtet sich deshalb weniger gegen Oman als Gegner, sondern gegen dessen mögliche Rolle bei einer Einigung mit Iran. Washington will offenbar verhindern, dass Teheran über Maskat einen politischen oder wirtschaftlichen Ausweg erhält.
