Irans Machtzentrum: Das sind die neuen starken Männer des Mullah-Regimes

Ayatollah Ruhollah Khomeini (1902-1989, re.) und sein Nachfolger Ali Khamenei (1939-2026). Nun tritt dessen Sohne Modschtaba Chamenei in die Fußstapfen des Vaters als oberster Führer der islamischen Republik Iran.
Imago/NurPhoto- Nach Ayatollah Ali Chameneis Tod formiert sich eine neue Führung um Sohn Modschtaba.
- Modschtaba Chamenei führt als oberster Führer, gilt als erzkonservativ und gardennah.
- Mohammed Bagher Ghalibaf verhandelt mit den USA und leitet das Parlament – erfahrenes Machtprofil.
- Präsident Massud Peseschkian gilt moderater, unterschrieb das Rahmenabkommen, Einfluss bleibt begrenzt.
- Weitere Schlüsselposten: Außenminister Abbas Araghtschi, Gardchef Ahmad Wahidi und Justizchef Edschei.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Geschicke der Islamischen Republik werden inmitten des Krieges mit den USA, in dem eine brüchige Waffenruhe gilt, von Klerikern, Militärs und ideologischen Hardlinern um Chameneis Sohn Modschtaba gelenkt. Ein Überblick:
Modschtaba Chamenei: neuer oberster Führer

Modschtaba Chamenei
Imago/XinhuaModschtaba Chamenei steht an der Spitze des klerikalen Systems im Iran: Das geistliche Oberhaupt ist seit dem Sturz des Schahs und der Ausrufung der Islamischen Republik 1979 die höchste politische und religiöse Autorität. Der sogenannte oberste Führer hat in allen Staatsangelegenheiten das letzte Wort. Damit ist er - und nicht der Präsident - der mächtigste Mann im Staat.
Wie sein Vater gilt auch Modschtaba Chamenei als erzkonservativ und den Revolutionsgarden nahestehend, der ideologischen Armee und wichtigen Stütze der Islamischen Republik. Diese enge Verbindung geht auf seinen Dienst in einer Kampfeinheit während des Iran-Irak-Krieges (1980-1988) zurück.
Seit seiner Ernennung ist Modschtaba jedoch noch nicht öffentlich in Erscheinung getreten; offiziellen Angaben zufolge wurde er am ersten Kriegstag verletzt. Er hat allerdings zahlreiche schriftliche Erklärungen abgegeben. So äußerte er etwa Vorbehalte gegen das Rahmenabkommen mit den USA, gab ihm aber dennoch seine Zustimmung.
Mohammed Bagher Ghalibaf: Parlamentssprecher und Chefunterhändler

Mohammed Bagher Ghaliba
Imago/ZUMA Press WireWährend Modschtaba Chamenei der Öffentlichkeit fernbleibt, ist als prominentestes Gesicht der iranischen Führung Mohammed Bagher Ghalibaf ins Zentrum gerückt. Ghalibaf stand zuletzt an der Spitze des iranischen Verhandlungsteams bei den Gesprächen mit den USA - zunächst in Pakistan, später in der Schweiz.
Ghalibafs Karriere begann beim Militär: Er war Kommandeur der Luft- und Raumfahrtstreitkräfte der Revolutionsgarden und Polizeichef von Teheran. Später wurde er Bürgermeister der iranischen Hauptstadt und ist nun Parlamentspräsident.
Der israelische Iran-Experte Beni Sabti sagte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP über Ghalibaf: „Niemand sollte sich von seinem Auftreten täuschen lassen - er weiß, wie man mit dem Westen redet.“ Es sei aber „derselbe Mann“, der im Jahr 1999 als Kommandeur der Revolutionsgarden „Studenten bei den damaligen Protesten eigenhändig vom Dach geworfen hat“.
Massud Peseschkian: Staatspräsident

Massud Peseschkian
IMAGO/ZUMA Press WirePeseschkian trat 2024 die Nachfolge des bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben gekommenen Staatschefs Ebrahim Raisi an. Der Herzchirurg und frühere Gesundheitsminister wird als Vertreter des gemäßigteren Flügels angesehen.
Während der landesweiten Massenproteste, die durch den Tod der jungen Kurdin Mahsa Amini im September 2022 nach ihrer Festnahme wegen angeblicher Verstöße gegen die strengen muslimischen Kleidervorschriften ausgebrochen waren, hatte er Kritik am Vorgehen der Behörden geübt.
Als Präsident unterzeichnete Peseschkian nun zwar das Rahmenabkommen mit den USA zur Beendigung des Krieges. Sein Einfluss gilt aber als begrenzt.
Abbas Araghtschi: Außenminister

Abbas Araghtschi
Imago/ZUMA Press WireNeben Ghalibaf zählt Araghtschi zu den bekanntesten Gesichtern der iranischen Führung. Bei den Gesprächen in Pakistan und der Schweiz sowie im Februar mit US-Gesandten in Oman kam ihm eine zentrale Rolle zu. Auch äußert er sich immer wieder öffentlich in zahlreichen Interviews mit ausländischen Medien und in Onlinediensten.
Araghtschi promovierte in England in politischer Philosophie und gilt als erfahrener Diplomat. Er blickt zugleich auf eine Laufbahn bei den Revolutionsgarden zurück, der ideologischen Elitetruppe der Islamischen Republik.
Ahmad Wahidi: Chef der Revolutionsgarden

Ahmad Wahidi
Atta Kenare/AFPDer ehemalige Innen- und Verteidigungsminister ist der dritte Oberbefehlshaber der Garden in weniger als einem Jahr. Sein Vorgänger Mohammad Pakpur wurde am ersten Tag des Iran-Krieges getötet wurde.
Wahidi tritt öffentlich so gut wie nie in Erscheinung. Seine Position verleiht ihm immense politische und militärische Autorität. Die Revolutionsgarden sind von den USA und der EU als Terrororganisation eingestuft.
Die argentinische Justiz beschuldigt Wahidi, bei der Planung des Amia-Anschlags auf das jüdische Gemeindezentrum von Beonos Aires mit 85 Toten 1994 eine Schlüsselrolle gespielt zu haben und fordert seit Jahren seine Auslieferung.
Mohammad Bagher Solghadr: Sicherheitschef

Mohammad Bagher Solghadr
AP/dpaSolghadr trat im März die Nachfolge des Sicherheitschefs Ali Laridschani an, der bei einem israelischen Luftangriff getötet worden war. Auch bei ihm handelt es sich um einen früheren Kommandeur der Revolutionsgarden und jahrelangen Vertrauten von Laridschani.
Wie Wahidi hält sich Solghadr öffentlich bedeckt. Er verfügt aber mutmaßlich über immense Macht. Solghadrs Karriere ist eng mit den Revolutionsgarden verbunden: Seine Ernennung nach Laridschanis Tod wurde als deren weitere Stärkung gewertet.
Gholamhossein Mohseni Edschei: Justizchef

Gholamhossein Mohseni Edschei
Imago/UPI PhotoEdschei dagegen ist im iranischen Fernsehen Dauergast. Er ist bekannt für seine unnachgiebige Haltung: Unter anderem forderte er von den Behörden, die Todesurteile vor dem Hintergrund des Krieges schneller zu verhängen.
Der Kleriker mit den sanften Gesichtszügen und ehemalige Geheimdienstminister steht seit langem im Visier von Menschenrechtsorganisationen - sie werfen ihm vor, für massive Menschenrechtsverletzungen verantwortlich zu sein.
Esmail Kaani: Al-Kuds-Befehlshaber

Esmail Kaani (Mi.)
Imago/Anadolu AgencyDie Al-Kuds-Einheit untersteht den Revolutionsgarden und ist für deren Auslandseinsätze zuständig. Kaani zeigt sich selten in der Öffentlichkeit; sein Vorgänger Kassem Soleimani wurde 2020 bei einem von US-Präsident Donald Trump angeordneten US-Angriff im Irak getötet.
Bei einem seiner seltenen Auftritte im Staatsfernsehen lobte er Araghtschi und Ghalibaf für ihre Verhandlungsführung mit den USA. Er sagte, die „Brüder hinter den Raketenwerfern“ und die „Brüder am Verhandlungstisch“ seien in ihrem „Widerstand“ vereint.
