Konflikt mit Hisbollah
: UN: Mögliche Kriegsverbrechen Israels im Libanon

Trotz Waffenruhe bleibt die Lage zwischen Israel und der Hisbollah angespannt. Israel greift weiter im Libanon an. Die UN sehen mögliche Kriegsverbrechen Israels im Nachbarland.
Von
red/dpa
Beirut

Volker Türk, Hoher Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte, sieht Hinweise auf mögliche Kriegsverbrechen Israels im Libanon (Archivfoto).

Marwan Naamani/dpa
  • UN-Hochkommissar Volker Türk sieht Hinweise auf mögliche Kriegsverbrechen Israels im Libanon.
  • Israels Luftangriffe und Artillerie treffen dicht besiedelte Gebiete – viele zivile Opfer und Vertreibungen.
  • Hisbollah-Raketen auf bewohnte Gebiete in Israel töteten ebenfalls Zivilisten und beschädigten Infrastruktur.
  • Libanon: seit dem 2. März über 4300 Tote und rund 12.200 Verletzte, trotz geltender Waffenruhe.
  • Türk warnt: Zerstörte Dörfer südlich des Litani und verhinderte Rückkehr könnten internationale Verbrechen sein.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Das UN-Menschenrechtsbüro hat großflächige Verstöße israelischer Streitkräfte gegen das humanitäre Völkerrecht im Libanon dokumentiert. Einige davon könnten Kriegsverbrechen darstellen, sagte UN-Hochkommissar Volker Türk in der libanesischen Hauptstadt Beirut.

Anhaltende israelische Luftangriffe, Artilleriebeschuss und der Einsatz von Waffen mit Sprengwirkung in dicht besiedelten Gebieten hätten hohe zivile Opferzahlen, weitreichende Zerstörung und Massenvertreibungen verursacht. Zugleich hätten Raketenangriffe der  libanesischen Hisbollah auf bewohnte Gebiete in Israel ebenfalls Zivilisten getötet und zivile Infrastruktur beschädigt.

4300 Menschen im Libanon getötet und rund 12.200 verletzt

Nach Angaben der libanesischen Behörden wurden im Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah seit dem 2. März mehr als 4300 Menschen im Libanon getötet und rund 12.200 verletzt. Trotz einer Waffenruhe setze Israel seine Luftangriffe und Bodeneinsätze fort, sagte Türk. Dörfer südlich des Litani-Flusses seien zerstört oder unbewohnbar gemacht worden. Der Fluss liegt etwa 30 Kilometer entfernt von der Grenze zu Israel.

Ein libanesisches Militärfahrzeug fährt an Häusern vorbei, die während des Krieges in dem südlibanesischen Dorf Zawtar al-Gharbieh beschädigt wurden (Archivfoto).

Mustafa Jamalddine/AP/dpa

Türk äußerte sich besorgt über die anhaltende Präsenz israelischer Truppen im Südlibanon. Die großflächige Vertreibung von Zivilisten und die Verhinderung ihrer Rückkehr könnten internationale Verbrechen darstellen. Eine bereits eingesetzte unabhängige UN-Mission sammle Beweise für mutmaßliche Verstöße gegen Menschenrechte und humanitäres Völkerrecht durch alle Konfliktparteien seit dem 2. März.