Lana Nusseibeh: Emiratische Diplomatin geht ins Rennen um Guterres-Nachfolge

Lana Nusseibeh, Staatsministerin im Außenministerium der Vereinigten Arabischen Emirate. Im Rennen um die Nachfolge von UN-Generalsekretär António Guterres gibt es eine neue Kandidatin.
Eric Lee/Pool Reuters via AP/dpa- Neue Kandidatin für den Posten: Die Emirate nominieren Lana Nusseibeh.
- Nusseibeh war 2013 bis 2024 UN-Botschafterin und leitete zweimal den Sicherheitsrat.
- Sie wirbt für stärkere UN-Rolle bei Konfliktprävention und Vermittlung – inklusive humanitärer Zugänge.
- Insgesamt gibt es sieben Kandidaten, der Sicherheitsrat testet sie in geheimen Probeabstimmungen.
- Guterres scheidet Ende des Jahres aus dem Amt, eine Einigung geht an die Generalversammlung.
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Im Rennen um die Nachfolge von UN-Generalsekretär António Guterres gibt es eine neue Kandidatin. Die Vereinigten Arabischen Emirate haben die frühere UN-Botschafterin Lana Nusseibeh für den Spitzenposten nominiert, wie eine Sprecherin des Präsidenten der UN-Generalversammlung bestätigte. Auch die staatliche Nachrichtenagentur WAM berichtete über die Nominierung.
Die 1978 geborene Nusseibeh tritt damit in einen bislang festgefahrenen Auswahlprozess ein, bei dem sich der UN-Sicherheitsrat noch auf keinen Kandidaten einigen konnte.
Nusseibeh war von 2013 bis 2024 Botschafterin der Emirate bei den Vereinten Nationen in New York. Während der zweijährigen Mitgliedschaft ihres Landes im UN-Sicherheitsrat 2022 und 2023 hatte sie zweimal den Vorsitz des Gremiums inne. Sie war unter anderem Verhandlungsführerin für eine Resolution zur Ausweitung der humanitären Hilfe im Gazastreifen. Für ihre Kandidatur habe sie eine Auszeit von ihrem Amt als Staatsministerin im Außenministerium der Emirate genommen, hieß es in ihrem Bewerbungsanschreiben.
Nusseibeh tritt gegen sechs weitere Kandidaten an
Nusseibeh kündigte an, sich für eine stärkere Rolle der Vereinten Nationen bei der Verhinderung von Konflikten und der Vermittlung zwischen verfeindeten Parteien einsetzen zu wollen. Die Organisation müsse diplomatische Kanäle offenhalten und konkrete Vereinbarungen ermöglichen, etwa über humanitären Zugang, den Austausch von Gefangenen oder lokale Waffenruhen.
Sollte sie sich durchsetzen, wäre sie die erste Frau an der Spitze der Vereinten Nationen. Aus bisherigen Stimmtests im Sicherheitsrat ging Rebeca Grynspan aus Costa Rica mit knapper Führung als Favoritin hervor, gefolgt von IAEA-Chef Rafael Grossi und der UN-Botschafterin Guyanas, Carolyn Rodrigues Birkett. Insgesamt gibt es derzeit sieben Kandidaten.
Die 15 Mitglieder des Sicherheitsrates befinden sich aktuell in der Phase der Kandidatenfindung. Mit geheimen Probeabstimmungen versuchen sie, sich auf einen Kandidaten zu verständigen. Gibt es eine Einigung, wird diese Person zur Ernennung den 193 Staaten in der UN-Generalversammlung vorgeschlagen. Guterres scheidet Ende des Jahres aus dem Amt.

Die Vereinten Nationen sind eine Organisation, die im Grunde dem Willen von fünf Staaten unterworfen ist. Dafür nehmen sie auch gern das Scheitern der UN-Führungsfigur in Kauf.