Mutmaßlicher Täter flüchtig
: Mordermittlungen nach mysteriösem Tod von Brexit-Politikerin

Ann Widdecombe war eines der prominentesten Gesichter der Brexit-Bewegung. Gut zehn Jahre nach dem EU-Referendum wird sie tot aufgefunden - mit schwersten Verletzungen. Was ist bekannt?
Von
red/dpa
Haytor

Die ehemalige konservative Abgeordnete wurde am Donnerstag tot aufgefunden. (Archivbild)

Lucy North/PA Wire/dpa
  • Polizei ermittelt wegen Mordes am Donnerstag tot aufgefundener Ann Widdecombe.
  • Die 78-Jährige lag in ihrem Zuhause in Haytor, Devon – sie hatte schwerste Verletzungen.
  • Fahndung nach mutmaßlichem Täter: laut Polizei ein „weißer Mann“, Ermittlungen laufen.
  • Innenministerin Mahmood spricht von „äußerst erschütternd“, ruft zu Verzicht auf Spekulationen auf.
  • Widdecombe war konservative Ex-Abgeordnete, Brexit-Verfechterin und TV-Persönlichkeit.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Großbritannien rätselt über den Tod von Ann Widdecombe. Die langjährige Abgeordnete und beinharte Brexit-Befürworterin war am Donnerstag tot in ihrem Zuhause in Haytor in der englischen Grafschaft Devon aufgefunden worden. Wie die Polizei mitteilte, wies die 78-Jährige schwerste Verletzungen auf. Nun ermittelt die Polizei wegen Mordes.

Die Polizei geht nach derzeitigem Stand von einem „weißen Mann“ als mutmaßlichem Täter aus. „Unsere Mordermittlungen befinden sich noch in einem frühen Stadium, schreiten aber mit hohem Tempo voran“, sagte Detective Chief Inspector Ilona Rosson laut Mitteilung. 

Man setze alle Mittel ein, um die Umstände aufzuklären und den mutmaßlichen Täter so schnell wie möglich zu finden. Nähere Angaben zu möglichen Tatumständen machte die Polizei zunächst nicht. 

Innenministerin Mahmood: Umstände „äußerst erschütternd“

Widdecombe war jahrelang Abgeordnete für die Konservativen im britischen Parlament und saß schließlich als überzeugte Befürworterin des EU-Austritts für die Brexit-Partei als Abgeordnete im Europäischen Parlament. Die zum Katholizismus übergetretene Politikerin vertrat zudem ultrakonservative Ansichten. So forderte sie etwa die Wiedereinführung der Todesstrafe, sprach sich gegen die gleichgeschlechtliche Ehe und die Selbstbestimmung von Transpersonen über deren Geschlecht aus.

Auch im britischen Unterhaltungsfernsehen war sie keine Unbekannte: So trat Widdecombe etwa bei der Tanzshow „Strictly Come Dancing“ und bei „Celebrity Big Brother“ auf.

Innenministerin Shabana Mahmood bezeichnete den Tod der ehemaligen Abgeordneten als „äußerst erschütternd“. „Das Innenministerium ist bereit, bei den laufenden Ermittlungen jede erforderliche Unterstützung zu leisten“, schrieb die Labour-Politikerin in einem X-Beitrag. Sie rief die Bevölkerung dazu auf, Spekulationen zu vermeiden. Auch der britische Premierminister Keir Starmer zeigte sich bestürzt und sprach der Nachrichtenagentur PA zufolge von einer „sehr schockierenden Nachricht“.

StZ Kompakt - Der Morgen
Montag - Sonntag um 6.00 Uhr
Starten Sie mit den wichtigsten Themen aus Stuttgarter Sicht in den Tag und erhalten Sie sonntags die besten Geschichten der Woche.