Proteste am 31. Oktober
: Diese Städte in Baden-Württemberg sind dabei

Für den 31. Oktober sind auch in Deutschland Proteste angekündigt. In Baden-Württemberg sind bislang vier Städte dabei.
Von
Lukas Böhl
Stuttgart
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Polizei Symbolbild: ILLUSTRATION - 30.11.2023, Baden-Württemberg, Stuttgart: Eine Polizistin steht neben einem Polizeifahrzeug. (zu dpa: «Erst angehupt, dann Auto demoliert - Täter flüchten») Foto: Marijan Murat/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die Polizei bereitet sich auf die Demos am Samstag vor (Archivbild).

Marijan Murat/dpa

Am Samstag, 31. Oktober 2026, will die Initiative „Gen Z regelt“ bundesweit auf die Straße gehen. Auch in Baden-Württemberg sind mehrere Demonstrationen angekündigt. In vier Städten des Landes sollen junge Menschen unter anderem für bessere Bildung, bezahlbare Lebenshaltungskosten und mehr politische Mitsprache demonstrieren. Wo die Kundgebungen stattfinden und wann sie beginnen.

Gen-Z-Demos in Baden-Württemberg: Diese vier Städte sind dabei

Für Samstag, 31. Oktober, sind nach Angaben der Initiative „Gen Z regelt“ Demonstrationen in Stuttgart, Karlsruhe, Freiburg und Ulm geplant. Die Proteste sind Teil eines bundesweiten Aktionstags, an dem in insgesamt 23 deutschen Städten Kundgebungen stattfinden sollen.

In drei der vier baden-württembergischen Städte ist der Beginn für 14 Uhr vorgesehen. In Karlsruhe soll die Demonstration dagegen erst um 16 Uhr starten.

Alle angekündigten Demonstrationen in Baden-Württemberg im Überblick:

Gen-Z-Protest in Stuttgart: Polizei bereitet sich vor

Besonders in Stuttgart richtet sich die Aufmerksamkeit auf die angekündigte Demonstration. Auf dem Schlossplatz sollen sich am Samstag ab 14 Uhr Teilnehmer versammeln. Anschließend ist nach bisherigen Informationen ein Demonstrationszug durch die Innenstadt vorgesehen.

Die Stuttgarter Polizei bereitet sich bereits auf einen entsprechenden Einsatz vor. Das Polizeipräsidium teilte am Montag, 26. Oktober, mit, dass es die Mobilisierung in den sozialen Netzwerken und die Sicherheitslage fortlaufend beobachte.

Hintergrund sind unter anderem gewaltsame Ausschreitungen bei Jugendprotesten in anderen europäischen Ländern, insbesondere in Frankreich. Für Stuttgart gibt es nach Angaben der Polizei derzeit allerdings keine konkreten Hinweise darauf, dass mit vergleichbaren Vorfällen gerechnet werden muss.

Polizeipräsident Markus Eisenbraun betonte, dass das Recht auf friedliche Demonstrationen geschützt werde. Gleichzeitig kündigte die Polizei an, bei Störungen oder Straftaten konsequent einzuschreiten.

Was steckt hinter der Initiative „Gen Z regelt“?

Die Bewegung „Gen Z regelt“ möchte mit den bundesweiten Protesten auf die Sorgen und Forderungen junger Menschen aufmerksam machen.

Nach Darstellung der Organisatoren fühlt sich ein Teil der jüngeren Generation bei wichtigen politischen Entscheidungen nicht ausreichend berücksichtigt. Besonders deutlich werde dies bei Fragen, die langfristige Auswirkungen auf die Lebensbedingungen junger Menschen hätten.

Die Initiative fordert unter anderem höhere Investitionen in Bildung und Gesundheit. Darüber hinaus setzt sie sich für bezahlbare Lebenshaltungskosten, mehr Klimaschutz und eine stärkere politische Beteiligung junger Menschen ein.

Ein weiteres zentrales Thema ist die Wehrpflicht. Die Organisatoren sprechen sich gegen deren Einführung aus und kritisieren politische Entscheidungen, die aus ihrer Sicht auf Kosten der jüngeren Generation getroffen werden.

Wie viele Menschen werden bei den Demos erwartet?

Wie viele Menschen am 31. Oktober tatsächlich in Baden-Württemberg demonstrieren werden, steht bislang nicht fest.

Allerdings deutet die Resonanz im Internet auf ein größeres Interesse hin. Nach einem Bericht des Stuttgarter Nachrichtenportals „Echt Stuttgart“ hatten sich bis zum 24. Oktober allein für die Demonstration in der Landeshauptstadt mehr als 9.400 Menschen auf der Internetseite der Initiative eingetragen.

Damit lag Stuttgart zum damaligen Zeitpunkt bei den Online-Zusagen bundesweit an der Spitze.

Die Zahlen sind allerdings mit Vorsicht zu betrachten. Bei den Eintragungen handelt es sich nicht um verbindliche Anmeldungen, sondern um unverbindliche Teilnahmebekundungen. Eine zuverlässige Prognose über die tatsächliche Teilnehmerzahl ist daraus nicht möglich.

Organisatoren betonen friedlichen Charakter der Proteste

Die geplanten Demonstrationen sorgen im Vorfeld auch für Diskussionen über mögliche Sicherheitsrisiken. Hintergrund sind insbesondere die Ereignisse in Frankreich, wo es bei Jugendprotesten teilweise zu erheblichen Ausschreitungen gekommen ist.

Die Initiative „Gen Z regelt“ distanziert sich auf ihrer Internetseite ausdrücklich von Gewalt, Zerstörung und extremistischen Gruppen. Die Demonstrationen sollen nach Angaben der Veranstalter friedlich verlaufen.

Auch die Stuttgarter Polizei weist darauf hin, dass bislang Personen und Gruppen aus dem Umfeld der Organisatoren ausdrücklich zu friedlichem Protest aufrufen.