Proteste in Italien
: So will Giorgia Meloni weitere Ausschreitungen verhindern

Nach Frankreich eskalieren auch in Italien Proteste gegen die Regierung. In Mailand und Bologna brennen Barrikaden und Autos.
Von
Ole Rockrohr
Rom/Mailand
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Zusammenstöße nach tödlichem Polizeieinsatz in Bologna: 21.07.2026, Italien, Bologna: Einsatzkräfte der Feuerwehr löschen ein brennendes Auto nach Auseinandersetzungen zwischen Aktivisten und Sicherheitskräften bei Protesten nach einer Gedenkkundgebung in der Innenstadt. Nach dem Tod eines Einwanderers aus Marokko bei einem gewaltsamen Einsatz der italienischen Polizei ist es in mehreren Städten zu Protesten gekommen. Foto: Guido Calamosca/LaPresse via ZUMA Press/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Einsatzkräfte löschen ein brennendes Auto nach Auseinandersetzungen bei Protesten in Italien

Guido Calamosca/dpa
  • Proteste in Italien eskalieren: In Mailand und Bologna brennen Barrikaden und Autos.
  • Meloni beruft am Montag eine Krisensitzung ein – der Staat will „entschlossen reagieren“.
  • Regierung prüft Ausgangssperren und Maßnahmen gegen Straßenblockaden, Dekret für Dienstag geplant.
  • Über 270 Festnahmen, viele Minderjährige; Verletzte bei Polizei und Demonstrierenden.
  • Mailands Staatsanwaltschaft spricht von „seltener Gewalt“, Schaden in Millionenhöhe.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Ob in Frankreich, Portugal oder Albanien: In Europa gehen die Menschen auf die Straßen und demonstrieren gegen hohe Lebenshaltungskosten und die Regierenden. Auch in Italien kommt es derzeit zu Demonstrationen. Nachdem diese zunächst friedlich verliefen, eskalierten sie nun. In Mailand und Bologna brannten Barrikaden und Autos. Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni kündigte an, hart gegen die Gewalttäter vorzugehen.

Als Reaktion auf die Proteste rief die rechte Ministerpräsidentin am Montag (19. Oktober) ihr Kabinett in Rom zu einer mehrstündigen Krisensitzung zusammen. Laut Informationen der Deutschen Presse-Agentur hieß es aus Regierungskreisen: Der Staat werde auf die Unruhen der vergangenen Tage „entschlossen reagieren“. Dazu gehörten auch mögliche Ausgangssperren.

Die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete unter Berufung auf verschiedene Quellen in Melonis Umgebung, derzeit würden „technische Lösungen zur Durchsetzung einer Ausgangssperre“ geprüft. Zudem werde über Maßnahmen gegen Straßenblockaden nachgedacht. Dazu werde vom Ministerrat bereits an diesem Dienstag ein Gesetzesdekret verabschiedet, hieß es.

Mehr als 270 Festnahmen bei Protesten in Italien

In mehreren italienischen Städten war es in den vergangenen Tagen nach zunächst friedlichen Protesten gegen hohe Lebenshaltungskosten zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen. Auf dem Domplatz von Mailand und in dessen Umgebung schlugen meist schwarz gekleidete und vermummte junge Leute Schaufensterscheiben ein, plünderten Geschäfte und Supermärkte. Zudem bewarfen sie die Polizei mit Feuerwerkskörpern und errichteten Barrikaden. Allein in Mailand seien mindestens vier Polizisten und 20 Demonstranten verletzt sowie über 50 Jugendliche festgenommen worden. Die Hälfte von ihnen war minderjährig, wie Ansa weiter berichtete.

  • Police detain 160 as unrest continues for second day in Milan: Police detain 160 as unrest continues for second day in Milan MILAN, ITALY - OCTOBER 18: Protesters vandalize a shop during protests in Milan, Italy, on October 18, 2026. Groups threw stones, bottles, firecrackers and barriers at police officers, who responded with tear gas and water cannon, while shops were damaged and looted around the city center and a Carabinieri vehicle was destroyed. Andrea Carrubba / Anadolu Milan Italy. Editorial use only. Please get in touch for any other usage. PUBLICATIONxNOTxINxTURxUSAxCANxUKxJPNxITAxFRAxAUSxESPxBELxKORxRSAxHKGxNZL Copyright: x2026xAnadoluxAndreaxCarrubbax

    In Mailand versuchen Vermummte am Rande der Proteste in einen Laden einzudringen.

    Andrea Carrubba/IMAGO
  • Proteste in Italien: 17.10.2026, Italien, Mailand: Bei einer Demonstration gegen die hohen Lebenshaltungskosten kam es zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Bereitschaftspolizei. Foto: Stefano Porta/LaPresse/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Zusammenstöße zwischen Polizei und Demonstrierenden in Mailand.

    Stefano Porta/dpa
  • Proteste in Italien: 17.10.2026, Italien, Rom: Eine Demonstrantin hält während der nationalen CGIL-Demonstration „La Via Maestra“ in Rom ein Schild hoch, auf dem steht "Fund Schools, not Genocide". Foto: Vincenzo Nuzzolese/ZUMA Press Wire/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Ein Großteil der Demonstrierenden bringt den Protest friedlich auf die Straßen, wie hier in Rom.

    Vincenzo Nuzzolese/dpa
  • Proteste in Italien: 17.10.2026, Italien, Mailand: Nach Zusammenstößen zwischen der Polizei und Demonstranten der Bewegung „Italia in Piazza“ vor dem Mailänder Dom brennt ein Feuer. Foto: Stefano Porta/LaPresse/AP/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++

    Brennende Barrikaden in Mailand.

    Stefano Porta/LaPresse/AP/dpa
  • Proteste in Italien: Demonstranten versammeln sich in Mailand, um gegen die hohen Lebenshaltungskosten zu protestieren. (zu dpa: «Auch in Italien gewalttätige Proteste»)

    Vor dem Mailänder Dom kam es zu gewalttätigen Protesten.

    Stefano Porta/LaPresse/dpa
  • Proteste in Italien: Nach Zusammenstößen zwischen der Polizei und Demonstranten der Bewegung „Italia in Piazza“ vor dem Mailänder Dom brennt ein Feuer. (zu dpa: «Meloni kündigt nach Krawallen hartes Vorgehen an»)

    Nach Zusammenstößen zwischen der Polizei und Demonstranten der Bewegung „Italia in Piazza“ vor dem Mailänder Dom brennt ein Feuer.

    Stefano Porta/dpa
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Auch in anderen Städten wie Turin, Bologna und Bergamo kam es demnach zu Zusammenstößen, bei denen Steine und Feuerwerkskörper auf die Polizei geworfen wurden. Insgesamt wurden den Angaben zufolge mehr als 270 Personen vorübergehend festgenommen, viele davon waren Minderjährige. Fünf Jugendliche kamen in Untersuchungshaft.

Viele zogen Vergleiche zu den Unruhen in Frankreich. Aus Sorge vor weiteren Ausschreitungen machten mehrere Luxusgeschäfte am Montag ihre Läden in der Nähe des Domplatzes dicht. Nach offiziellen Angaben wurden mindestens 14 Sicherheitskräfte verletzt. Die Staatsanwaltschaft Mailand sprach von einem Ausmaß „seltener Gewalt“. Zur Zahl der verletzten Demonstranten gab es keine genauen Angaben. Der Schaden geht nach Schätzungen in die Millionen.

Parlamentswahl im nächsten Jahr

Meloni regiert in Rom seit vier Jahren mit einer Koalition aus drei rechten und konservativen Parteien. Im nächsten Jahr steht wieder eine Parlamentswahl an. Die Regierungschefin mit ihrer Partei Fratelli d'Italia (Brüder Italiens) steht seit einiger Zeit durch eine neue, noch weiter rechts angesiedelte Partei namens Futuro Nazionale (Nationale Zukunft) unter Druck. Im linken Lager will die Vorsitzende der sozialdemokratischen Partei PD, Elly Schlein, gegen Meloni antreten.