„Großartiger Kriegs-Premier“
: Trump sieht Netanjahu-Aufholjagd als seinen Verdienst

Werden Israel und die USA „gemeinsam den Job im Iran beenden“? Die Worte des US-Präsidenten legen es zumindest nahe.
Von
Michael Maier
Washington
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A Campaign Poster For Prime Minister Benjamin Netanyahu With President Donald Trump Is Seen On A Bus In Jerusalem: An election campaign poster for Prime Minister Benjamin Netanyahu with U.S. President Donald Trump and fighter jets, reads in Hebrew We Have One Chance To Win is seen on the back of a bus in Jerusalem on Sunday, October 25, 2026. According to the latest election polls, Gadi Eisenkot s Yashar Party leads Prime Minister Benjamin Netanyahu s Likud Party two days before the election. Israelis will head to the polls on October 27 to vote in the first general election since the Hamas massacre on October 7, 2023. PUBLICATIONxNOTxINxUSA JER2026102516 DEBBIExHILL

Trump und Netanjahu posierten vor der Israel-Wahl gemeinsam auf einem Plakat mit Kampfjets.

IMAGO/DEBBIE HILL
  • Israel wählt ohne klares Ergebnis, beide Blöcke verfehlen zunächst 61 Sitze.
  • Netanjahu spricht von „entscheidender Mehrheit“ und will im Amt bleiben.
  • Trump reklamiert Trendwende für sich: Unterstützung für „Bibi“ habe alles gedreht.
  • Umfrage: 64 Prozent sehen keine Wirkung, 17 Prozent eher weniger Stimmen für Netanjahu.
  • Wahlkampf im Kontext des US-israelischen Kriegs gegen den Iran – Bündnis offen demonstriert.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Die Spannung in Israel könnte kaum größer sein: Die Stimmauszählung lief zunächst sehr langsam, und Nachwahlbefragungen zeigen kein eindeutiges Ergebnis. Weder Netanjahus rechts-religiöser Block noch das Oppositionsbündnis um den Ex-Militärchef Gadi Eisenkot erreicht die für eine Regierungsbildung nötigen 61 Sitze. Netanjahu sprach dennoch von einer „entscheidenden Mehrheit“ und will offenbar im Amt bleiben.

Trump-Unterstützung für Netanjahu

US-Präsident Donald Trump ließ es sich nicht nehmen, das Ergebnis sofort für sich zu beanspruchen. In einem Truth-Social-Post schrieb er sinngemäß: Sobald er seine Unterstützung für „Bibi“ erklärt habe, habe sich der gesamte Trend umgekehrt. Statt einer vernichtenden Niederlage sei es nun ein Unentschieden. Gegenüber Journalisten auf dem Rückflug aus Texas nannte er Netanjahu „sehr erfolgreich“.

Tatsächlich hatte Trump den israelischen Premier erst am 18. Oktober etwas widersprüchlich als „großartigen Kriegs-Premierminister“ und „Partner für den Frieden“ bezeichnet – und das nicht ohne Kalkül: Ohne seine Unterstützung, so Trump, müssten die USA die Arbeit gegen den Iran selbst übernehmen. Eine Woche später legte er nach und rief die Israelis auf, Netanjahu wiederzuwählen, damit beide gemeinsam „den Job beenden“ könnten.

Ob Trumps Einmischung wirklich den Ausschlag gab, ist allerdings fraglich. Eine Umfrage des israelischen Senders Channel 12 ergab, dass 64 Prozent der Befragten angaben, Trumps Aussagen beeinflussten ihre Wahlentscheidung überhaupt nicht – 17 Prozent sagten sogar, die Unterstützung mache sie weniger geneigt, für Netanjahu zu stimmen. Analysten bewerteten Trumps Intervention als „ungewöhnlichen“ Schritt eines US-Präsidenten und bezweifelten dessen Wirksamkeit auf israelische Wählerinnen und Wähler.

Klar ist: Der Wahlkampf spielte sich vor dem Hintergrund des gemeinsamen US-israelischen Krieges gegen den Iran ab. Tiefe gesellschaftliche Spaltungen und hohe Benzinpreise machen ebenfalls Sorgen in Israel. Trump und Netanjahu haben dabei ihr Bündnis demonstrativ zur Schau gestellt – mit Wahlplakaten in Tel Aviv, auf denen beide Gesichter neben Kampfjets zu sehen waren. Das könnte noch für Diskussionsstoff sorgen.