Umfragewerte von Donald Trump: So steht es um die Beliebtheit des US-Präsidenten vor den Midterms

US-Midterms - US-Präsident Trump: 26.10.2026, USA, Korinth: US-Präsident Donald Trump trifft zu einer Wahlkampfveranstaltung in der Crossroads Arena ein.
Jacquelyn Martin/AP/dpaAm 3. November 2026 wählen die Amerikaner einen neuen Kongress. Für US-Präsident Donald Trump sind die sogenannten Midterms eine wichtige Bewährungsprobe. Denn bei den Zwischenwahlen entscheidet sich, ob seine Republikanische Partei ihre Mehrheiten im Repräsentantenhaus und im Senat verteidigen kann. Die jüngsten Umfragewerte zeigen allerdings, dass ein großer Teil der amerikanischen Bevölkerung mit Trumps Amtsführung unzufrieden ist.
Nur 32 Prozent Zustimmung
Laut einer am 26. Oktober veröffentlichten Umfrage von Reuters und dem Meinungsforschungsinstitut Ipsos unterstützen nur noch 32 Prozent der Amerikaner die Arbeit des Präsidenten. Gegenüber der vorherigen Befragung bedeutet das zwar einen Anstieg um einen Prozentpunkt. Eine Woche zuvor war Trump allerdings auf 31 Prozent Zustimmung gefallen – den niedrigsten Wert, den Reuters/Ipsos während seiner beiden Amtszeiten gemessen hat.
Auch andere amerikanische Meinungsforschungsinstitute zeichnen ein ähnliches Bild. Sie kommen zwar teilweise zu höheren Zustimmungswerten, doch bei allen größeren aktuellen Erhebungen überwiegt die Ablehnung.
Mehrheit der Amerikaner lehnt seine Amtsführung ab
Wie unbeliebt Trump derzeit ist, zeigt ein Blick auf den Umfragedurchschnitt der amerikanischen Plattform RealClearPolling. Für den Erhebungszeitraum vom 9. bis zum 25. Oktober liegt seine Zustimmung bei 38,3 Prozent. Demgegenüber stehen 60,3 Prozent der Befragten, die seine Amtsführung ablehnen. Die Differenz beträgt damit 22 Prozentpunkte.
Zwischen den einzelnen Meinungsforschungsinstituten gibt es allerdings Unterschiede. So ermittelte CBS News in einer Befragung vom 21. bis zum 23. Oktober eine Zustimmung von 39 Prozent und eine Ablehnung von 61 Prozent. Bei Economist/YouGov lag das Verhältnis bei 41 zu 59 Prozent.
Noch niedriger fallen die Werte bei anderen großen US-Medien aus. Eine Erhebung von CNN vom 15. bis zum 18. Oktober kam auf 34 Prozent Zustimmung und 66 Prozent Ablehnung. Die New York Times und das Siena College ermittelten Mitte Oktober 36 Prozent Zustimmung und 59 Prozent Ablehnung. Auch eine Befragung des konservativen Senders Fox News ergab mit 36 Prozent Zustimmung und 64 Prozent Ablehnung eine deutliche negative Bilanz.
Die Unterschiede lassen sich unter anderem durch verschiedene Befragungsmethoden, Erhebungszeiträume und die Zusammensetzung der Stichproben erklären. An der grundsätzlichen Aussage ändern sie wenig: Eine Mehrheit der befragten Amerikaner bewertet Trumps Amtsführung negativ.
Wirtschaft und hohe Preise belasten Donald Trumps Beliebtheit
Ein wesentlicher Grund für die schlechten Umfragewerte ist die Unzufriedenheit mit der wirtschaftlichen Situation. Besonders die gestiegenen Lebenshaltungskosten bereiten vielen Amerikanern Sorgen.
Dabei gehörte die Bekämpfung der Inflation zu Trumps zentralen Versprechen im Präsidentschaftswahlkampf 2024. Der Republikaner hatte seinem demokratischen Vorgänger Joe Biden eine verfehlte Wirtschaftspolitik vorgeworfen und angekündigt, die Preise zu senken.
Eine Untersuchung des Associated Press-NORC Center for Public Affairs Research von Ende September zeigt nun, wie kritisch die Bevölkerung Trumps Umgang mit der Wirtschaft bewertet. Demnach unterstützen nur 26 Prozent der Amerikaner seine Wirtschaftspolitik. Noch schlechter schneidet er bei den Lebenshaltungskosten ab: Lediglich 17 Prozent sind mit seinem Umgang mit diesem Thema zufrieden.
65 Prozent der Befragten machen Trumps Politik für die anhaltend hohen Preise mitverantwortlich. Fast sieben von zehn Amerikanern erklären zudem, der Präsident habe sich bei der Bekämpfung der Lebenshaltungskosten schlechter geschlagen als erwartet.
Zu den Belastungsfaktoren zählen die hohen Benzin- und Lebensmittelpreise. Auch Trumps Zollpolitik und der Krieg mit dem Iran werden in der amerikanischen Debatte als Ursachen des wirtschaftlichen Drucks diskutiert.
Zwar verweisen Trump und die Republikaner auf positive Wirtschaftsdaten wie das Wirtschaftswachstum und den robusten Arbeitsmarkt. Für viele Wähler scheint jedoch entscheidender zu sein, wie viel Geld ihnen nach dem Einkauf, dem Tanken und der Bezahlung ihrer laufenden Rechnungen bleibt.
Donald Trump verliert auch unter Republikanern an Zustimmung
Die Unzufriedenheit beschränkt sich nicht auf demokratische und parteiunabhängige Wähler. Selbst innerhalb der Republikanischen Partei hat Trumps Rückhalt nachgelassen.
Eine Reuters/Ipsos-Umfrage vom September zeigt, dass die Zustimmung zu seiner Amtsführung unter republikanischen Anhängern von 86 Prozent im Januar 2026 auf 73 Prozent im September gesunken ist.
Besonders auffällig ist die Entwicklung bei der Wirtschaftspolitik. Im Januar unterstützten noch 80 Prozent der Republikaner Trumps Umgang mit der amerikanischen Wirtschaft. Im September waren es nur noch 56 Prozent.
Bei den Lebenshaltungskosten fiel die Zustimmung unter republikanischen Wählern im selben Zeitraum sogar von 70 auf 44 Prozent.
Trotz dieser Rückgänge verfügt Trump innerhalb seiner Partei weiterhin über eine klare Mehrheit an Unterstützern. Die Ergebnisse zeigen aber auch, dass sich die wirtschaftliche Unzufriedenheit zunehmend bis in sein eigenes politisches Lager auswirkt.
Midterms 2026: Demokraten liegen in aktuellen Umfragen vorne
Die schwachen Zustimmungswerte des Präsidenten fallen in eine politisch entscheidende Phase. Am 3. November werden alle 435 Sitze des Repräsentantenhauses sowie regulär rund ein Drittel der Senatssitze neu gewählt. Für Trump steht damit die Frage im Raum, unter welchen Mehrheitsverhältnissen er die verbleibenden zwei Jahre seiner Amtszeit regieren kann.
Auch bei der landesweiten Parteipräferenz für den Kongress zeigen die Umfragen derzeit einen Vorsprung der Demokraten.
In der jüngsten Reuters/Ipsos-Erhebung vom 26. Oktober erklärten 47 Prozent der registrierten Wähler, sie würden bei einer Kongresswahl für die Demokratische Partei stimmen. 36 Prozent entschieden sich für die Republikaner. Weitere elf Prozent waren noch unentschlossen.
Werden auch die Parteineigungen der zunächst unentschlossenen Wähler berücksichtigt, kommen die Demokraten auf 50 Prozent und die Republikaner auf 41 Prozent.
Allerdings lassen sich diese Zahlen nicht unmittelbar in eine Sitzverteilung im Kongress übersetzen. Während die landesweiten Umfragen die allgemeine politische Stimmung abbilden, werden die einzelnen Mandate im Repräsentantenhaus in Wahlkreisen und die Senatssitze in den jeweiligen Bundesstaaten vergeben. Regionale Unterschiede, die Wahlbeteiligung und die jeweiligen Kandidaten spielen deshalb eine entscheidende Rolle.
Sollten die Republikaner eine ihrer beiden Kongressmehrheiten verlieren, könnte dies erhebliche Folgen für Trumps zweite Amtszeit haben. Ein von den Demokraten kontrolliertes Repräsentantenhaus oder ein demokratisch dominierter Senat könnte zentrale Gesetzesvorhaben erschweren und die parlamentarische Kontrolle der Regierung verstärken.
Wie aussagekräftig sind die Umfragen vor den US-Midterms?
Die Zustimmungswerte eines Präsidenten sind ein wichtiger Indikator für die politische Stimmung in den USA. Sie geben jedoch keine verlässliche Auskunft darüber, wie eine konkrete Wahl ausgehen wird.
Hinzu kommt, dass sich viele der veröffentlichten Zustimmungswerte auf die gesamte erwachsene Bevölkerung beziehen. Bei den Midterms kommt es dagegen darauf an, welche Wahlberechtigten tatsächlich ihre Stimme abgeben.
Auch unterscheiden amerikanische Meinungsforscher zwischen der allgemeinen Zustimmung zur Amtsführung des Präsidenten und der persönlichen Beliebtheit. Wer Trumps Politik ablehnt, muss ihn nicht zwangsläufig auch persönlich unsympathisch finden. Umgekehrt kann jemand mit dem Präsidenten sympathisieren, aber einzelne politische Entscheidungen kritisieren.
Dennoch ergibt sich aus den aktuellen Erhebungen ein weitgehend einheitlicher Befund: Donald Trumps Zustimmungswerte liegen wenige Tage vor den Midterms deutlich unter der 50-Prozent-Marke. Insbesondere seine Wirtschaftspolitik und der Umgang mit den hohen Lebenshaltungskosten werden von einer großen Mehrheit kritisch beurteilt.
Für die Republikaner kommt diese Entwicklung zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Ob und wie stark sich die Unzufriedenheit mit dem Präsidenten auf die Ergebnisse der Kongresswahlen auswirkt, wird sich am 3. November zeigen.

