Trump wittert „drohendes Verbrechen“
: Eine Art von Wahlbetrug in Alaska

Auf dem Stimmzettel stehen zwei Kandidaten mit dem gleichen Namen. Einer ist der amtierende Senator. Haben die Demokraten ihre Hände im Spiel?
Von
Christian Gottschalk
Stuttgart
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Wahlkampf USA- Alaska: ARCHIV - 23.10.2026, USA, Anchorage: Ein Musterwahlzettel für die Senatswahl in Alaska. Im umkämpften Bundesstaat Alaska konkurrieren mehrere Politiker um einen Senatsposten: Neben dem republikanischen Amtsinhaber Dan S. Sullivan und der Demokratin Mary Peltola tritt auch der ebenfalls republikanische Herausforderer Dan J. Sullivan an. (zu dpa: «Zwei Midterms-Kandidaten heißen gleich: Alaska prüft Klage») Foto: Haven Daley/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Ein Musterwahlzettel für die Senatswahl in Alaska. Um den Posten konkurrieren zwei Sullivans.

Haven Daley/AP/dpa
  • Auf Alaskas Stimmzettel stehen zwei gleichnamige Kandidaten für den Senat – beide Dan Sullivan.
  • Der Republikaner Dan „S.“ Sullivan ist Amtsinhaber, der Unabhängige Dan „J.“ Sullivan Gegner Trumps.
  • Republikaner fürchten Verwechslung, die der Demokratin Mary Peltola nutzen könnte.
  • New York Times: Peltola-Mitarbeiter sollen Sullivans Kandidatur mit angestoßen haben.
  • Alaskas Gouverneur Mike Dunleavy ordnete eine Untersuchung der Vorgänge an.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Donald Trump hat ja bekanntermaßen einen Hang zu Verschwörungstheorien. Die von der „geklauten Wahl“ 2022 ist nur die bekannteste davon. Wenn der US-Präsident nun von einem „drohenden Verbrechen“ und einer „Tragödie“ spricht, die da bei den Zwischenwahlen in Alaska auf ihn zukommen, dann könnte man geneigt sein, dies in die Kategorie Hirngespinst einzuordnen. Recherchen der New York Times haben nun aber ergeben, dass die präsidiale Aufregung durchaus eine gewisse Berechtigung haben könnte.

Seit zehn Jahren für die Republikaner im Senat

Seit mehr als zehn Jahren vertritt der Republikaner Dan „S.“ Sullivan den Bundesstaat Alaska im US-Senat. Auch für die kommenden Midterms hoffte er auf seine Wiederwahl, und das nicht unberechtigt. Doch dann tauchte da plötzlich ein weiterer Kandidat auf den Stimmzetteln auf. Der unabhängige Dan „J.“ Sullivan.

US-POLITICS-TRUMP: US President Donald Trump shakes hands with US Senator Dan Sullivan (R-AK) during a campaign rally at Curtis D. Menard Memorial Sports Center in Wasilla, Alaska, on October 13, 2026. (Photo by Kent NISHIMURA / AFP)

Donald Trump unterstützt Senator Dan Sullivan .

KENT NISHIMURA/afp

Sullivan II ist ein pensionierter Lehrer und im Gegensatz zum Amtsinhaber ein klarer Gegner des US‑Präsidenten. Dieser schäumt vor Wut, und wittert Verwechslungsgefahr. Völlig ausgeschlossen ist das nicht. Bei der letzten Bundestagswahl soll das Bündnis Deutschland (BD) wegen der Namensähnlichkeit zum BSW Stimmen abgegriffen haben, die der damals noch nach Parteigründerin Sahra Wagenknecht benannten Partei letztlich fehlten. Ähnliches fürchten die Republikaner in Alaska. Bekommt der „falsche“ Sullivan zu viele Stimmen, könnte das der demokratischen Kandidatin Mary Peltola helfen.

Umfragen sagen voraus, dass es knapp wird. Peltola ist in der Politik keine Unbekannte. Sie vertrat ihren Bundesstaat bereits in Washington, allerdings nicht im Senat. Sie setzte sich vor vier Jahren bei der Abstimmung über einen Sitz im US-Repräsentantenhaus gleich zweimal gegen Sarah Palin durch und wurde so auch über die Grenzen von Alaska hinweg bekannt.

Diese Bekanntheit könnte zunehmen, und den Demokraten schaden. Nach einem Bericht der New York Times sollen Mitarbeiter Peltolas maßgeblich daran beteiligt gewesen sein, dass Sullivan II seinen Hut ins Rennen geworfen hat. Eine ehemals enge Mitarbeiterin der demokratischen Kandidatin sagte der Zeitung, dass ihre Chefin davon gewusst habe. Der Gouverneur von Alaska, Mike Dunleavy, hat nun an diesem Donnerstag eine Untersuchung der Angelegenheit angeordnet.