Wahldebakel für Donald Trump
: Spitzendiplomat: US-Wahlergebnis ist „riesige Chance“ für Europäer

Als Chef der Münchner Sicherheitskonferenz hat Wolfgang Ischinger viele Krisen erlebt. Jetzt sieht er den Anfang vom Ende der MAGA-Bewegung Donald Trumps gekommen. Und empfiehlt, bald Flüge zu buchen.
Von
dpa
München
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Wolfgang Ischinger, Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC), spricht mit Mitarbeitern vor der Pressekonferenz in der Bundespressekonferenz. (Archivbild)

Kay Nietfeld/dpa
  • Wolfgang Ischinger sieht das US-Zwischwahlergebnis als „riesige Chance“ für Europa.
  • Er erwartet den Anfang vom Ende der MAGA-Bewegung und erkennt erste Absetzungsbewegungen.
  • Europa solle ab Januar viele Kontakte zu neuen Senatoren und Abgeordneten in Washington knüpfen.
  • Ischinger empfiehlt, zahlreiche US-Parlamentarier zur Sicherheitskonferenz nach München einzuladen.
  • Ziel ist auch, Abgeordnete in die Ukraine zu bringen – „die haben ja keine Ahnung, was Krieg ist“.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Der deutsche Spitzendiplomat Wolfgang Ischinger sieht das Ergebnis der Zwischenwahlen in den USA als „riesige Chance“ für Europa – und möglichen Anfang vom Ende der MAGA-Bewegung von Donald Trump. Der US-Präsident habe unter dem Leitspruch „Make America Great Again“ eine „ganz besondere Art von Herrschaft“ ausgeübt, deren Fundament nun bröckele, sagte der langjährige Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz dem Deutschlandfunk. „Ich würde mal die Prognose wagen, dass wir in einigen wenigen Jahren von der MAGA-Bewegung als einer Sache sprechen, die eben in den 2020er Jahren eine Rolle spielte und dann wieder verschwunden ist.“

Erste Absetzungsbewegungen seien bereits erkennbar - nicht nur bei Vizepräsident JD Vance, der sich offenbar schon als Trumps Nachfolger für die Präsidentenwahl 2028 in Stellung bringe. Die Übergangsphase bis dahin und den Machtwechsel im US-Parlament sollten sich Deutschland und die anderen europäischen Staaten gezielt zunutze machen, empfiehlt Ischinger.

„Keine Ahnung, was Krieg wirklich ist“

„Wir haben ab Januar, wenn dieser neue Kongress zusammentritt, eine riesige Chance, mit einer relativ bedeutenden Zahl von ganz neuen Senatoren, mit einer relativ noch bedeutenderen Zahl von ganz neuen Mitgliedern (…) des Repräsentantenhauses Kontakt aufzunehmen“, sagte der 80‑Jährige. Unter diesen Vorzeichen sei es ratsam, so viele Abgesandte wie möglich nach Washington zu schicken und dort ins Gespräch zu kommen – mit Abgeordneten, mit der Zivilgesellschaft und parallel auch mit der Trump-Regierung.

Möglichst viele der neuen US-Senatoren, die mit Außen, Sicherheits- und Verteidigungspolitik zu tun haben werden, wolle er auch zur nächsten Sicherheitskonferenz im Februar nach München einladen - und nicht nur dorthin. „Wir müssen dafür sorgen, dass möglichst viele amerikanische Abgeordnete mal die Ukraine besuchen“, sagte Ischinger. „Die haben ja keine Ahnung, was Krieg wirklich ist.“