Wegen Kriegsverbrechen
: Syriens Ex-Präsident Assad zum Tode verurteilt

Er hat das Land in einen Bürgerkrieg gestürzt und ist brutal gegen die eigene Bevölkerung vorgegangen. Nun verhängen die neuen Machthaber die Todesstrafe gegen Baschar al-Assad. Vollstreckt werden kann sie aber nicht.
Von
dpa
Damaskus
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FILES-SYRIA-POLITICS-JUSTICE-ASSAD: (FILES) Syria's President Bashar al-Assad speaks during a press conference with Iraq's Prime Minister in Damascus on July 16, 2023. A Syrian court sentenced former ruler Bashar al-Assad in absentia to death on August 11, 2026, accusing him of "war crimes" and "crimes against humanity" after the outbreak of the country's civil war in 2011. The ruling is the first under the transitional authorities who this year began trying figures from the former government, both in person and in absentia. (Photo by LOUAI BESHARA / AFP)

Assad hält sich derzeit in Russland auf (Archivbild).

LOUAI BESHARA/afp
  • Syrisches Gericht verurteilt Ex-Präsident Baschar al-Assad in Abwesenheit zum Tode.
  • Vorwürfe: vorsätzlicher Mord, Folter, willkürliche Haft und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
  • Auch Mahir al-Assad und Cousin Atef Nadschib erhalten Todesurteile – Verfahren in Damaskus.
  • Urteil wurde im Staatsfernsehen verlesen, vor dem Justizpalast gab es Jubel und Freudenschreie.
  • Assad hält sich in Russland auf, eine Auslieferung bleibt aus, Vollstreckung gilt als unwahrscheinlich.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ein syrisches Gericht hat den gestürzten Präsidenten des Landes Baschar al-Assad in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Ihm wurde vorsätzlicher Mord an mehreren Menschen, Folter, willkürliche Inhaftierung und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen. Assad hält sich derzeit in Russland auf, das ihn bislang nicht an Syrien ausgeliefert hat. Das Urteil des vierten Strafgerichts in der Hauptstadt Damaskus wurde live im syrischen Staatsfernsehen verlesen.

Neben Assad wurde ebenfalls sein Cousin Atef Nadschib zum Tode verurteilt. Nadschib ist ein Cousin Assads. Als früherer Chef für Sicherheit in der südlichen Stadt Daraa wurden ihm laut Anklage Verbrechen gegen das syrische Volk vorgeworfen, darunter „systematischer Massenmord“ und willkürliche Verhaftungen. In Daraa hatten 2011 die friedlichen Aufstände gegen Assad begonnen, nachdem Jugendliche regierungskritische Graffiti an die Wände ihrer Schule gesprüht hatten und festgenommen wurden. Daraus entwickelte sich der fast 14-jährige Bürgerkrieg. Nadschib ist eine der wenigen Schlüsselfiguren der Assad-Regierung, die selbst in Syrien vor Gericht steht.

Jubel vor dem Gerichtsgebäude

Auch Assads Bruder Mahir al-Assad sowie weitere Vertreter der gestürzten Regierung wurden in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Ihnen wurden vorsätzlicher und geplanter Mord sowie Folter mit Todesfolge zur Last gelegt.

Vor dem Justizpalast in Damaskus versammelten sich während der Urteilsverkündung Dutzende Menschen. Nach dem Todesurteil gegen Nadschib brachen Jubel und Freudenschreie aus, wie ein dpa-Reporter vor Ort berichtete. Einige Menschen hielten Bilder von Personen hoch, deren Tod Nadschib vorgeworfen wird. Auch in Daraa hat es Augenzeugenberichten zufolge Freudenbekundungen gegeben.

Die Verfahren sind Teil einer Reihe von Prozessen gegen prominente Vertreter der früheren syrischen Assad-Regierung. Als die Rebellenallianz im Dezember 2024 kurz vor der Hauptstadt Damaskus stand, floh Machthaber Assad mit seiner Familie nach Russland. Berichten zufolge soll sich sein jüngerer und als brutaler „Schlächter“ bekannter Bruder Mahir ebenfalls nach Moskau abgesetzt haben. Bisher scheint eine Vollstreckung der Strafen unwahrscheinlich. Sollten sie jemals gefasst oder ausgeliefert werden, wartet auf sie in Damaskus umgehend der Strafvollzug oder ein neuer Prozess.