Abstiegskampf Fußball-Landesliga
: TSV Plattenhardt setzt auf junge Wilde und der MTV Stuttgart vermeldet Abgänge

An diesem Sonntag stehen beide Mannschaften vor wichtigen Heimspielen. Kommt im Kampf gegen den Abstieg zudem eine unverhoffte Hilfe von außerhalb?
Von
Franz Stettmer
Stuttgart
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Der Plattenhardter Spielertrainer Pierre Eiberger kündigt Umstellungen an. Unter anderem Othniel Boketsu (links) könnte unter den jungen Spielern profitieren.

Archiv/Günter Bergmann

Sieben Spieltage noch in dieser Saison der Fußball-Landesliga – sieben Gelegenheiten für den TSV Plattenhardt und den MTV Stuttgart, im Tabellenkeller noch eine Wende herbeizuführen. Vor ihren Heimpartien an diesem Sonntag stehen beide auf Abstiegsplätzen. Kommt am Ende womöglich auch Hilfe aus einer Richtung, die bislang keiner auf dem Zettel hatte?

Lange Zeit schien die Sache wie in Stein gemeißelt: mindestens drei Direktabsteiger, vielleicht sogar vier. Zu schlecht war die Tabellensituation in der übergeordneten Verbandsliga, als dass mit etwas anderem hätte gerechnet werden können. Inzwischen hat sich der Wind gedreht. Mit den jüngsten Siegen der klassenhöheren Kickerkollegen von Calcio Leinfelden-Echterdingen, des TSV Weilimdorf und des FC Esslingen darf eine neue Hoffnung aufkeimen, wenn auch zum jetzigen Zeitpunkt noch recht vage. Fakt ist: Sollte im württembergischen Oberhaus am Ende kein Team des Landesliga-2-Staffelgebiets einen Direktabstiegsplatz belegen, hieße das eben für die Landesliga, dass es in dieser einen Absteiger weniger gibt. Die Zahl würde sich dort auf zwei reduzieren (Stand jetzt MTV Stuttgart und FV Sontheim) und der Tabellenvierzehnte (Stand jetzt TSV Plattenhardt) ginge in die Relegation.

Freilich: viel Hätte, Wäre, Wenn. Alles Konjunktiv. Und für eine etwaige Rettung müssen die Wackelkandidaten aus dem Weilerhau und vom Kräherwald so oder so auch selbst noch einiges beisteuern.

TSV Plattenhardt – TSV Ehningen (Sonntag, 15 Uhr)

Der Kontrast könnte kaum größer sein. Auf der einen Seite die Torknauserer des TSV Plattenhardt, die in 23 Saisonspielen gerade einmal 25 Treffer zustande gebracht haben. Auf der anderen Seite die Torfabrik des TSV Ehningen, deren Mannschaft allein an den vergangenen beiden Spieltagen 13-mal eingenetzt hat. 7:2 in Sontheim, 6:3 gegen den TSV Köngen. Letzterer war bis dahin noch Tabellenführer, ehe ihm die Bälle um die Ohren flogen.

Warum den Gastgebern also ausgerechnet an diesem Wochenende der Umschwung gelingen soll? Der Spielertrainer Pierre Eiberger sieht es trotzig so: „Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass in dieser Liga jeder jeden schlagen kann.“ Bewusst ist indes auch ihm, dass es hierfür nach zuletzt drei Niederlagen mitsamt dem jüngsten Derby-1:3 in Echterdingen eine deutliche Steigerung brauchen wird. Das bisherige Problem laut Eiberger: „Unsere ersten Halbzeiten sind ja jedes Mal ordentlich, hinten raus geht dann aber gar nichts mehr.“ Und Flaute ist eh ein jedes Mal.

Gegen Letzteres will der Coach nun sowohl mit einer Systemumstellung als auch mit personellen Veränderungen ankämpfen. Die Tendenz geht weg von der Abwehr-Dreier- respektive Fünferkette zu einer defensiven Viererreihe. Und vorne dürfte anders als bisher der ein oder andere der „jungen Wilden“, wie Eiberger sie benennt, seine Einsatzchance erhalten. Sprich: Symeon Moll, Mark Hörz und Othniel Boketsu – dies auch mangels Alternativen. Denn das unter Eiberger bisher gesetzte Angriffsduo fällt aus. Ekrem Servi, der wie berichtet vor einem Wechsel zum Staffelrivalen TSV Bernhausen steht, leidet unter Schambeinproblemen. Und Fabijan Krpan hat vor Wochenfrist bei einem Zusammenprall einen Nierenriss erlitten. Der Youngster ist bereits operiert. Die Saison dürfte für ihn vorzeitig beendet sein.

Dagegen steht Eiberger selbst nach mehrwöchigen Rückenbeschwerden vor einem Startelf-Comeback. Was er als Mutmacher nimmt: Vielen Mannschaften ist es in dieser Saison noch nicht gelungen, gegen den Tabellenvierten Ehningen ohne Gegentor vom Rasen zu gehen – eine waren aber just die Plattenhardter bei ihrem Hinspiel-0:0.

Hinter den Kulissen steht unabhängig von der künftigen Ligazugehörigkeit ein erster Neuzugang fest: Luca Vochazer (23, linker Verteidiger) wird vom Neckar/Fils-Bezirksligisten TSV Oberboihingen nach Plattenhardt wechseln.

MTV Stuttgart – FV Neuhausen (Sonntag, 15 Uhr)

Neuzugang Nummer eins derweil auch beim MTV Stuttgart: Paolo Carbone (25, Mittelfeld) wird im Sommer nach einem Jahr aus seiner Heimat Italien zurückkehren. Auch sonst hat der Tabellenvorletzte bei seinen Personalplanungen Fortschritte gemacht. 14 Spieler des aktuellen Kaders haben für eine weitere Saison zugesagt, darunter vor allem wie berichtet der Kapitän und Torjäger-Oldie Raphael Hahn. Außerdem: die Torhüter Wegner und Wagner sowie die Feldspieler Chelidonopoulos, Gaiser, Mägerle, Wiese, Baldi, Flach, Henschke, Hug, Rudolph, Triantafillou und Lukic.

Demgegenüber sind inzwischen vier Abgänge fix: Außer Mertcan Özocak (TSV Bernhausen) und Philipp Weippert (Karriereende) steigen auch die Defensivkräfte Sebastian Oehme und Lion Janzen aus. Sie wechseln beide zum Staffelrivalen TSV Ehningen. Bleiben darüber hinaus einige Fragezeichen-Kandidaten, mit denen laut dem Spielleiter Luca Luchetta noch Gespräche laufen. Beispiel Filip Primorac, der aus beruflichen und familiären Gründen überlegt – er wäre freilich einer der Eckpfeiler.

Lion Janzen verlässt den MTV Stuttgart.

Foto: Archiv/Günter Bergmann

Auf dem Rasen haben sich die Kräherwald-Kicker indes mit ihrem jüngsten 3:1-Überraschungssieg in Bad Boll selbst wieder ein Hoffnungslichtlein angeknipst, auch wenn der Trainer Björn Lorer deswegen nicht gleich neue Rechnungen aufmachen will. „Der Rückstand ist immer noch groß. Und es muss nach wie vor viel passieren, wenn wir den Bock noch umstoßen wollen“, sagt er. Ein weiterer Erfolg an diesem Sonntag zuhause gegen den ebenfalls gefährdeten FV Neuhausen ist dabei fast schon Pflicht. Lorers Devise: „ Die nächsten drei Punkte holen und dann peu à peu schauen.“

Personell ergibt sich für ihn eine ungewohnte Situation: Fast alle Spieler seines Kaders stehen ihm zur Verfügung. Die wenigen Ausnahmen: Daniel Rudolph (Leistenprobleme), Din Redzic (Zerrung) und der Langzeitverletzte Egzon Sufaj (Knorpelschaden).

SC Geislingen – TSV Bernhausen (Samstag, 15.30 Uhr)

Vorschau siehe hier.

1. FC Eislingen – TV Echterdingen (Samstag, 15.30 Uhr)

Vorschau siehe hier.