Argentinien vs. England
: Was stand auf dem Plakat und was bedeutet es?

Was stand auf dem Plakat der Argentinier und was hat der Spruch zu bedeuten? Das erfahren Sie hier.
Von
Lukas Böhl
Berlin
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WM 2026 - England - Argentinien: 15.07.2026, USA, Atlanta: Fußball, Männer, WM 2026, England - Argentinien, Halbfinale, Atlanta-Stadion. Die argentinischen Spieler halten nach ihrem Sieg ein Transparent mit der Aufschrift «Las Malvinas son Argentinas» (deutsch: «Die Malvinas gehören zu Argentinien») hoch. Foto: Nick Potts/PA Wire/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

WM 2026 - England - Argentinien: 15.07.2026, USA, Atlanta: Fußball, Männer, WM 2026, England - Argentinien, Halbfinale, Atlanta-Stadion. Die argentinischen Spieler halten nach ihrem Sieg ein Transparent mit der Aufschrift «Las Malvinas son Argentinas» (deutsch: «Die Malvinas gehören zu Argentinien») hoch. Foto: Nick Potts/PA Wire/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Nick Potts/PA Wire/dpa

Nach dem dramatischen WM-Halbfinale zwischen Argentinien und England sorgte nicht nur das sportliche Ergebnis für Gesprächsstoff. Während der Feierlichkeiten auf dem Spielfeld hielten mehrere argentinische Spieler ein weißes Plakat mit der Aufschrift „Las Malvinas son Argentinas“ hoch.

Auf Deutsch bedeutet der Satz sinngemäß: „Die Falklandinseln gehören zu Argentinien“. Damit brachten die Spieler einen politischen Gebietsanspruch zum Ausdruck, der seit Jahrzehnten für Spannungen zwischen Argentinien und Großbritannien sorgt.

Politische Botschaft nach dem Halbfinalsieg

Argentinien hatte England im Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft mit 2:1 besiegt. Nach dem Schlusspfiff gelangte das Plakat offenbar von argentinischen Anhängern zu den Spielern. Mehrere Mitglieder der Mannschaft präsentierten es anschließend während der Siegesfeier auf dem Rasen.

Die Aktion wurde besonders in Großbritannien als gezielte Provokation wahrgenommen. Die Falklandinseln sind ein britisches Überseegebiet im Südatlantik, werden von Argentinien jedoch unter der Bezeichnung „Islas Malvinas“ beansprucht.

Was steckt hinter dem Falkland-Konflikt?

Der Streit um die Inselgruppe reicht weit zurück. Im Jahr 1982 besetzten argentinische Streitkräfte die Falklandinseln. Großbritannien reagierte militärisch und erlangte nach einem rund zehnwöchigen Krieg wieder die Kontrolle über das Gebiet. Bei den Kämpfen starben insgesamt mehr als 900 Menschen.

Bis heute betrachtet die argentinische Regierung die Inseln als Teil des eigenen Staatsgebiets. Großbritannien verweist dagegen auf das Selbstbestimmungsrecht der dort lebenden Bevölkerung. Der Konflikt ist deshalb nicht nur ein diplomatisches Thema, sondern besitzt in beiden Ländern eine starke emotionale und historische Bedeutung.

Deutliche Kritik bei BBC Breakfast

Auch die britische Politik reagierte auf das Plakat. Wirtschaftsminister Peter Kyle bezeichnete die Aktion im BBC-Frühstücksfernsehen BBC Breakfast als „völlig unangemessen“. Politik dieser Art gehöre nicht in ein Fußballstadion, erklärte der Minister. Zugleich sprach er sich dafür aus, dass der Weltverband FIFA den Vorfall untersucht.

Der frühere englische Nationalspieler Peter Reid, der beim legendären WM-Viertelfinale gegen Argentinien im Jahr 1986 auf dem Platz gestanden hatte, kritisierte das Plakat bei BBC Breakfast ebenfalls als „inakzeptabel“.

Droht Argentinien eine Strafe?

Politische, religiöse oder ideologische Botschaften sind bei offiziellen FIFA-Veranstaltungen grundsätzlich stark eingeschränkt. Deshalb könnte das Zeigen des Plakats ein Disziplinarverfahren und eine Geldstrafe für den argentinischen Verband nach sich ziehen.

Ein ähnlicher Vorfall hatte bereits 2014 Konsequenzen. Damals präsentierte die argentinische Nationalmannschaft vor einem Freundschaftsspiel gegen Slowenien ein Banner mit derselben Botschaft. Der argentinische Verband wurde anschließend von der FIFA mit einer Geldstrafe belegt.

Ob die FIFA wegen der aktuellen Aktion tatsächlich ein Verfahren eröffnet oder eine Sanktion verhängt, war zunächst noch nicht offiziell entschieden. Die britische Regierung hat den Weltverband jedoch ausdrücklich zu einer Überprüfung aufgefordert.

Mehr als eine gewöhnliche Fußballrivalität

Begegnungen zwischen Argentinien und England sind traditionell stark aufgeladen. Neben dem Falklandkrieg prägen vor allem frühere WM-Duelle die Rivalität. Besonders bekannt ist das Viertelfinale von 1986, in dem Diego Maradona zunächst mit der sogenannten „Hand Gottes“ und anschließend mit einem der berühmtesten Tore der Fußballgeschichte traf.