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: Stuttgarts Sportler des Jahres – das sind die Nominierten

Stuttgart zeichnet seine Sportlerinnen, Sportler und Mannschaften des Jahres 2024 aus. Eine Jury hat vorab die Nominierten bestimmt. Das sind sie!
Von
Dirk Preiß
Stuttgart
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  • Sechs von insgesamt neun Nominierten der Stuttgarter Sportlerwahl: Alina Kenzel, Leo Neugebauer, Darja Varfolomeev (oben, v. li.), Niko Kappel, der VfB Stuttgart, Allianz MTV Stuttgart (unten, v. li.).

    /Beautiful Sports, Baumann
  • Alina Kenzel ist Kugelstoßerin, tritt für den VfB Stuttgart an und nahm im Sommer 2024 an den Olympischen Spielen teil. Das klingt recht gewöhnlich – die Geschichte der 24-Jährigen aber ist besonders. Als sie auf dem Weg in die Weltspitze war, erkrankte Kenzel zweimal an Corona. Schlimmer noch: Fortan litt sie unter einer Long-Covid-Erkrankung, konnte ein Jahr lang keinen Sport betreiben und hatte auch Mühe, ihren Alltag zu bewältigen. Aber: Sie kämpfte sich eindrucksvoll zurück – und ins Kugelstoß-Finale von Paris, wo sie Neunte wurde. „Ich finde es sehr schön, dass ich nominiert wurde, obwohl ich keine Medaille gewonnen habe“, sagt sie – und betont: „Das ist eine besondere Ehre.“ Jüngst hat sie ihre persönliche Bestleistung um 20 Zentimeter auf 18,89 Meter gesteigert.

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  • Helen Kevric ist bei der Sportlerinnen-Wahl die Titelverteidigerin, wurde im vergangenen Jahr als Stuttgarts beste Sportlerin ausgezeichnet. Im Frühjahr 2024 befand sie sich gerade dabei, sich bei den Erwachsenen zurechtzufinden – und kämpfte mit Vereinskollegin Elisabeth Seitz (beide MTV Stuttgart) um den einen Olympia-Startplatz, der im kleinen deutschen Team noch frei war. Mit starken Leistungen in den Qualifikationswettbewerben setzte sich die damals 16-Jährige durch – und in Paris noch einen drauf. Achte wurde die heute 17-Jährige im Mehrkampffinale, Sechste im Endkampf am Stufenbarren. Vor den Spielen hatte sie bei der Deutschen Meisterschaft den Mehrkampf und Gold am Boden gewonnen.

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  • Darja Varfolomeev war nicht unbedingt ein Geheimtipp auf Olympiagold gewesen – schließlich war die Rhythmische Sportgymnastin hoch dekoriert nach Paris gereist, hatte schon mehrere EM- und WM-Titel im Gepäck. Dieser Favoritenrolle beim größten Wettkampf gerecht zu werden, ist dann aber auch eine zusätzliche Bürde. Beziehungsweise: kann eine sein. Denn Darja Varfolomeev ging hervorragend mit dieser Drucksituation um, zeigte vier beinahe fehlerfreie Übungen und kürte sich so zur ersten deutschen Olympiasiegerin in dieser Sportart. Die heute 18-Jährige wurde dann auch zu Deutschlands Sportlerin des Jahres gewählt, nun könnte ihr diese Ehre auch in Stuttgart zuteil werden (sie trainiert am Olympiastützpunkt Stuttgart/Schmiden). „Ich freue mich sehr über die Nominierung“, sagt sie, „es bedeutet mir viel, dass meine sportlichen Leistungen wertgeschätzt werden und Rhythmische Sportgymnastik bekannter wird.“

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  • Niko Kappel ist Routinier – nicht nur in seiner Disziplin, dem Para-Kugelstoßen. Sondern auch in Sachen Sportlerwahl in Stuttgart. Dreimal hat der kleinwüchsige Athlet die Auszeichnung als Sportler des Jahres schon erhalten. Auf das Jahr 2024 kann er erneut mit Stolz blicken. Gold bei der WM, Silber bei den Paralympics, dazu das Durchbrechen einer Schallmauer. Erstmals in seiner Karriere stieß der mittlerweile 30-Jährige die Kugel auf über 15 Meter. Seinen eigenen Weltrekord verbesserte er um acht Zentimeter auf 15,07 Meter.

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  • Bei der Wahl zu Deutschlands Sportler des Jahres hat Leo Neugebauer das Podium knapp verpasst. Auf Rang vier hatte der Zehnkämpfer gegen drei Olympiasieger das nachsehen. Tatsächlich hat der 24-Jährige in Paris nicht die Goldmedaille gewonnen – Herausragendes hat der Leichtathlet vom VfB Stuttgart dennoch geleistet. Zum einen holte er bei seinen ersten Sommerspielen gleich Silber. Zum anderen verbesserte er seinen eigenen deutschen Rekord auf 8961 Punkte. Ein Ziel fürs neue Jahr ist damit klar: Der Mann, der in den USA lebt und trainiert, greift die 9000-Punkte-Schallmauer an.

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  • Eine Goldmedaille bei den Paralympics zu holen, ist schon grandios. Für Maurice Schmidt kam es im vergangenen Spätsommer in Paris aber noch besser. Der Rollstuhlfechter, der in Stuttgart studiert, durfte bei der Abschlussfeier auch noch die deutsche Fahne ins Stadion tragen. „Vielleicht kann ich in meiner Karriere noch mehr Medaillen gewinnen – aber besser als in Paris wird es nicht mehr. Es war Emotion pur, einfach unglaublich“, erinnert er sich an die für ihn perfekten Tage in der französischen Hauptstadt.

    dpa/Julian Stratenschulte
  • Die Volleyballerinnen von Allianz MTV Stuttgart haben die Wahl schon dreimal für sich entschieden – für eine vierte Auszeichnung haben sie besonders viele Argumente. Denn die Saison 2023/2024 beendete die Mannschaft mit gleich drei gewonnenen Titeln. Den Supercup holte die Mannschaft gleich zu Beginn der Spielzeit, es folgte der Pokalsieg, ehe am Ende auch der Triumph in den Play-offs um die Meisterschaft gelang. Konstantin Bitter, der nun erster Triple-Trainer im deutschen Frauen-Volleyball ist, sagt über die vergangene Saison: „Besser geht es nicht.“ Zumal sein Team auch noch das Viertelfinale in der Champions League erreicht hat. Er ergänzt: „Wir freuen uns sehr über die Nominierung.“

    Pressefoto Baumann/Cathrin M?ller
  • Die Profifußballer des VfB Stuttgart haben in der Saison 2023/2024 keinen Titel gewonnen – aber viele Herzen im Sturm erobert. Im Frühsommer 2023 kämpfte die Mannschaft des Trainers Sebastian Hoeneß noch in der Relegation gegen den Abstieg. In den Monaten danach stürmte das Team mit begeisterndem Fußball zur Vizemeisterschaft und in die Champions League. Die Euphorie um den Club wuchs und wuchs, die Partien in der Königsklasse bewegte im Herbst dann ebenfalls die weiß-roten Massen. „Es ist eine große Ehre für den VfB Stuttgart, dass zusammen mit unseren Topathleten auch unser Bundesliga-Team nominiert wurde“, sagt der Vorstandsvorsitzende Alexander Wehrle, „unsere Mannschaft hat in der Saison 2023/2024 eine Ausnahmesaison gespielt, die alle begeisterte und Stuttgart sowie unsere Region auf Europas Fußballlandkarte zurückbrachte.“

    Pressefoto Baumann/Volker Müller
  • Anja Kosan, Daniella Kromm, Alina Oganesyan, Hannah Vester und Emilia Wickert haben in Paris zwar das Finale verpasst – überhaupt dabei zu sein war für die Gruppe der Rhythmischen Sportgymnastik jedoch schon ein großer Erfolg. Noch in Tokio 2021 war der Deutsche Turnerbund weder mit einer Einzelgymnastin noch mit einem Team bei Olympia vertreten gewesen. Die Gruppe, die am Olympiastützpunkt Stuttgart/Schmiden trainiert, belegte in der Qualifikation von Paris den 13. Platz. „Es ist uns eine Ehre, dass wir für diese Auszeichnung nominiert sind. Bei den olympischen Spielen teilzunehmen ist der Traum jeder Sportlerin und jedes Sportlers. 2024 war für uns ein unvergessliches Jahr“, sagt die Team-Kapitänin Daniella Kromm.

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