Calcio Leinfelden-Echterdingen: Torschusstraining, Spielformen und Zweckoptimismus

Calcios-Abwehrmann Gustavo Vieira (rechts) – hier eine Szene aus dem Hinspiel gegen Holzhausen – ist für das Rückspiel wieder einsatzbereit.
Günter BergmannDie Trainingseinheiten bei Calcio Leinfelden-Echterdingen hatten in den vergangenen zwei Wochen stets ähnliche Inhalte: Torabschluss-Übungen und verschiedene Spielformen, um im letzten Drittel den Mitspieler zu finden und effizienter zu werden. Notwendige Maßnahmen, denn das Toreschießen war bislang nicht die Stärke der Italo-Schaben.
Schon gar nicht bei ihren ersten beiden Auftritten des Jahres. Torjubel dabei? Fehlanzeige. 0:4 hieß es gegen Friedrichshafen, 0:0 gegen den Vorletzten Waiblingen. In der Vorwoche waren die Kicker vom Sportpark Goldäcker spielfrei, konnten also Anschauungsunterricht bei anderen Teams nehmen. Zum Beispiel auch beim FC Holzhausen bei dessen 5:0-Sieg gegen Calcios Vorwochen-Gegner Waiblingen. Und beim Tabellenzweiten aus Holzhausen, der mehr als doppelt so viele Tor erzielt hat, gastiert Calcio am Samstag um 15 Uhr. Obwohl die Angriffswucht – 50 Treffer in 21 Spielen – sich auch bis an die Goldäcker herumgesprochen hat, wurde die „Defensivarbeit im Training vernachlässigt“, sagt Calcio-Co-Trainer Sezgin Karabiyik. Ihr gefährlichster Stürmer Janik Michel, führt die Liga-Schützenliste immer noch mit 18 Toren an – falle ja mit einem Achillessehnenriss aus, sagt Karabiyik, und die Schwächen und Stärken seines Ersatzmannes kenne man ja in- und auswendig. Namentlich Jovan Djermanovic, seines Zeichens Ex-Kapitän von Calcio, bis er kurz vor Ende der Winter-Wechselperiode nach Holzhausen gewechselt ist. (Weiter Infos zum Spiel und über Jovan Djermanovic lesen sie hier).
Doch im Vergleich zur gesamten Calcio-Belegschaft steht auf der Trefferseite für 2026 bei Djermanovic eine zwei. Er ist hat also bislang gut eingeschlagen. Dennoch fährt die Calcio-Belegschaft zum aktuellen Vize um nicht nur das ersten Tor in 2026 zu erzielen, sondern „auch den ersten Dreier zu landen“. Den Beweis dafür müssen Karabiyik-Kicker nun erbringen, damit das Ganze nicht nur eine Wunschvorstellung bleibt. Punkten ist generell wichtig für die Italo-Schwaben, bei der hohen Anzahl an möglichen Absteigern kann der Jetzt-Platz elf den Fall ins Unterhaus bedeuten. Aber immerhin, de personelle Voraussetzungen sehen laut Co-Trainer Karabiyik „gut aus“. Auch die beiden Brasilianer, Angreifer Gustavo Borges da Silva (war angeschlagen) und Linksverteidiger Gustavo Vieira (verletzt gegen Waiblingen), „sind wieder vollkommen hergestellt“.