DFB-Team nach dem WM-Aus: „Bin keiner, der wegläuft - Julian Nagelsmann schließt Rücktritt aus

Bundestrainer Julian Nagelsmann und DFB-Pressesprecherin Franziska Wülle nach dem WM-Aus in Boston.
Federico Gambarini/dpa- Nach dem WM-Aus gegen Paraguay schließt Julian Nagelsmann einen Rücktritt aus.
- Er betont seinen Vertrag bis 2028 – der DFB müsse entscheiden, ob er weitermacht.
- Nagelsmann kritisiert das zurückgenommene Tah-Tor als „Vollskandal“ und bemängelt eigenes Spiel.
- Kai Havertz traf zum 1:1, verschoss dann den ersten Elfmeter und entschuldigte sich.
- Deutschland scheiterte zum dritten Mal in Folge früh bei einer WM, zuletzt im Sechzehntelfinale.
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Kai Havertz war bedient - und das, obwohl er das wichtige 1:1 für die deutsche Mannschaft geköpft hatte. Das reichte allerdings nicht zum Einzug ins Achtelfinale der WM in den USA, in Kanada und in Mexiko. Auch, weil der Stürmer später das Elfmeterschießen mit einem Fehlschuss eröffnete. Das deutsche Nationalteam ist gegen Paraguay ausgeschieden - und damit zum dritten Mal hintereinander bei einer WM früh gescheitert. Havertz meinte: „Ich kann nur eines sagen: Entschuldigung.“
Wenig später wurde der Bundestrainer zur Pleite befragt. Julian Nagelsmann kritisierte den Schiedsrichter für das zurückgenommene Tor von Jonathan Tah in der Verlängerung: „Ein Vollskandal.“ Er sagte: „Leider ist es im Fußball so, dass Mannschaften mit einfachen Mitteln gewinnen können.“ Und er bemängelte die mangelnde Geschwindigkeit in der Spielverlagerung bei seiner eigenen Mannschaft. Natürlich ging es dann auch um seine eigene Zukunft.
Nagelsmann hat das DFB-Team zur EM 2024 geführt, dort kam das Aus im Viertelfinale gegen Spanien - etwas unglücklich, da ein Handelfmeter nicht gepfiffen worden war. Noch viel enttäuschender war nun das Abschneiden bei der WM mit dem Aus im Sechzehntelfinale gegen den Außenseiter aus Südamerika. Kann es da mit Julian Nagelsmann weitergehen.
„Als Trainer sitzt du immer mit im Boot“, sagte er, „ich kreide mir das genauso an wie jeder Spieler.“ An einen Rücktritt denkt der frühere Coach der TSG Hoffenheim, von RB Leipzig und des FC Bayern aber nicht. „Ich stehe zur Verfügung. Ich bin keiner, der wegläuft“, erklärte Nagelsmann, der noch einen Vertrag bis 2028 besitzt. „Wenn der DFB das möchte, mache ich die EM 2028. Wenn der DFB das nicht möchte, muss er mir das sagen.“ Die EM in zwei Jahren findet in Großbritannien und Irland statt.


Der Traum vom fünften Stern erweist sich als Illusion. Jetzt braucht es einen Neuanfang, kommentiert unser WM-Reporter Carlos Ubina.