Italiens Mario Balotelli (rechts) bejubelt sein Tor im EM-Halbfinale 2012 in der Bodybuilder-Pose.
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1984 - Zum ersten Mal werden bei einer Europameisterschaft Halbfinals zwischen den Erstplatzierten der beiden Vorrundengruppen ausgetragen. Der Gastgeber und spätere Europameister Frankreich (im Bild Michel Platini nach seinem Siegtreffer) besiegt Portugal nach Verlängerung, im zweiten Halbfinale schlägt Spanien nach Elfmeterschießen Dänemark.
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1988 – Die Niederländer bewältigen ihr Deutschland-Trauma und schlagen den EM-Gastgeber im Halbfinale von Hamburg mit 2:1. Für einen Eklat sorgt der heutige Bondscoach Ronald Koeman, der sich nach Schlusspfiff mit dem Trikot von Deutschlands Olaf Thon den Hintern abwischt. Den Titel holen sich die Niederlander dennoch, sie besiegen im Finale die Sowjetunion mit 2:0.
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1992 – Vier Jahre später muss Oranje eine empfindliche Niederlage wegstecken. Gegen die Außenseiter-Truppe aus Dänemark unterliegen die favorisierten Niederländer nach Elfmeterschießen. Ausgerechnet der Weltfußballer von 1992, Marco van Basten, verschießt den entscheidenden Elfmeter. Der Rest ist Geschichte: Dänemark bezwingt im Finale die deutsche Mannschaft mit 2:0 und das „Danish Dynamite“ wird sensationell Europameister.
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1996 – Der Beginn eines Traumas: Bei der EM im eigenen Land verliert Gastgeber England gegen die deutsche Mannschaft wie schon bei der Weltmeisterschaft 1990 nach Elfmeterschießen. Der heutige englische Nationaltrainer Gareth Southgate verschießt den entscheidenden Elfmeter, Deutschlands Torhüter Andreas Köpke (links) jubelt. Keines der folgenden vier Elfmeterschießen bei großen internationalen Wettbewerben werden die Engländer gewinnen. Erst bei der WM 2018 brechen die „Three Lions“ gegen Kolumbien diesen Fluch.
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2000 – Apropos verschossene Elfmeter: Zwei Mal haben die Niederländer im Halbfinale ihrer Heim-EM gegen Italien bereits in der regulären Spielzeit vom Punkt vergeben. Im Elfmeterschießen kommen drei weitere Fehlschüsse hinzu (im Bild: Jaap Stam, der den Ball an die Latte hämmert). Italien vergibt nur ein Mal und zieht ins Finale ein. Dort unterliegen die Italiener Frankreich mit 1:2 per Golden Goal durch David Trezeguet.
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2004 – Der krasse Außenseiter Griechenland geht bei der EM 2004 in mehrfacher Hinsicht in die Geschichte ein. Nicht nur, weil die Mannschaft von Otto Rehhagel sensationell den Titel holt. Im Halbfinale gegen Tschechien erzielt Traianos Dellas (Mitte, Nummer 5) zudem das erste und einzige „Silver Goal“ der Fußball-Geschichte. Erst 2002 hat die UEFA diese Regelung eingeführt, wonach nach einem Tor in der Verlängerung nur die jeweilige Halbzeit noch zu Ende gespielt wird. Nach der EM 2004 wird sie wieder abgeschafft. Seither werden K.-o.-Spiele bei Europameisterschaften bei Gleichstand nach 90 Minuten über Verlängerung und Elfmeterschießen entschieden.
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2008 – Gleich drei Mal erzielen die Türken bei der EM entscheidende Tore in der Nachspielzeit. Im Halbfinale werden sie von Deutschland mit ihren eigenen Waffen geschlagen. Philipp Lahm trifft in letzter Sekunde zum 3:2-Sieg. Das Finale verlieren die Deutschen später mit 0:1 gegen Spanien.
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2012 – Ein ikonisches Bild: Soeben hat Italiens Mario Balotelli das 2:0 im EM-Halbfinale gegen Deutschland erzielt, beim Jubel lässt er seine Muskeln sprechen. Ein Bild, das ebenfalls blieb: Die Tränen des italienischen Stürmers nach dem verlorenen Finale gegen Spanien.
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2016 – Zum bislang letzten Mal findet das Halbfinale bei einem großen Turnier mit deutscher Beteiligung statt. Der amtierende Weltmeister verliert ersatzgeschwächt mit 0:2 gegen Gastgeber Frankreich. Für die Franzosen endet der Traum vom Titel im Finale – Portugal schlägt die Équipe Tricolore nach Verlängerung.
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2021 – Ein kontroverser Elfmeter bringt England ins EM-Finale. Raheem Sterling geht nach leichter Berührung zu Boden, zudem liegt während der Situation ein zweiter Ball auf dem Feld. Den Strafstoß verschießt Harry Kane sogar, ist aber zum Nachschuss zur Stelle und schießt England ins Finale. Dort verlieren die Engländer gegen Italien – mal wieder nach Elfmeterschießen.
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Es lief die 36. Spielminute im EM-Halbfinale 2012, als ein langer Ball von Italiens Riccardo Montolivo für Konfusion in Deutschlands Hintermannschaft sorgte. Plötzlich lief Sturmtank Mario Balotelli mutterseelenallein aufs deutsche Tor zu, Philipp Lahm hechelte hinterher, konnte den Abschluss aber nicht mehr verhindern. Auch Torhüter Manuel Neuer war gegen den Strahl, den Balotelli in den Winkel hämmerte, völlig machtlos. Ein traumhaftes Tor, das rückblickend im Vergleich zum folgenden Jubel fast ein wenig unterging. Denn der italienische Stürmer sprang nicht etwa freudig durch die Luft oder ließ sich einfach nur von seinen Mitspielern feiern. Balotelli riss sich das Trikot vom Leib, drehte den Rücken zu den Fans und präsentierte seinen gestählten Körper wie ein Bodybuilder.
Einer der ikonischsten Momente der EM-Historie, in der gerade die Halbfinals immer wieder ihre eigenen Geschichten schrieben. Sei es der Eklat von Hamburg 1988, als sich der heutige Bondscoach Ronald Koeman nach dem Sieg über Deutschland mit dem Trikot von Olaf Thon den Hintern abwischte. Oder das Fehlschuss-Festival von Amsterdam im Jahr 2000, als die Niederländer gegen Italien in regulärer Spielzeit und Elfmeterschießen gleich fünf Mal vom Punkt vergaben. Oder Otto Rehhagels Griechen, die 2004 gegen Tschechien das erste und einzige Silver Goal der Geschichte erzielten.
Gareth Southgates bitterer EM-Moment
Auch die diesjährigen Halbfinals zwischen Spanien und Frankreich (Dienstag, 21 Uhr) sowie den Niederlanden und England (Mittwoch, 21 Uhr) haben das Potenzial, denkwürdige Momente zu schaffen. Der englische Nationaltrainer Gareth Southgate war 1996 sogar schon an einem beteiligt – wenn auch auf eine für ihn unerfreuliche Weise durch einen verschossenen Elfmeter gegen Deutschland. In unserer Bildergalerie blicken wir auf dieses und weitere besondere Duelle zurück.