Softball: WM-Finale: Bonn Capitals bleiben der kapitale Gegner

Es hat nicht gereicht: Die Softballerinnen der Stuttgart Reds müssen sich mit der deutschen Vizemeisterschaft begnügen.
Iris Drobny/CFZum ersten Mal in der Vereinsgeschichte sind die Softballerinnen der Stuttgart Reds ins Finale um die deutsche Meisterschaft eingezogen. So groß die Freude darüber auch war, so groß war nach dem Finale dann die Ernüchterung. In der im Stadion Rheinaue in Bonn ausgetragenen Best-of-Three-Spielserie unterlagen die Reds am Samstag den Bonn Capitals mit 9:11 und 2:5. Ein etwaiges Entscheidungsspiel am Sonntag wurde dadurch hinfällig.
Aber genau darauf wurde im Stuttgarter Lager gesetzt. Denn nach den nationalen Statuten ist im Rahmen der Serie im ersten Spiel ausschließlich eine europäisch-stämmige Pitcherin erlaubt. Erst im zweiten Spiel der Serie darf eine Pitcherin aus den USA, dem Softball-Mutterland, eingesetzt werden – und hierfür waren die Bonner Capitals mit ihrer Pitcherin Savannah Henley als favorisiert eingeschätzt. „Das Erreichen von Spiel drei war unser Game-Plan“, sagte der sportliche Leiter Christoph Manske völlig heiser und ausgepumpt nach der enttäuschenden zweifachen Niederlage. „Doch jetzt stehen wir unglücklich und mit leeren Händen da. Es wäre mehr drin gewesen.“
Der Knackpunkt der Finalserie war der Auftakt. Die Capitals zogen innerhalb der ersten drei Innings auf 10:1 davon. Doch trotz des Traumstartes der Gastgeberinnen kämpften sich die Gäste in die Partie. Die Schlussphase verlief hoch spannend – mit dem glücklicheren Ende für Bonn.
Spiel zwei begann ähnlich, doch diesmal führten die Reds. Aber dann setzte sich die Qualität von Pitcherin Savannah Henley durch, die der Gäste-Offensive kaum noch Chancen ließ. Statt die Entscheidung in einem dritten Spiel zu finden, endete für die Reds die erste Finalteilnahme um die deutsche Meisterschaft am frühen Samstagabend in der Spätsonne, während die Bonner Capitals mit ihren Anhängern bereits den zweiten nationalen Titel nach 2022 feierten.
Für die Stuttgarterinnen war das Hotel natürlich bereits gebucht. Und so verbrachte das Team auch den Abend in Bonn. „Wir müssen ja unseren Kummer ertränken“, sagte Manske. Prost auf den Trost: Ein gemeinsames Abendessen der Mannschaft mit ihren Betreuern und mitgereisten Fans sollte die Tränen trocknen.
Tja, irgendwie sind die Bonnerinnen für die Stuttgart Reds wie ein rotes Tuch. Im vergangenen Jahr ist das Stuttgarter Team um Spielertrainerin Hope Cornell im Finale um den Deutschland-Pokal auch an den Bonn Capitals gescheitert. Das kann, ja das soll sich schon am kommenden Wochenende ändern. Denn nach einem Ausflug nach Ladenburg am Freitag zur Titelverteidigung im baden-württembergischen Pokal reist der Stuttgarter Tross erneut an den Rhein. Als frisch gebackener Vizemeister hat sich die Mannschaft direkt für das Finale um den Deutschland-Pokal qualifiziert, welches in Neunkirchen ausgetragen wird. „Ein Titel muss jetzt unbedingt her. Die Mannschaft soll sich für die lange Saison endlich belohnen“, sagte Christoph Manske. Klar, eine Siegesfeier ist in einem Hotel auch weitaus angenehmer, als das Verdauen einer Finalniederlage.
Warum Finale in Bonn?
Austragungsort
Da Softball im Freien gespielt wird, werden die Deutschen Meisterschaften und der Deutschland-Pokal kurz hintereinander zum Saisonende ausgetragen. Der Austragungsort für die DM wechselt. In ungeraden Jahren ist der Tabellenerste der Bundesliga Nord am Zug, in ungeraden Jahren darf der Tabellenführer der Bundesliga Süd das Finale austragen.