Trotz Kantersieg gegen HSV
: VfB-Fans gespalten: „Gottlos, wie viele Chancen wir hier liegen lassen“

Der VfB feiert einen Kantersieg gegen den HSV. Doch die Fans sind zwiegespalten: Die einen bejubeln die starke Leistung, die anderen verzweifeln am Chancenwucher.
Von
Jonas Schöll
Stuttgart
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  • Der VfB Stuttgart siegt auch gegen den HSV – doch die Fans üben auch Kritik.

    AFP
  • Der VfB mit Trainer Sebastian Hoeneß empfing am Sonntag ...

    Baumann/Julia Rahn
  • ... den Hamburger SV mit Trainer Merlin Polzin.

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  • Vor der Partie sorgten die VfB-Fans mit einer tollen Choreo für Gänsehaut.

    Baumann/Volker Mueller
  • Chema Andrés ersetzte Kapitän Atakan Karazor, der wegen einer Gelbsperre fehlte.

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  • Der VfB kontrollierte die Partie von Anfang an und ging in Minute 21 nach einem starken Angriff durch Angelo Stiller in Führung.

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  • Das Heimteam blieb am Drücker. Der Lohn folgte durch das 2:0 von Chris Führich (32. Minute).

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  • Stuttgart behielt weiter den Durchblick ...

    Marijan Murat/dpa
  • ... und hätte durch Deniz Undav in der 44. Minute beinahe bereits das 3:0 erzielt. Sein freier Schuss wurde aber im letzten Moment abgeblockt. So blieb es beim 2:0 nach den ersten 45 Minuten.

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  • Der VfB kam gut aus der Kabine und hatte gleich mehrere gute Möglichkeiten, darunter Möglichkeiten von Maxi Mittelstädt und Chris Führich.

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  • In der 56. Minute war es dann aber soweit. Mittelstädt zog aus der Distanz ab, der abgefälschte Schuss schlug unhaltbar ein. 3:0.

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  • Nur drei Minuten später hätte Mittelstädt fast seinen Doppelpack geschnürt. Sein Freistoß prallte an die Latte.

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  • Ermedin Demirovic traf in der 66. Minute zum vermeintlichen 4:0 – doch sein Treffer wurde wegen einer Abseitsstellung von Vorlagengeber Deniz Undav wieder einkassiert.

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  • Der VfB um Jamie Leweling hatte weiterhin alles im Griff und spielte sehr gefällig.

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  • Deniz Undav wollte unbedingt sein Tor – und verschoss in der 82. Minute einen Elfmeter.

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  • Der eingewechselte Bilal El Khannouss traf in der 79. Minute noch den Pfosten, in der 86. Minute lochte er dann aber zum 4:0-Endstand ein.

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Ein klarer Sieg und Platz drei in der Tabelle – eigentlich könnte die Welt für VfB-Fans nach dem 4:0 gegen den Hamburger SV perfekt sein. Doch in den sozialen Medien zeigt sich: Ganz so einfach ist es nicht. Während viele zwar die starke Leistung ihrer Mannschaft feiern, üben andere deutliche Kritik an den zahlreich vergebenen Chancen und individuellen Schwächen.

Bevor überhaupt der Ball rollte, sorgten die Fans im Stadion für einen emotionalen Moment. Mit einer spektakulären Choreografie stimmten beide Fanlager ihre Teams auf das Traditionsduell ein. „Die Liebe höret nimmer auf“ war in der Cannstatter Kurve zu lesen, dazu prangte die Grabkapelle in Gold über einem weiß-roten Fahnenmeer. Die Bilder der Choreo gingen in den sozialen Netzwerken viral und sorgten für Begeisterung.

Auf dem Platz dominierte der VfB von Anfang an. Angelo Stiller (22.), Chris Führich (32.), Maximilian Mittelstädt (56.) und Bilal El Khannouss (86.) trafen vor 60.000 Zuschauern. Doch während ein Fan auf X schrieb: „Deutlicher und verdienter Sieg. Ich werde mich nicht über Platz 3 und nen 4:0-Heimsieg beschweren“, haderten viele andere mit dem, was liegen blieb.

Die Cannstatter Kurve vor Spielbeginn gegen den HSV

Foto: Katharina Kausche/dpa

„Ey langsam ist es mal Zeit das 3:0 zu machen. Geisteskranker Chancenwucher heute“, klagte ein Nutzer bereits während des Spiels. Ein anderer rechnete vor: „Muss 8:0 oder höher stehen, unglaubliche Verschwendung.“ Tatsächlich vergaben die Stuttgarter eine Chance nach der anderen. HSV-Keeper Daniel Heuer Fernandes zeigte einige Paraden, Mittelstädt traf den Pfosten, Demirovic’ Treffer zählte wegen Abseits nicht.

„Ich glaube kaum, dass wir das Ding noch aus der Hand geben, aber es ist schon gottlos, wie viele Chancen wir hier liegen lassen“, fasste ein Fan die Gefühlslage treffend zusammen. Und dass bei einem Spiel, in dem das Torverhältnis im engen Kampf um die Champions-League-Plätze entscheidend sein könnte: „Diese Chancenverwertung ist die reinste Katastrophe. Dieses Spiel musst du auch mal mit 6:0 oder 7:0 gewinnen.“

Besonders ins Visier nahmen die Fans Deniz Undav. Der Stürmer, der eigentlich zu den Leistungsträgern zählt, verschoss in der 82. Minute einen Foulelfmeter kläglich und kassierte zudem seine fünfte Gelbe Karte – er wird damit beim Süd-Schlager gegen Bayern München fehlen.

„Wie Nagelsmann Undav in die Krise geredet hat, ist beispiellos. Wann trennt sich der DFB von diesem Schwätzer?“, wetterte ein Fan in Richtung Bundestrainer. Ein anderer ergänzte: „Undav hat auf der Tribüne Nagelsmann gesehen... Kann man ihm nicht übel nehmen.“

Trotz aller Kritik: Der VfB steht auf Platz drei, hat vier Punkte Vorsprung auf den Fünften und dürfte mit Selbstvertrauen zum Topspiel gegen Bayern München reisen – wenn auch ohne den gesperrten Undav. Die VfB-Fans werden ihre Mannschaft kritisch begleiten – mit der Liebe, die wie in der Choreo verkündet, „nimmer aufhöret“. Aber eben auch mit klaren Worten, wenn die Chancenverwertung nicht stimmt.

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