: Dreifaches Alu-Glück – VfB ringt dem Meister ein Remis ab
Am 9. Spieltag der Fußball-Bundesliga hat der VfB Stuttgart in zahlreichen Situationen Glück, dass Bayer Leverkusen aus seinen guten Gelegenheiten keine Tore macht. Am Ende steht ein torloses Remis.
Intensives Spiel für den VfB Stuttgart, der aus Leverkusen einen Punkt mitnimmt.
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Am 9. Spieltag der Fußball-Bundesliga ging es für den VfB Stuttgart auswärts zum amtierenden Deutschen Meister. Zahlreiche VfB-Fans machten sich am Freitagabend auf den Weg nach Leverkusen.
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Shakehands der derzeit wohl beiden spannendsten Trainer der Fußball-Bundesliga: Leverkusens Xabi Alonso und VfB-Coach Sebastian Hoeneß. Letzterer schickte nach der Großrotation unter der Woche wieder sein Stammpersonal aufs Feld.
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Doch für einen der Stammkräfte war die Partie schnell vorbei: Jamie Leweling setzte in der dritten Spielminute zum Sprint an und fasste sich plötzlich mit schmerzverzerrtem Gesicht an den linken Oberschenkel. Der Neu-Nationalspieler musste verletzungsbedingt vom Feld.
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Für ihn kam Fabian Rieder in die Partie, der sich zuletzt mit starken Einsätzen ohnehin aufgedrängt hatte.
Die Leverkusener um Superstar Florian Wirtz erwischten den etwas aktiveren Start. Großchancen waren jedoch zunächst auf beiden Seiten Mangelware.
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Erstmals wirklich gefährlich wurde es nach einer Ecke der Leverkusener in der 18. Minute: Atakan Karazor und Maximilian Mittelstädt konnten Leverkusens Edmond Tapsoba nicht am Kopfball hindern. Sein Versuch rauschte nur knapp am langen Eck vorbei.
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In der 32. Minute zappelte der Ball dann nach einem Abschluss von Jeremie Frimpong im Stuttgarter Netz. Doch der Ball war bei der Vorarbeit von Victor Boniface bereits im Toraus; der Treffer zählte nicht. Weil es eindeutig war, folgten auf die Entscheidung von Schiedsrichter Daniel Siebert keine Leverkusener Proteste.
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Zum Ende der ersten Hälfte wurde Leverkusen zunehmend dominanter und vor allem durch Standards immer wieder gefährlich. In der 41. Minute war es erneut Tapsoba, der am ersten Pfosten zum Kopfball kam und die Latte traf; Sekunden vor dem Halbzeitpfiff traf Boniface nach einer Leverkusener Ecke ebenfalls Alu – doppelt Glück für den VfB vor der Pause.
Und mit Leverkusener Alutreffern ging es in Hälfte zwei gleich weiter: Aus etwa elf Metern kam Boniface frei vor VfB-Keeper Alexander Nübel zum Abschluss; sein satter Schuss knallte an den rechten Pfosten. Die Führung für Leverkusen wäre zu diesem Zeitpunkt längst hochverdient.
Die Stuttgarter Offensive um Deniz Undav hingegen fand kaum in die Partie.
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Nach einer Stunde sollte dann Chris Führich das VfB-Offensivspiel beleben. Er kam für Fabian Rieder, der nach seiner Einwechslung in der achten Spielminute von VfB-Coach Hoeneß schon wieder vom Feld geholt wurde.
Und Führich leitete direkt mal die erste große Chance für den VfB ein: Im Sechzehner spielte er quer auf Undav, der den Ball gefühlvoll aus der Luft aufs lange Eck zog – die gefährlichste Aktion des VfB bis zu diesem Zeitpunkt.
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Dann musste der VfB aber direkt wieder zittern: Erst köpfte Leverkusens Frimpong freistehend aus fünf Metern knapp daneben (66.), dann ließ sich Anthony Rouault im Laufduell mit Boniface zu leicht abschütteln. Frei vor dem Tor scheiterte der Stürmer aber an VfB-Keeper Nübel, der sein Team im Spiel hielt (73.).
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Leverkusen lief in der Folge weiter an, doch die VfB-Defensive stabilisierte sich in der letzten Viertelstunde der Partie. Am Ende zitterte sich der VfB zum torlosen Remis gegen den amtierenden Deutschen Meister.
In einem Topspiel der vergebenen Großchancen muss Bayer Leverkusen im Kampf um die Tabellenspitze einen weiteren Dämpfer hinnehmen. Nach dem späten 2:2 vor einer Woche in Bremen verpasste der deutsche Fußball-Meister beim 0:0 gegen Vize VfB Stuttgart trotz klarer Überlegenheit und drei Alu-Treffern erneut einen Sieg in der Bundesliga.
Während die Leverkusener damit im Verlauf des Wochenendes sogar von Rang drei rutschen könnten, droht den Schwaben ein Abgleiten ins Mittelfeld der Tabelle. Trotzdem dürften die Gäste den Punkt im Rheinland als Gewinn verbuchen, auch wenn sie nun seit 14 Pflichtspielen auf einen Sieg gegen Leverkusen warten.
Leverkusen erwischt den aktiveren Start
Etliche Tore, Last-Minute-Entscheidungen, Platzverweise: Wenn beide Teams in der jüngeren Vergangenheit aufeinander trafen, hatte es fast alles gegeben, nur Langeweile nicht. Diesmal standen die Vorzeichen etwas anders. Ihre grundsätzlich offensive Spielidee verfolgen Bayer und der VfB zwar weiter, angesichts der überraschenden Defensivschwächen in dieser Saison bemühten sie sich jedoch zunächst mal um Stabilität.
15 Gegentreffer hatte Leverkusen vorab kassiert, die Stuttgarter sogar 16 - dementsprechend ging es am Freitagabend erstmal kontrolliert los. Leverkusen dominierte von Beginn an das Geschehen und kam durch Jeremie Frimpong (12. Minute) und Alejandro Grimaldo (14.) zu guten Schusschancen, aber zweimal parierte Alexander Nübel stark. Ansonsten ließen beide Abwehrreihen zunächst nicht viel zu.
Überraschende Umstellung von Alonso
Etwas überraschend hatte Bayer-Coach Alonso auf Viererkette umgestellt. Nordi Mukiele rückte in die Startelf, wodurch Grimaldo und Frimpong auf den Außenbahnen noch offensiver agieren konnten. Der VfB kam aber vor allem deshalb nicht ins Spiel, weil Bayer die Mittelfeldachse um Atakan Karazor und Angelo Stiller gezielt aus dem Spiel zu nehmen versuchte.
Beide kamen kaum zum Zug, weil sie von Granit Xhaka und Robert Andrich immer wieder früh gestört wurden. So fanden die Stuttgarter so gut wie gar nicht statt und hatten Glück, nicht in Rückstand zu geraten. Edmond Tapsoba (41.) und Victor Boniface (45.+1) hatten per Kopf weitere gute Chancen.
VfB bleibt offensiv blass
Von den Gästen dagegen kam offensiv kaum etwas. Der VfB fiel, wenn überhaupt, immer mal wieder durch individuelle Fehler auf. Vor allem dem jungen Anrie Chase, der den gesperrten Abwehrchef Jeff Chabot vertrat, unterliefen einige Passfehler im Spielaufbau. Kurz nach der Pause leitete der 20-Jährige so eine Großchance für Leverkusen ein, Boniface (54.) traf aber nur den Pfosten.
Die Großchance war gewissermaßen die Einleitung für eine deutlich spannendere Schlussphase. Erst hatte Deniz Undav (62.) die erste gute Chance für Stuttgart, dann köpfte Frimpong (66.) knapp vorbei. Wenige Minuten später tauchte Boniface (73.) dann auf einmal frei vor dem VfB-Tor auf, aber wieder parierte der starke Nübel. Und mehr ging dann auch nicht an diesem Abend für die Bayer-Elf.