Fußball Regionalliga Südwest
: Der stärkste Gegner für Spitzenreiter Freiberg ist die eigene Mannschaft

Auch beim 1:1 gegen die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz wartet des Wasenklub weiter auf die Wende, profitiert auch von den Schwächen der Konkurrenten.
Von
Elke Rutschmann
Stuttgart
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Enttäuschungen sind bei Freibergs Gal Grobelnik und seiner Elf gerade Trumpf.

Baumann

Fußball kann manchmal ganz schön paradox sein. Der SGV Freiberg hat jetzt seit sechs Spieltagen keine Begegnung mehr gewinnen können und führt dennoch die Tabelle in der Regionalliga Südwest an. Das ist auch der einzige Lichtblick, den Trainer Kushtrim Lushtaku nach der Durststrecke von zwei Niederlagen und fünf Unentschieden aktuell erkennen kann. „Wir sind gerade in einer sehr schwierigen Phase, auch wenn wir immer noch oben stehen“, sagt Lushtaku nach dem 1:1 (1:1) gegen die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz, die er wegen einer Sperre auf dem Platz neben dem Stadionsprecher verfolgte. Da sei eine Blockade, die das Spiel der Seinen einengt.

Zehn Punkte hat der Vorsprung der Freiberger vor sechs Wochen noch auf die Konkurrenz betragen. Der ist jetzt seit dem vergangenen Wochenende auf drei Punkte geschmolzen und nur nicht noch weiter geschrumpft, weil auch die direkten Gegner die Schwäche der Freiberger nicht ausnutzen können und ebenfalls Zähler liegen nen. Der größte Konkurrent für den Wasenklub ist derzeit deshalb das eigene Team.

Freiberg verteidigt schon wieder schlecht

Gegen die Nordhessen sah es so aus, als habe die Mannschaft den Dosenöffner gefunden. Denn mitten hinein in eine Druckphase der Gäste gelang dem ehemaligen Barockstädter Marius Köhl nach 16 Minuten nach einer starken Einzelaktion die Führung für den SGV Freiberg. Danach fasste er sich an den Oberschenkel und musste für Gal Grobelnik weichen. Der Ausfall des Ausnahmespielers ließ der Trainer aber nicht als Grund für den baldigen Gegentreffer gelten. Fuldas Kevin Hillmann bediente in der 30. Minute Tim Korzuschek, dessen scharfe Hereingabe Moritz Dittmann mit dem Rücken zum Tor stark verarbeitete und SGV-Keeper Benedikt Grawe beim Abschluss keine Chance ließ. Eine Szene, die Lushtaku kritisierte. Wie schon in Mainz verteidigte das Kollektiv schlecht, war sowohl im Kopf als auch in den Beinen zu spät, zu zögerlich und auch sonst fehlte oft der Mut. „In der ersten Hälfte waren wir kaum da auf dem Platz.“

Nach der Pause fehlte den Freibergern dann ab der 75. Minute und der Gelb-Roten Karte gegen Fuldas Hillmann erst recht die Wucht. Davor hatte Zugang Luca-Cristian Andronache (67.) eine Doppelchance zur Führung - scheiterte aber zunächst an Fuldas Keeper Justin Duda und danach am Pfosten. „Nach dem Platzverweis waren wir schlechter, als davor“, sagt Lushtaku. Das Team von Trainer Daniyel Cime bei zwei Kontern selbst aussichtsreiche Einschussmöglichkeiten.

Auch SGV-Keeper Benedikt Grawe ist nicht glücklich über das schwere Geläuf in Freiberg.

Foto: Baumann

Jetzt gilt es für den Fußball-Lehrer ein Mittel zu finden gegen die eigenartige Lähmung, die sein Ensemble erfasst hat. Ein Grund für die Schwäche daheim ist sicher das schwere Geläuf am Wasen, dass der eigentlichen Spielweise der Freiberger mit viel Ballbesitz und klugen Stafetten so gar nicht entgegenkommt. Auf dem Untergrund versuchte es seine Elf deshalb wenig inspirierend mit langen Bällen. „Das hört sich jetzt nach Alibi an, aber ich denke der Zustand es Platzes hat uns zuletzt schon einige Punkte gekostet“, sagt Freibergs Abwehrspieler Paul Polauke.

Der Trainer lässt das Argument nur bedingt gelten, weil auch die Gegner damit klar kommen müssen. Vor dem Auswärtsspiel am kommenden Samstag über er sich in Sarkasmus: „ Ich freue mich auf den Rasen in Sandhausen.“ Davor will er daran arbeiten, dass neben der Einstellung endlich auch wieder die Ausbeute passt. Man müsse geduldig und ruhig bleiben. Trotz der verpassten Wende gegen Fulda ist der Trainer des Wasen-Klubs noch längst nicht desillusioniert: „Ich traue uns immer noch eine Serie zu, dass wir uns weiter absetzen können.“

SGV Freiberg: Grawe; Bradara, T. Schmidt, Polauke, Ballo (81. Engel) – Kehl-Gomez, Laupheimer – Adigo (46. Selitj), Köhl (18. Grobelnik), Zie (81. Kuranyi) – Valpoort (63. Andronache).Schiedsrichter: Timo Bugglin (TuS Binzen); Zuschauer: 580, Tore: 1:0 Marius Köhl (15.), 1:1 Moritz Dittmann (30.), Gelb-Rote Karte: Kevin Hillmann (75., Barockstadt)