Handball: TSV Schmiden
: Kleiner, aber schneller und erfolgreicher

Die Handballer des TSV Schmiden setzen sich am Samstagabend zum Saisonauftakt in der Oberliga in eigener Halle gegen den Aufsteiger TSV Altensteig mit 33:28 durch.
Von
Maximilian Hamm
Stuttgart
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Marvin Züfle zeigt mitunter variantenreiche Aktionen im Angriff und trifft beim ersten Saisonsieg des TSV Schmiden viermal.

Maximilian Hamm

Patrick Rothe saß auf der Holzbank und wischte sich mit dem Handtuch über das Gesicht. Der 43-Jährige zählt in dieser Oberligasaison zwar zu den Zugängen bei den Handballern des TSV Schmiden, allerdings als Assistent des Cheftrainers Richard Babjak. Doch auch dieses Amt kann nachweislich schweißtreibend sein. Unermüdlich feuerte er am Samstagabend seine Mannschaft an, während Richard Babjak der ruhigere Part dieses Trainerduos ist. Beide haben jeweils auf ihre Art dazu beigetragen, dass die Gastgeber zum Rundenstart vor den rund 200 Zuschauern in der heimischen Sporthalle gegen den Aufsteiger TSV Altensteig mit 33:28 (16:13) gewonnen haben. „Es war zum Start ein bisschen Nervosität bei den Spielern zu spüren, aber wir haben die Tore zumeist gut rausgespielt. Wichtig war, dass wir nicht in ein Loch gefallen sind, keine schlechten zehn Minuten hatten“, sagte Richard Babjak.

Größenunterschied kein Problem für den TSV Schmiden

Die Schmidener Handballer zeigten eher ansprechende Spielminuten. Allen voran Paul Feirabend, der mit zwölf Treffern, davon sieben per Siebenmeter, der beste Werfer auf dem Feld war. Aber auch Eric Geßwein (fünf Tore), Marvin Züfle (vier Tore) oder Joey König (drei Tore) zeigten variantenreiche Aktionen im Angriff. Das ist deshalb besonders erwähnenswert, als die Gäste aus Altensteig mit einer körperlich überlegenen Abwehrreihe antraten. Hannes Wagner, Tim Schweizer oder auch Gabor Karap waren zum Teil einen Kopf größer als ihre Gegenspieler. Doch das half ihnen in diesem Spiel nicht viel; hinten konnten sie die flinken Akteure des TSV Schmiden zu selten stoppen, und vorn nutzten sie ihre Körpergröße aus dem Rückraum nur unregelmäßig. „Wir sind klein, aber wir sind schneller“, sagte Richard Babjak. Und fügte noch hinzu: „Das ist unser Vorteil, auch wenn wir noch schneller spielen können.“ Der Größenunterschied führte mitunter zu komischen Szenen, als zum Beispiel Joey König an Gabor Karap einfach abprallte, oder sich bei nächster Gelegenheit so schnell um Hannes Wagner wand, dass dieser von der Aktion nur vom Hörensagen erfahren konnte.

Team des TSV Schmiden harmoniert gut

Vielleicht war Patrick Rothe auch deshalb so energisch auf der Bank, weil er als früherer Abwehrrecke in der zweiten Bundesliga (TV Bittenfeld) wohl gern selbst mitgeholfen hätte in dieser Begegnung. „Seine Emotionen brauchen wir aber auch von außen“, sagte Richard Babjak. In der ersten Auszeit vor der Pause war es dann auch Patrick Rothe, der die Ansprache hielt; das Thema war die Abwehrarbeit. Später, in einer finalen Auszeit rund zehn Minuten vor Schluss, war es der Chef selbst, der beruhigend auf die Mannschaft einwirkte. Sie hatte den Gegner nach einer 27:20-Führung wieder etwas näher herankommen lassen. Doch letztlich schien sie nie wirklich gefährdet zu sein, dieses Spiel noch aus der Hand zu geben. Das Schmidener Team harmonierte ähnlich gut wie sein Trainerduo, das sich aus der gemeinsamen Zeit beim VfL Waiblingen kennt.

Bereits am Freitagabend, 20 Uhr, steht für die Schmidener Handballer das nächste Heimspiel auf dem Programm. Dann stellt sich der Verbund der SG H2Ku Herrenberg, mit einer 32:38-Niederlage gegen die Gäste der SG Pforzheim/Eutingen II gestartet, beim TSV vor. Die nächste Chance für Richard Babjak und Patrick Rothe auf ein harmonisches Miteinander an der Seitenlinie; und für die Spieler auf eine erneut schnelle und erfolgreiche Vorstellung in der heimischen Sporthalle.

TSV Schmiden: Riegel, Scheiner – Feirabend (12/7), Geßwein (5), Züfle (4), König (3), Baur (2), Bühler (2), Weber (2), Klein (1), Pichler (1), Paul, Siebel, Traub, Türk.