Kein Sieg im Heimspiel für SVK-Handballer: Zu viele Fehler gegen den Favoriten

Neuzugang Max Keil steuerte fünf Treffer bei und war trotz der Niederlage angetan von der Stimmung in der Halle Ost.
Avanti/Ralf Poller/Avanti/Ralf PollerDagegenhalten mit allen Mitteln war das Ziel für die erste Heimspiel-Begegnung gegen den Zweitligaabsteiger EHV Aue. Das war den Handballern des SV Kornwestheim am Samstagabend gelungen. Bis zur finalen Phase war die Sieben von Trainer Alexander Schurr an dem Top-Favoriten der dritten Liga dran. Die Lurchis hatten sich nach einer zurückhaltenden Anfangsphase bis zum 14:13-Halbzeitstand ins Spiel zurückgekämpft. Letztendlich gingen den Kornwestheimern aber die Körner aus und der EHV Aue holte sich mit überzeugender Qualität den 31:27-Auswärtssieg. „Wir haben dennoch gezeigt, dass wir mit den Top-Teams mithalten können“, sagte SVK-Spielmacher Jan Reusch.
Die Vorzeichen für die Begegnung waren nicht die Besten. Neben Kapitän Christopher Tinti fehlte auch Denker und Lenker Jan Döll. Im Spiel gegen die SG Pforzheim/Eutingen hatte sich der Linkshänder eine Rippe gebrochen. Somit wird Döll die nächsten Wochen nicht auf der sowieso schon schmal besetzten Bank des SVK sitzen. Dafür vermeldeten die Blauen einen kurzfristigen Neuzugang: Florian Taafel von der TGS Pforzheim verstärkt das Team. Der 37-Jährige hatte sich im Juni offiziell von der Platte verabschiedet und trainierte zuletzt zum Vergnügen im Schurr-Team mit. Aufgrund des Döll-Ausfalls gelang es dem Verein Taafel zu „reaktivieren“. So hatte der Rückraumspieler am Samstag direkt seinen ersten kurzen Einsatz.
Schwieriger Start für die Lurchis
Der EHV Aue startete in der Sporthalle Ost mit seiner gewohnt kompakten 6:0 Abwehr. Im Angriffsspiel ging das Team von Trainer Philipp Braun stets ins Eins-gegen-Eins über. Die Spieler des SVK zeigten zwar eine gute Abwehrarbeit, dennoch gingen die Gäste nach knapp zweieinhalb Minuten mit dem ersten Treffer der Begegnung in Führung. Leider leisteten sich die Blauen in den folgenden Minuten Fehler im Angriff,die das Urgestein der zweiten Liga bestrafte. Etwas zu schnell konnte sich Aue in dieser Phase konstant absetzen. Nach sieben Minuten und einem 1:5 – Rückstand legte Schurr deshalb die grüne Karte zur kurzen Teambesprechung auf den Tisch.
Erst in der 10. Minute gelang es Felix Kazmeier mit dem ersten Siebenmeter an diesem Abend zum 2:6-Spielstand einzunetzen. Aue, mit vielen Kreuzungen in Angriff, hatte das Spiel in der Hand. Durch Treffer von Tim Zeppmeisel, einem brachialen Gewaltwurf von Finn Joneleit und Fabian Kugels Treffer kamen die Lurchis aber auf ein 5:8 heran. Dennoch fehlte den Blauen der Spielfluss.
Aufholjagd bringt Halbzeitführung
Nachdem Torhüter Nico Henke in der 25. Spielminute beim Stand von 8:12 einen Siebenmeter abwehrte, verkürzten Max Keil und Marvin Bahmann den Rückstand um zwei Tore zum 10:12. Der Zweitligaabsteiger nahm direkt seine Auszeit. Doch die SVK-Akteure hatten sich nun eingespielt. Erst hämmerte Kazmeier einen weiteren Siebenmeter zum Anschlusstreffer rein, dann machte Bahmann in der 29. Spielminute den 12:12-Ausgleich. Wiederum Keil schloss dann grandios zur 14:13 – Halbzeitführung ab.
In die zweite Spielhälfte startete der EHV mit seiner Anfangsformation und legte wieder einen guten Einstieg hin. SVK-Keeper Henke war ebenfalls gut im Spiel und vermasselte den Gästen so manchen Treffer. Die Lurchis blieben zunächst dran, erst ab der 40. Minute mussten die Blauen auf ein 18:21 – Rückstand abreißen lassen. Wiederum Kazmeier und Keil gelang es noch einmal auf 20:21 zu verkürzen. Auch durch Marco Lantellas Treffer zum 22:22 Ausgleich ließen sich die Gäste nicht aus der Ruhe bringen und spielten ihre Spiel konsequent weiter.
Die Kornwestheimer hingegen konnten auch ihr Überzahlspiel nicht mehr ausnutzen. Mit 25:27 ging es in die Crunch-Time, in der den Blauen die Kräfte ausgingen. Auf dem Zahnfleisch versuchte die Schurr-Sieben alles, doch mit dem 29. Treffer in der 58. Spielminute machte der Zweitligaabsteiger den Deckel drauf. „Die Stimmung war mega, die Leistung gut, leider hatten wir vor allem anfangs Fehler drin“, sagte Neuzugang Max Keil Resümee. Die Teamleistung der Lurchis war trotzdem zum wiederholten Mal sehr gut. „Die Jungs haben das klasse gemacht. Sie können stolz auf ihre Leistung sein“ , sagte der sportliche Leiter Mirko Henel.
SV Kornwestheim: David/Henke – Reusch (2), Taafel, Keil (5), Zeppmeisel (5), Kugel (1), Kazmeier (8/6), Lanig, Lantella (2), Selinka, Mekic, Bahmann (2), Joneleit (2).