EZ-Handballpokal 2026: Neuhausen – und dann?

Das spannende Spiel in der Liga verlor die SG Hegensberg/Liebersbronn mit Noah Herda in Wolfschlugen – beim EZ-Pokal treffen die beiden Teams in der Gruppe 1 aufeinander.
/Michael TreutnerZwei Gruppen, neun Mannschaften und vier von ihnen schaffen es ins Halbfinale – das Männerturnier des EZ-Handballpokals 2026 ist so gut besetzt wie vielleicht noch nie und wer weiterkommen will, muss sich strecken. Im Drittligisten und Titelverteidiger TSV Neuhausen gibt es einen klaren Favoriten – auf den Einzug ins Halbfinale und auf den Turniersieg. Alles andere aber erscheint offen.
In der Gruppe 1 ist der TV Plochingen als Regionalligist die höchstklassige Mannschaft und Trainer Engelbert Eisenbeil sagt auch: „Wir wollen auf jeden Fall ins Halbfinale kommen.“ Aber der Respekt vor den „Top-Mannschaften“ im Feld ist bei ihm ähnlich groß wie die Vorfreude auf das Turnier. Hält man sich an die Papierform, müssten die Oberligisten SG Hegensberg/Liebersbronn und TSV Wolfschlugen neben den Plochingern die größten Chancen auf das Weiterkommen haben. Aber die Verbandsligisten TSV Deizisau und Gastgeber TV Reichenbach sind nicht zu unterschätzen. Für Heli-Coach Veit Wager ist das Turnier übrigens in sofern besonders, weil er auf seine Ex-Clubs Wolfschlugen und Deizisau trifft. Das Saison-Auftaktspiel hatte er mit seinen Berghandballern in Wolfschlugen verloren, in der Tabelle steht die SG Heli aber als Dritter zwei Plätze vor dem Konkurrenten.
Besondere Derbys
Die Deizisauer treten laut Management-Mitglied Arne Staiger „völlig zielfrei“ in Weil an. Das liegt nicht nur daran, dass der Mit-Rekordsieger (elf Siege wie seit Januar 2025 die Neuhausener) mittlerweile in der Verbandsliga spielt, sondern auch, weil die Mannschaft am Ende des Jahres die Verletzungswelle getroffen hat. „Wir wollen uns für die Rückrunde einspielen“, sagt Staiger aber auch, der aus seiner Zeit als Spieler sehr gut weiß, wie sich ein EZ-Pokal-Sieg anfühlt.
Reichenbachs Co-Spielertrainer Daniel Roos erwartet, dass die Deizisauer gegen sein Team besonders motiviert auftreten werden. „Die haben gegen uns noch eine Rechnung offen“, spielt er auf den 35:33-Sieg des TVR kürzlich in der Liga an. Ansonsten freut sich Roos auch auf „das Derby gegen Plochingen“ und findet, „dass Spiele gegen Heli immer etwas Besonderes sind, da gibt es viele Verbindungen“. Und die Chance aufs Weiterkommen? Die Reichenbacher werden alles geben. „Es ist eine schöne Gruppe, aber eine knackige Gruppe“, sagt Roos.
In der Gruppe 2 treten vier Mannschaften an und auch hier ist richtig Qualität geboten. „Es ist eine spannende Gruppe. Mit Platz eins müssen wir nicht rechnen“, sagt Torhüter Benedikt Schrade vom Verbandsligisten TSV Denkendorf angesichts der klaren Favoritenrolle des TSV Neuhausen. Seine Maßgabe: „Wir wollen das Derby gegen das Team Esslingen gewinnen und die SG Lauterstein ärgern. Vielleicht kommt uns die kürzere Spielzeit zugute, wir rechnen uns in Sachen Halbfinale schon was aus.“
Als Benedikt Frohna diese Aussage hört, muss der Spieler des Denkendorfer Verbandsliga-Konkurrenten aus Esslingen grinsen. „Da schließe ich mich an“, sagt er dann – also will auch das Team das Verbandsliga-Duell für sich entscheiden und schauen, was gegen Oberligist Lauterstein geht. „Wir können uns was ausrechnen“, sagt Frohna jedenfalls, freut sich aber auch auf die Ruhezeiten auf der Tribüne: „Die andere Gruppe ist auch nicht schlechter.“
Und die Neuhausener? Dessen Coach Daniel Brack ist sich „der Favoritenrolle bewusst“ und er sagt: „Wir wollen gewinnen, keine Frage.“ Ihm selbst ist das noch nie gelungen, als er früher als Handballer mit dem TSV Scharnhausen und als Plochinger Spielertrainer teilgenommen hat. Brack sagt aber auch: „Wir müssen schon aufpassen. Für die neutralen Zuschauer ist es schön, dass durch die kürzere Spielzeit mehr Überraschungen möglich sind.“ Auf die Talente Linus Schmid, Max Heydecke und vielleicht auch Julien Sprößig muss Brack verzichten, denn die sind zur selben Zeit bei einem Lehrgang der U-21-Nationalmannschaft.
„So weit wie möglich kommen“
Vorstand Timo Funk vom Turnierneuling Lauterstein weiß, dass das Weiterkommen für seine Mannschaft wohl vor allem über Siege gegen Denkendorf und Esslingen geht. „Wenn man die Ligazugehörigkeit anschaut, müsste der Einzug ins Halbfinale möglich sein“, sagt er, weiß aber, dass dafür eine entsprechende Leistung nötig sein wird. Nachdem bei dem Oberligisten viele Spieler verletzt ausfielen und nun wieder fit sind, sieht Funk das Turnier auch „als super Vorbereitung, um wieder reinzukommen“. An den sportlichen Ambitionen ändert das aber nichts: „Wenn man mitspielt, will man auch so weit wie möglich kommen.“ Das gilt für alle Mannschaften in diesem ausgeglichenen und starken Teilnehmerfeld.