Fußball: MTV Stuttgart: Trainer Lorer: „Es ist fast schon zwölf“

Fehlt dem MTV Stuttgart in Geislingen: Torjäger Raphael Hahn (rechts)
Archiv Günter BergmannSind die Tage des MTV Stuttgart in der Landesliga gezählt? Wenn die Mannschaft so auftritt wie am vergangenen Spieltag bei der 2:6-Niederlage gegen den VfL Sindelfingen, dann wohl schon. Vor allem müssen die Kicker von Kräherwald ihre Wechselhaftigkeit schleunigst ablegen. Erste Hälfte top, zweite unterirdisch – so lässt sich die letzte Darbietung auf dem Feld kurz zusammenfassen.
„Wie häufig in dieser Runde“, beschreibt es Trainer Björn Lorer, der seinen Spielern während der Woche einmal mehr ins Gewissen geredet hat und nicht nachvollziehen kann, das manche immer noch nicht wissen, was die Stunde geschlagen hat. „Es ist nicht mehr fünf vor zwölf, sondern schon fast zwölf.“ Er erhofft sich von seiner Truppe, eine gewisse Körperlichkeit , die für den Abstiegskampf unumgänglich sei. „Anders schafft man das nicht.“ Zumal die Uhr beim Samstagsgegner SC Geislingen nur geringfügiger von der Zwölf entfernt ist als bei der Lorer-Truppe. Das Team aus dem Eybacher Tal hat aktuell fünf Zähler Rückstand auf den Relegationsplatz, sechs zum rettenden Ufer. Im Fall des MTV sind es jeweils zwei Zähler mehr.
Die Tabellensituation sagt für den Vorletzten aus dem Stuttgarter Westen alles. Ein Dreier muss her, um den Abschluss nicht zu verpassen. Auch wenn das „Sindelfinger-Pannen-Spiel“ sicherlich personelle Konsequenten nach sich ziehen muss, hätte sich Lorer gerne die Bankkandidaten selbst ausgesucht. Doch Osterzeit bedeutet beim MTV auch Urlaubszeit. Dementsprechend ist der Kader reduziert, zusätzlich winkt der ein oder andere wegen Verletzung oder Krankheit ab. So werden unter anderem die Leistungsträger Torjäger Raphael Hahn (elf Tore), Filip Primorac, Michel-Angelo Triantafillou und Stephan Wiese auf dem Sportplatz in Geislingen nicht auftauchen. Ein großes Fragezeichen steht auch noch hinter Abwehrmann Götz Gaiser (Muskelverletzung).
Vom Urlaub sind indes Till Flach und Joel Noah Graham wieder zurück. Beide haben in 2026 aber noch kein Pflichtspiel bestritten. Ob sie dennoch am Samstag im Kader stehen werden? „Das weiß ich noch nicht. Möglicherweise zwangsweise“, sagt Lorer.
Übrigens: Das Hinspiel endete 2:2. Immerhin ein Erfolgserlebnis im Vergleich zur Sindefingen-Partie. Doch Lorer hat auch daran keine guten Erinnerungen, sieht große Parallelen. „Die erste Hälfte war echt gut, die zweite dann absolut nicht mehr.“ Wie häufig bei seinem Team in dieser Spielzeit.