Fußball-Kreisliga A, Staffel 1
: Markenzeichen Basecap und Jacky Cola

Angelo Nigro ist beim A-Kreisligisten TSV Münster zum Trainer der ersten Mannschaft befördert worden. Wer ist dieser Mann?
Von
Torsten Streib
Stuttgart
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Angelo Nigro ist begeistert von seiner neuen Aufgabe.

TSV Münster

Es ist zwar keine 100-prozentige Sicherheit, Angelo Nigro zu finden, aber immerhin steigen die Chancen, wenn man nach einem Mann mit Basecap Ausschau hält. „Das ist so etwas wie sein Markenzeichen“, sagt Münsters Abteilungsleiter Benni Beck und ergänzt lachend: „Ohne kenne ich ihn fast gar nicht.“ Und so steht er auch während der Spiele am Seitenrand, der neue Trainer der Kreisliga-A1-Vertretung des TSV Münster, der in der vergangenen Woche ein erfolgreiches Debüt gefeiert hat.

Mittlerweile hat Nigro einige Mützen zuhause, aber keine spezielle Richtung, sprich ist nicht fixiert auf Baseball-, Eishockey- oder Footballteams. „Die, die mir gefallen, die kauf’ ich, hab’ keine Favoriten“, sagt der 40-Jährige, der im Beruf als Architekt arbeitet. Passend hierzu sieht er sich auch im Fußball als Kreierer, Baumeister beziehungsweise Architekt einer Mannschaft. Aus diesem Grund hat ihn der TSV Münster, speziell der damalige Erste-Mannschaft-Trainer und sein Vorgänger Uwe Braun, im Sommer wieder ans Viadukt zurückgeholt. Nigro war vor der Coronapause bereits für ein halbes Jahr für die Zweitvertretung des Vereins verantwortlich gewesen, ehe er zwischenzeitlich zum VfB Obertürkheim wechselte.

In Münster sollte er in dieser Saison die zweite Mannschaft nach einem Umbruch neu aufbauen. „Es sind viele Spieler aus der A-Jugend dazu gekommen, deshalb galt es, diese zu integrieren und das Team umzukrempeln. Ich denke, das ist ganz gut gelungen“, sagt Nigro, der viele Jahre lang beim Stuttgarter Sportclub spielte, dann zum SV Prag Stuttgart ging und dort mit 33 Jahren seine erste Station als Trainer, genauer gesagt als Spielertrainer, hatte.

Nigros Aufgaben in Münster gingen aber über die des Reserve-Coaches hinaus. „Uwe hat mich mit ins Boot genommen, ab und an saß ich bei der Ersten mit auf der Bank, hab’ auch mal das Freitagstraining übernommen“, berichtet er. Als dann Uwe Braun nach internen Unstimmigkeiten kurz vor dem Rückrundenstart hinwarf, war der Verein zum dritten Mal binnen eines Jahres auf Trainersuche. „Es musste jemand sein, der die Mannschaft und die Gepflogenheiten kennt und zusätzlich unser vollstes Vertrauen genießt“, erläutert der Abteilungsleiter Beck. Da sei „die Wahl sofort auf Angelo gefallen“. Dieser musste nicht lange überlegen: „Ich habe prompt ja gesagt. Es freut mich, dass die TSV-Verantwortlichen mit das Vertrauen aussprechen“, sagt Nigro. Und sie haben ihm auch volle Rückendeckung zugesichert, wenn aus dem Aufstieg nichts werde sollte. „Wir setzen ihn nicht unter Druck, haben den Aufstieg, selbst bei der aktuell guten Ausgangslage, nicht als Ziel ausgegeben“, erklärt Beck. Das seien andere, sagt er und meint damit sein spielendes Personal. Die Mannschaft habe sich in der Winterpause auf den Sprung nach oben eingeschworen. Aktuell sind es nur zwei Punkte Abstand zum Tabellenführer Beograd.

Nigro selbst verspürt zwar einen gewissen Druck, wobei er damit umgehen könne, schließlich ja auch was erreichen möchte. Sein eigenes Ziel: „Nicht schlechter als der jetzige Platz zwei, dann sieht man weiter.“ Großartig Neues will er dem Team nicht mit auf den Weg geben, den Matchplan Brauns nicht verändern, warum auch? „Uwe hat gute Arbeit geleistet“, lobt er seinen Vorgänger, „nicht ohne Grund steht die Mannschaft auf Tabellenplatz zwei. Nun gilt es, die vorhanden Stärken weiter zu entwickeln“.

Mit einem 3:2-Heimsieg am vergangenen Sonntag gegen die Sportkultur Stuttgart feierte Nigro zwar „ein holpriges“, wie er sagt, aber erfolgreiches Debüt. An diesem Sonntag (15 Uhr) tritt seine Belegschaft erneut zuhause gegen den TV 89 Zuffenhausen an. „Ein unberechenbarer und guter Gegner“, weiß Nigro. Gegen den soll der nächste Dreier her.

Denn dann kann der Mann mit der Basecap nach der Partie als Belohnung sein zweites Markenzeichen genießen: „Eine Dose Jacky Cola“, sagt er lachend.