Fußball: TSV Bernhausen: Standortbestimmung des TSV Bernhausen gegen einige Zukünftige

Filip Jordacevic (links) und der TSV Bernhausen durch einen Sieg im Nachholspiel wieder Kontakt zur Spitze herstellen.
Archiv Günter BergmannSie hätte eigentlich schon im vergangenen Jahr stattfinden sollen, die Fußball-Landesliga-Partie zwischen dem FV Neuhausen und dem TSV Bernhausen. Der tiefe Platz machte ein Spielen im Dezember nicht möglich. Neuer Anlauf nun an diesem Donnerstag, 19 Uhr. Und der Wiederholungstermin birgt mittlerweile viel Brisanz, sowohl personell als auch tabellarisch.
Wie berichtet wechselt der Noch-Neuhausen-Coach Ugur Yilmaz nach Bernhausen und beerbt dort im Juli Roko Agatic, der in der kommenden Runde beim TV Echterdingen auf dem Trainerstuhl sitzen wird. Darüber hinaus wechseln Nikita Schestakow (24, Innenverteidigung oder Sechserposition, zuvor Oberliga in Linx), David Plattenhardt (26, Sechserposition) und Markus Fickeisen (25, Angriff) von der Schloßstraße rüber an den Fleinsbach.
Aus sportlicher Sicht steht für beide Belegschaften auch noch einiges auf dem Spiel, können beide einen Dreier dringend vertragen. Die Neuhausener, weil sie nur aufgrund des besseren Tordifferenz gegenüber dem TSV Plattenhardt auf einem Nichtabstiegsplatz rangieren – und die Bernhausener, weil für sie nach dem Jahresfehlstart mit zwei Niederlagen ein jetziger Sieg nochmals ein Heranpirschen an die Tabellenspitze bedeuten würde, der Aufstieg noch nicht verspielt wäre – und Yilmaz immer noch die Perspektive auf einen Trainerposten in der Verbandsliga hätte. „Sicherlich reizvoll, aber das hab’ ich nicht in meiner Hand“, sagt Yilmaz. Vielmehr gelte seine vollste Konzentration seinem aktuellen Team. „Ich habe Vertrag bis 30. Juni in Neuhausen und möchte unbedingt unser Saisonziel Nichtabstieg erreichen und das Derby gewinnen. Alles andere ist unwichtig“, sagt der Ex-Profi und ergänzt: Das habe er auch beiden Vereinen gegenüber in dieser Deutlichkeit kommuniziert.
Sein Gegenüber Roko Agatic sagt vor der brisanten Partie: „Aufgrund der Gegebenheiten eine komische Sache.“ Gleichwohl es keinen Einfluss auf die Ereignisse auf dem Feld haben dürfe. Vielmehr erwartet er von seinen Kickern, „endlich aus dem Winterschlaf zu erwachen“, die beiden Auftaktpartien waren „einfach viel zu wenig“, sagt er und fügt an: „Ein Sieg, und wir sind wieder bei der Musik.“ Wer den Noch-Bernhausen-Coach kennt, der kann erahnen, dass die Seinen in dieser Woche nicht um einen Gesprächskreis herumgekommen sind. Ganz offen und ehrlich habe man gesprochen, auch darüber, dass die Einstellung und die Kampfbereitschaft vorhanden sein müssten, zumal die Kellerkinder nun alles reinhauen würden. Und nach den Gegnern TV Echterdingen und MTV Stuttgart (jeweils 0:2) ist der FV Neuhausen die dritte Belegschaft aus besagter Kategorie.
Sorge breitet Agatic vor allem der Untergrund. „Der Neuhausener Platz ist, egal zu welcher Jahreszeit, in einem schlechten Zustand, wir müssen uns auf ein Kampfspiel einstellen.“ Welche Startelf diesen Kampf annehmen soll und ob es Veränderungen gibt, wisse er noch nicht. Aufgedrängt habe sich von der Bank eigentlich niemand. Verstärkt denkt er über eine Systemänderung nach, ohne aber konkreter zu werden.
Derweil sind in den vergangenen Wochen immer wieder Spekulationen aufgekommen, dass mehr als ein nur Neuhausener Spieler-Dreierpack am Fleinsbach anheuern wird. „Stand jetzt sind es die besagten Drei, mehr nicht“, sagt Yilmaz. Aber es ist ja auch noch etwas Zeit, bis die Wechselfrist endet.