Neuer Bundestrainer?
: Der Knoten löst sich: Jürgen Klopp soll bis 2030 kommen

Jetzt aber wirklich! Im Ringen um Jürgen Klopp hat der DFB das größte Hindernis beseitigt.
Von
sid
Köln
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Jürgen Klopp

Jürgen Klopp soll nach Wunsch des DFB neuer Fußball-Bundestrainer werden. Davor gibt es einige Dinge zu klären, zum Beispiel mit seinem bisherigen Arbeitgeber Red Bull.

Peter Klaunzer/Keystone/dpa
  • DFB will Jürgen Klopp als Bundestrainer verpflichten, ein Vertrag bis 2030 ist geplant.
  • Red-Bull-Vertrag bis 2029 soll ohne Ablöse enden, Klopp bleibt Werbebotschafter.
  • Gehalt liegt laut Bericht leicht über sieben Millionen Euro jährlich.
  • Per Mertesacker gilt als Kandidat für die Nachfolge von DFB-Geschäftsführer Rettig.
  • Erstes Auftreten als Bundestrainer: Supercup am 22. August in Dortmund – Debüt in der Nations League.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Bernd Neuendorf und Hans-Joachim Watzke sind noch nicht mal am Flughafen vorgefahren, da erscheint das wichtigste Hindernis ihrer „Mission Bundestrainer“ bereits beseitigt. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wird für seinen Traumkandidaten Jürgen Klopp keine millionenschwere Ablöse an Red Bull zahlen müssen. Der Vertrag bis 2029 lasse sich auch so auflösen, Klopp bleibe Werbebotschafter für das Unternehmen, berichtete die Bild-Zeitung am Donnerstag. Klopp werde als Bundestrainer für einen WM-Zyklus bis 2030 unterschreiben.

Demnach seien zwischen dem Verband sowie dem Dortmunder und Liverpooler Meistermacher alle „wesentlichen Punkte“ besprochen – auch das Gehalt, das „minimal“ über jenen sieben Millionen Euro liegen soll, die der zurückgetretene Julian Nagelsmann jährlich kassierte. Sein alter BVB-Freund Watzke hatte Klopp in einem Interview bereits einen „Patriotismusabschlag“ nahegelegt. Zudem soll der 2014er-Weltmeister Per Mertesacker zum DFB kommen.

Die Auflösung von Klopps Vertrag als Red-Bull-Fußballchef galt als wichtigste Hürde, die auf dem Weg ins Amt des Bundestrainers zu nehmen ist. Klopp (59) sei als omnipräsente Werbefigur wertvoller für den Energydrink-Konzern als eine Ablöse, heißt es. Ein Bundestrainer mit RB-Kappe? Das wird vielen Fußball-Traditionalisten nicht gefallen, für sie hat Klopp seine Seele mit dem Engagement ohnehin an den Teufel verkauft.

Klopps Werbe-Deal mit adidas (der DFB wird mit Jahresbeginn 2027 zu Nike wechseln) ist Bild zufolge ebenfalls kein Problem, da dieser nach der WM ohnehin auslaufe und nicht verlängert werde. Der DFB lehnte eine SID-Anfrage zu den Entwicklungen wie gehabt ab, er will bis zu einer Vertragsunterschrift keine „Wasserstandsmeldungen“ kommentieren. Adidas und der zuständige Red-Bull-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff antworteten zunächst nicht.

Mertesacker-Einstieg Anfang 2027?

Mertesacker ist laut des Berichts erster Kandidat für die Nachfolge des zum Jahresende ausscheidenden DFB-Geschäftsführers Andreas Rettig. Der ZDF-Experte (41) hat bereits öffentlich Interesse an einer Position beim Verband bekundet. Für den eloquenten Mertesacker, der nach Abschluss seiner Karriere acht Jahre lang die Akademie des FC Arsenal geleitet hat, warben zuletzt auch Rekordnationalspieler Lothar Matthäus und Bayern-Patron Uli Hoeneß. Zunächst plant Mertesacker allerdings einen „Urlaub“ mit anschließender Auszeit, „um zu reflektieren, was ich alles erlebt habe“. Ein Einstieg Anfang 2027 könnte daher gut passen. An seiner Seite käme Nachwuchsdirektor Hannes Wolf laut kicker eine noch prominentere Rolle zu. 

Neuendorf und Watzke werden SID-Informationen zufolge am Wochenende wahrscheinlich von Frankfurt/Main aus nach Amerika aufbrechen. Die Bosse des deutschen Fußballs wollen ihren Wunschtrainer, der für MagentaTV die WM bis zum Finale begleiten wird, persönlich treffen, um „gegenseitige Vorstellungen auszutauschen“. Diese scheinen schon sehr konkret ausformuliert zu sein. Richtung Endspiel soll auch Mintzlaff dazustoßen, beim Gipfel dreier Parteien könnten sich letzte Knoten lösen. 

Bundestrainerplan steht schon

Klopp wird strukturelle Vorstellungen haben. Bis hinunter zur U10 müsse der DFB „alles hinterfragen“, hatte er in seinem Expertenjob gesagt. Seinen Bundestrainer-Plan breitete er schon am Tag nach dem blamablen WM-Aus gegen Paraguay im Sechzehntelfinale (3:4 i.E.) live on air freimütig aus. Der DFB erwähnte Klopp dann überraschend namentlich in der offiziellen Kommunikation zu Nagelsmanns Rücktritt. Seitdem wartet die Fußball-Nation auf Vollzug. 

Personell scheint Klopp seine Wünsche erfüllt zu bekommen. Peter Krawietz, derzeit „Head of Soccer Philosophy“ bei Red Bull, soll einer der Co-Trainer werden. Der zweite wäre Pepijn Lijnders, Klopps langjähriger Weggefährte beim FC Liverpool. Lijnders war zuletzt Assistent von Pep Guardiola bei Manchester City. 

Derart detaillierte Verhandlungseinsichten hatte es in den vergangenen Tagen noch nicht gegeben. Bild nannte sogar einen Zeitpunkt für Klopps ersten Auftritt als Bundestrainer: Den Supercup am 22. August in Dortmund. Klopps Debüt wäre der Nations-League-Auftakt in Amsterdam gegen die Niederlande im September. Dann säße er gemeinsam mit Neuendorf und Watzke im Flieger.