Racketlon-WM in Rotterdam
: Die Medaillen-Sammlerinnen des TSV Korntal

Bei den Racketlon-Weltmeisterschaften in Rotterdam haben drei junge Spielerinnen des Clubs Titel und zahlreiche Podestplätze erreicht.
Von
Henning Maak
Stuttgart
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Alina Reißenauer jubelt mit Pokal

privat

Racketlon ist eine junge Sportart, die ihren Ursprung in den 1990er-Jahren in Finnland und Schweden hat. Die Sportler messen sich in den vier Rückschlagsportarten Tischtennis, Badminton, Squash und Tennis – vom kleinsten bis zum größten Schläger aufsteigend. Beim der WM haben in Rotterdam drei Spielerinnen des TSV Korntal teilgenommen – und dem Turnier phasenweise ihren Stempel aufgedrückt.

Am erfolgreichsten war Ylvie Zahn: Nach drei WM-Titeln in der Altersklasse U 13 gewann die Badminton- und Tennis-Spezialistin nicht nur in der U 14 Titel Nummer vier, sondern gleich noch eine Altersklasse höher in der U 16. Die 13-Jährige war so überlegen, dass ihr Sieg häufig nach drei Disziplinen feststand, da sie uneinholbar führte. Härteste Gegnerin war die flinke Lokalmatadorin Elcke Mols. Die Squash-Spezialistin deklassierte Ylvie Zahn mit 21:0, musste aber nach Niederlagen im Tischtennis (16:21), Badminton (10:21) und Tennis (8:21) die Überlegenheit der Korntalerin anerkennen. „In ihrer Altersklasse hat Ylvie eigentlich keine ernsthafte Konkurrenz“, erklärt Racketlon-Trainer Simon Waddicor.

Da die Familie in der Nähe einer Tennis-Anlage wohnt, hat Ylvie Zahn mit sechs Jahren mit Tennis begonnen. Mit acht griff sie zum Badmintonschläger, und als sie vom Racketlon hörte, stieg sie eine Woche später ins Tischtennis ein und lernte schließlich noch Squash. „Die fehlende Konkurrenz in ihrer Altersklasse erklärt sich damit, dass während Corona viele Mädchen zwischen zehn und zwölf keine der Sportarten ausüben konnten“, erläutert der englische Trainer. Die 13-Jährige ist so gut, dass sie in der Bundesliga für einen norddeutschen Verein spielt. „Da gibt es nur einen Hin- und Rückrundenspieltag, da hält sich der Fahraufwand in Grenzen“, erzählt Simon Waddicor.

Gleiches gilt für Alina Reißenauer, die als Spielerin bei einem Augsburger Verein gemeldet ist. Die 17-Jährige hat ihre Stärken im Badminton und im Squash. „Tischtennis mag sie nicht, da kann sie nicht genug laufen“, verrät der Racketlon-Trainer. In Rotterdam wurden ihr Medaillen in allen Farben umgehängt: Sie gewann Silber in der U-18-Konkurrenz, Bronze bei den Damen B und siegte als einziges weibliches Mitglied des Teams Deutschland II im Nationscup, was den Aufstieg in den World Cup, die höchste Klasse im Teamwettbewerb, nach sich zog.

Drei zweite Plätze hatte Alina Reißenauer auch schon bei den Doppel-Weltmeisterschaften im Racketlon im Mai im dänischen Holbaek gewonnen, wo sie bei den Frauen B, im U-21-Frauen-Doppel und beim U-18-Mixed jeweils Silber gewann. Mittlerweile ist sie im Squash so stark, dass sie in den deutschen U-17-Kader berufen wurde. „Ylvie Zahn und Aline Reißenauer zeichnet aus, dass sie beide mental unglaublich stark sind“, erklärt Michael Gündert von der Korntaler Badminton-Abteilung.

Daran muss Lisa Eliseeva noch arbeiten. „Sie ist in vielen Spielen besser als ihre Gegnerin, wird aber zu aufgeregt“, hat Gündert beobachtet. Die Folge bei der Elfjährigen ist eine Ansammlung von zweiten Plätzen, die sich fast als Vize-Fluch bezeichnen lassen: Noch nie stand Lisa Eliseeva ganz oben auf dem Treppchen, ihren zweiten Plätzen fügte sie in Rotterdam vier weitere hinzu. Sie holte jeweils Silber im Einzel und mit der Mannschaft in den Altersklassen U 12 und U 14. Getröstet haben dürfte sie, dass neben dem Sport auch Zeit blieb für einen Tag am Strand und eine Shopping-Tour durch Rotterdam.

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