Rhythmischen Sportgymnastik: Medaillenregen für den Bundesstützpunkt

Olympiasiegerin Darja Varfolomeev stand fünfmal ganz oben auf dem Treppchen.
IMAGO/Jan HuebnerFünf Titel und 16-mal Edelmetall wurden bei den deutschen Meisterschaften der Rhythmischen Sportgymnastik im Rahmen der „Finals“ in Dresden insgesamt vergeben – und alle 16 Medaillen gingen an die Gymnastinnen aus Schmiden. Fünfmal Gold erturnte sich Olympiasiegerin Darja Varfolomeev, drei silberne und eine bronzene Medaille gewann Anastasia Simakova, Margarita Kolosov holte sich Silber und Bronze, zweimal Bronze und einmal Silber sicherte sich Viktoria Steinfeld, zweimal Bronze Lada Pusch.
Das Publikum in Dresden hat die Gymnastinnen vom Bundesstützpunkt gefeiert. Laut ging es auch dort zu, wo die kleine Delegation aus Schmiden ihren Platz hatte. Sina Maier, die Standortmanagerin, war auch vor Ort, und obschon sie als Mit-Kommentatorin für den Livestream gefordert war, jubelte sie mit den Fans – nicht nur über Darja Varfolomeev, die ihrer Favoritenrolle gerecht wurde, sondern auch, weil alle Gymnastinnen glänzten.
„Die Schmidenerinnen waren auf dem Teppich positiv dominant“, so Isabell Sawade, die Teamchefin Rhythmische Sportgymnastik im Deutschen Turner-Bund (DTB). Und das in jeder Entscheidung. Die 18-jährige Olympiasiegerin vom TSV sicherte sich mit 120,950 Punkten am Freitag den Mehrkampftitel vor ihren Vereinsgefährtinnen Anastasia Simakova (113,800) und Viktoria Steinfeld (109,900 Punkte). Platz vier ging an Margarita Kolosov. Sie sei „aktuell bei 87 Prozent“, sagte Darja Varfolomeev, die im Vorjahr noch Zweite hinter Margarita Kolosov gewesen war, nach dem ersten Tag der Wettkämpfe.
Das Publikum freute sich am Samstag in den Gerätefinals über ein noch höheres Niveau in den Übungen – mit Hauptdarstellerinnen allesamt vom Stützpunkt Schmiden. Darja Varfolomeev gewann mit dem Reifen vor Margarita Kolosov und Viktoria Steinfeld, und mit dem Ball vor Steinfeld und Lada Pusch sowie Anastasia Simakova, die zusammen auf dem Bronzerang landeten. Mit den Keulen lautete die Reihenfolge Varfolomeev vor Simakova und Pusch, mit dem Band Varfolomeev vor Kolosov und Simakova. Es sei ihr „bisher stärkster Wettkampf in diesem Jahr gewesen“ bilanzierte Varfolomeev nach den zwei Tagen in Dresden.
Bereits nach dem Mehrkampf hatte sich der Lenkungsstab des DTB zusammengesetzt, um über die Nominierungen für die Weltmeisterschaften in Rio de Janeiro zu entscheiden. Beim Jahreshöhepunkt vom 20. bis 24. August werden Darja Varfolomeev und die 20-jährige Anastasia Simakova die deutschen Farben vertreten. Margarita Kolosov, 21, die bei den Olympischen Spielen in Paris als Vierte das Treppchen nur knapp verpasste, reist als Ersatzgymnastin – und Athletinnensprecherin für die RSG – nach Brasilien mit. „Wir haben derzeit in Deutschland fünf tolle Gymnastinnen und alle sind auf Weltklasseniveau“, sagte Isabell Sawade über die in diesem Jahr nicht einfache Ticketvergabe. Vorrangiges Ziel in Rio sei es nun, beide Starterinnen ins Mehrkampffinale der besten 18 Gymnastinnen und in das eine oder andere Gerätefinale zu bringen. „Diese Weltmeisterschaften sind für uns nicht ganz so wichtig, wir schauen schon auf die Heim-WM im nächsten August in Frankfurt“, so die Teamchefin.