Rolle beim DFB?: Per Mertesacker: Die perfekte Ergänzung?

Bald im Diensten des DFB? Per Mertesacker
Tom Weller/dpa- Per Mertesacker gilt als Topkandidat für die Nachfolge von DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig.
- Er leitete acht Jahre die Akademie des FC Arsenal und arbeitet als ZDF-Experte.
- Unterstützung kommt von Lothar Matthäus, Uli Hoeneß und Rudi Völler – der Sportdirektor bleibt.
- Mertesacker signalisiert Bereitschaft: Er will dem deutschen Fußball etwas zurückgeben.
- Als Brückenbauer zum Nachwuchs wird eine Zusammenarbeit mit Hannes Wolf ins Spiel gebracht.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Als der italienische „Bösewicht“ Fabio Grosso Deutschland mit einem Schuss ins Herz aus dem WM-Sommermärchen 2006 reißt, sind Per Mertesacker seine wahren Gefühle nicht anzusehen. Der 199 Zentimeter lange Innenverteidiger mit der Rückennummer 17, ein Mann wie ein Laternenpfahl, schaut an diesem 4. Juli in Dortmund erst versteinert dem Ball hinterher und lässt dann den Kopf sinken.
Alles normal? Von wegen!
„Vor allem war ich erleichtert“, sagte Mertesacker 2018 in einem aufsehenerregenden Spiegel-Interview über das ewige Messer in seiner Seele und die „unmenschliche Angst“ des Fußballers vor dem Versagen. „Ich dachte nur: Es ist vorbei, es ist vorbei. Endlich ist es vorbei.“ Erst mit seinem Abschiedsspiel, sagte er damals, werde er „zum ersten Mal“ frei sein.
Mertesacker will „dem deutschen Fußball was zurückzugeben“
Dieses Abschiedsspiel ist lange her. Per Mertesacker hat Abstand gewonnen, und er ist dem Fußball doch eng verbunden geblieben. Manuel Neuer und Thomas Müller, seine Weltmeisterkollegen von 2014, sind immer noch Profis. Mertesacker hingegen, 41, hat inzwischen acht Jahre lang die Akademie des FC Arsenal geleitet. Er könnte beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) bald selbst ein Sommermärchen der Zukunft mitgestalten, laut Bild ist er erster Kandidat für die Nachfolge des zum Jahresende ausscheidenden Geschäftsführers Andreas Rettig.
Rudi Völler bleibt Sportdirektor. Das ist sicher. Jürgen Klopp kommt als Bundestrainer. Das ist so gut wie sicher. Und wenn es um die perfekte Ergänzung geht, wird immer häufiger der Name Mertesacker genannt. Von Lothar Matthäus, von Uli Hoeneß, von Völler - und von Mertesacker selbst.
„Irgendwie mal beim DFB zu arbeiten, dem deutschen Fußball was zurückzugeben - dafür stehe ich zur Verfügung“, sagte er in seinem Experten-Job beim ZDF. Da sitzt Mertesacker auf der linken Ecke des TV-Sofas, in weißen Sneakern. Er ist eloquent, liefert starke Einsichten, kann witzig sein und ist stets norddeutsch gerade.
Das schätzt auch Hoeneß an ihm. „Alles, was Per im Fernsehen sagt, hat Hand und Fuß. Er ist nie beleidigend und trotzdem kritisch“, sagte der Patron von Bayern München der Bild-Zeitung. Mertesacker habe „immer gezeigt, wie gut er mit Menschen umgehen kann. Und: Er würde es niemals des Geldes wegen machen, sondern weil es ihn reizt.“ Harte Arbeiter, die seien jetzt gefordert!
Zusammenarbeit mit Hannes Wolf?
Andere sehen das genauso. Als guter Redner mit hervorragendem Einblick in höchstwertige Jugendausbildung könnte Mertesacker sehr wertvoll für den DFB sein. Rettig war auch zuständig für die Verzahnung der Nationalmannschaft mit den U-Teams - ein Nachfolger Mertesacker als Brückenbauer, als Schluchtenverkleinerer, im Zusammenspiel mit Nachwuchsdirektor Hannes Wolf, der die gesamte Ausbildung neu aufgestellt hat: Das könnte passen.
Auch der Zeitplan. Denn Mertesacker braucht ab und an eine Pause, das war schon zu Spielerzeiten so. Er hat beim FC Arsenal 15 Jahre „durchgekloppt“, er will „erst mal schön in den Urlaub und reflektieren“. Das würde auch seine Familie freuen: Mertesacker ist mit der früheren Handball-Nationalspielerin Ulrike Mertesacker (ehemals Stange) verheiratet, das Paar hat zwei Söhne im Teenager-Alter.
Kommunikation hat Mertesacker ohnehin drauf. Niemand hat je so wunderbar erklärt, dass auch ein Arbeitssieg wichtig sein kann, wie er 2014 nach dem 2:1 gegen Algerien. „Wat woll'n Se?“, blaffte er einen Reporter an: „Ich leg mich jetzt erst mal drei Tage in die Eistonne.“
Kurz darauf war er Weltmeister. Man mag sich nicht ausmalen, wie es ihm vor dem Anpfiff gegangen sein muss.
