Skandalspiel Waldhof gegen FCK: Mit Kondomen im Hintern in den Fanblock?

Das Pokalspiel im August zwischen Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern (0:1) eskalierte. Ein Spielabbruch stand im Raum. Wie schafften es Waldhof- und Lautern-Fans, Pyrotechnik ins Stadion zu schmuggeln?
Uwe Anspach/dpa/Archiv- Pokalspiel Waldhof gegen FCK eskalierte – Unterbrechung nach massiver Pyronutzung und Randalen.
- Stadt Mannheim vermutet Schmuggel von Pyrotechnik per Kondomen, Toilettenfunde stützen Verdacht.
- Fanforscher widerspricht: Kondome sind Indiz, doch es gibt viele andere Schmuggelwege.
- Trotz Sprengstoffspürhunden gelangten Feuerwerkskörper in Blöcke, auch in gegnerische Bereiche.
- DFB bestrafte Waldhof mit 100.000 Euro und Teilausschluss. FCK-Urteil steht noch aus.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Das Sportliche wurde beim DFB-Pokalspiel zwischen dem SV Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern am 21. August dieses Jahres zur Nebensache. Der 1:0-Sieg der Gäste aus Kaiserslautern wurde nämlich überschattet von wüsten Szenen: qualmende Fanblöcke, und randalierende Fangruppen auf der einen, Polizei-Hundertschaften mit Pferden und Hunden auf der anderen Seite. Mehrere Dutzend Menschen sind nach diesen Ausschreitungen verletz worden. Auch Monate nach der Eskalation stellen sich Verantwortliche die Frage: Wie gelang es den berühmt-berüchtigten Fanlagern, so zahlreich Pyrotechnik ins Stadion zu schmuggeln?
Gegenüber dem SWR stellte der Fachbereichsleiter Ordnung und Sicherheit der Stadt Mannheim, Dirk Herzbach, den Verdacht in den Raum, die Fans aus Mannheim und Kaiserslautern hätten möglicherweise einen ungewöhnlichen Weg gewählt, um „Pyro“ in den Innenraum des Carl-Benz-Stadions zu bekommen. „Wir müssen uns nicht wundern, dass auf den Toiletten so viele Kondome gefunden wurden. Nicht, weil da irgendwelche kuriosen sexuellen Praktiken im Spiel waren, sondern weil die Fans die Pyrotechnik an Stellen hineingebracht haben, an die wir mit allen uns zur Verfügung stehenden Maßnahmen nicht herankommen“, klagte Herzbach im Gespräch mit dem SWR.
Trotz hoher Sicherheitsvorkehrungen heftige Ausschreitungen
Die Sicherheitsmaßnahmen vor dem Hochrisikospiel seien im Vorfeld hoch, der Ernst der Lage „allen Beteiligten“ bewusst gewesen, betonte der städtische Mitarbeiter gegenüber dem SWR: „Die Vorbereitungen auf solche Spiele laufen im Grundsatz automatisiert nach Vorgaben, Erfahrungen und Standards ab. Es ist also nichts, was uns in der Vorbereitung überfordert oder dazu geführt hätte, dass wir das Spiel auf die leichte Schulter nehmen“, erklärte Herzbach weiter. Unter anderem seien Tage vor Anpfiff des explosiven Duells Sprengstoffspürhunde im Einsatz gewesen.
Dennoch muss es Fans gelungen sein, die in den eigenen Blöcken und später während des Spiels auch in gegnerische Blöcke geschossenen Feuerwerkskörper in das Stadion zu schmuggeln. Klappte das womöglich, indem die Zuschauer die Pyrotechnik in Kondomen verpackt rektal durch die Sicherheitskontrollen einschleusten, wie im Mannheimer Rathaus vermutet?
Würzburger Fanwissenschaftler bezweifelt Kondom-Theorie
Ein Fanforscher der Universität Würzburg bezweifelt, dass dies zwingend so abgelaufen sein muss. Harald Lange, seines Zeichens Sportwissenschaftler, erklärte gegenüber dem SWR, dass die offenbar in den Stadiontoiletten gefundenen Kondome ein Indiz, aber kein Beweis für die Schmuggelmethode seien. In einzelnen Fällen, so Lange, könne dies so abgelaufen sein. Insgesamt aber gebe es bei einem Stadion wie jenem in Mannheim unzählige Möglichkeiten, verbotene Gegenstände wie Pyrotechnik auf die Ränge zu schleusen. Lange ist überzeugt, kein Stadion könne so lückenlos kontrolliert werden, dass solche Vorfälle bei Fußballspielen nicht mehr passierten.
Nachdem das Spiel zwischen den beiden Südwest-Erzrivalen wegen eines versuchten Platzsturmes und eines exzessiven Einsatzes von Pyrotechnik unterbrochen werden musste, hat der SV Waldhof vom DFB-Sportgericht mittlerweile eine Strafe bekommen. Der Drittligist muss eine Geldstrafe in Höhe von 100.000 Euro zahlen und mindestens ein Heimspiel teilweise unter Ausschluss der Öffentlichkeit austragen. Ein zweites Heimspiel ohne Teile der Zuschauer ist zur Bewährung ausgesetzt. Der FCK wartet unterdessen noch auf seine Strafe. Das Sportgericht hat sein Urteil gegen den ehemaligen Deutschen Meister aus der Pfalz noch nicht gefällt. Der baden-württembergische Innenminister Manuel Hagel (CDU) forderte ein hartes Durchgreifen.

