Super Bowl
: "ekelhaft" - Trump wütet über Halbzeitshow von Bad Bunny

Bad Bunny hat mit seiner Halbzeitshow beim Super Bowl 2026 deutliche politische Statements gesetzt. US-Präsident Donald Trump schimpft über den Auftritt und holt zum Rundumschlag aus.
Von
Kai Winderl
Stuttgart
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Bad Bunny in der Halbzeitshow des Super Bowl mit der Flagge Puerto Ricos.

picture alliance/dpa/AP | Mark J. Terrill

Latin-Superstar Bad Bunny hat die Halbzeitpause des Super Bowls in eine riesige Tanzparty verwandelt und das größte Einzelsportereignis des Jahres in den USA für politische Botschaften genutzt. Der 31-jährige Grammy-Preisträger aus Puerto Rico ließ während des Finales der nordamerikanischen Footballliga NFL zwischen den Seattle Seahawks und den New England Patriots im kalifornischen Santa Clara Fahnenträger auftreten, die neben dem Banner der USA auch die Flaggen von vielen anderen Ländern des Doppelkontinents Amerika präsentierten.

Bad Bunny setzt politisches Zeichen

Außerdem hielt Bad Bunny, ein ausgesprochener Kritiker der radikalen Abschiebepolitik der US-Regierung, einen Football mit der Aufschrift „Gemeinsam sind wir Amerika“ in die Kamera, sagte „Gott segne Amerika“ und zählte neben den USA zahlreiche lateinamerikanische Länder auf. Im Hintergrund leuchtete auf einer Leinwand der Schriftzug: „Das Einzige, was mächtiger ist als Hass, ist Liebe.» 

Bei dem Auftritt sang er auch eines der politischen Lieder seines aktuellen Albums: „Lo que paso con Hawaii“ (Was mit Hawaii geschehen ist). Darin kritisiert er die kulturelle Übernahme von Hawaii durch die USA, das 1898 gleichzeitig wie Puerto Rico unter die Herrschaft der Vereinigten Staaten geriet. 

Trump schimpft über Halbzeitshow

Traditionell beschwört die Halbzeitshow beim Super Bowl eigentlich den Gemeinschaftssinn von Millionen US-Amerikanern - zumal das Land derzeit so tief gespalten ist wie vielleicht noch nie. Präsident Trump, der dem Super Bowl diesmal selbst fernblieb, setzte aber einen anderen Akzent. Er bezeichnete den Pausenauftritt direkt im Anschluss auf der Plattform Truth Social als „Schlag ins Gesicht“ für die USA und als eine der schlechtesten Halbzeitshows, die er jemals gesehen habe.

„Die Halbzeitshow des Super Bowls ist absolut schrecklich, eine der schlechtesten aller Zeiten! Sie ergibt keinen Sinn, ist eine Beleidigung für die Größe Amerikas und entspricht in keiner Weise unseren Standards für Erfolg, Kreativität oder Exzellenz. Niemand versteht ein Wort von dem, was dieser Typ sagt, und die Tanzeinlagen sind ekelhaft, besonders für kleine Kinder, die in den USA und auf der ganzen Welt zusehen", schimpft der US-Präsident.

Mega-Event mit langer Geschichte

Der Auftritt beim Super Bowl gilt als größte Showbühne des Jahres. Mit mehr als 100 Millionen Zuschauern allein in den USA sind die kurzen, oft bombastischen Halbzeitshows häufig populärer als das eigentliche Spiel und längst zu einem eigenen Kulturphänomen geworden. In der Vergangenheit traten dort bereits Superstars wie Michael Jackson, Beyoncé und Prince auf.

Jacksons Auftritt 1993 markierte den Wandel von traditionellen Marschkapellen hin zu hochkarätigen Pop-Performances. Einige Shows gingen aus verschiedenen Gründen in die Geschichte ein - sei es Janet Jacksons und Justin Timberlakes kontroverser „Nipplegate“-Moment 2004 oder Whitney Houstons legendäre Interpretation der US-Nationalhymne 1991, die bis heute als eine der besten aller Zeiten gilt.