3:4 des VfB Stuttgart gegen Bayer Leverkusen
: Eine bittere Niederlage, die in den Köpfen nachschwingt

Der VfB hat durch die beiden späten Gegentore zur 3:4-Niederlage gegen Leverkusen einen deftigen Nackenschlag verpasst bekommen. So wird diese Last-Minute-Pleite die Spieler noch länger beschäftigen, kommentiert Heiko Hinrichsen.
Kommentar von
Heiko Hinrichsen
Stuttgart
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  • Auch der VfB-Trainer Sebastian Hoeneß ist nach der bitteren Pleite gegen Leverkusen restlos bedient.

    IMAGO/Eibne/r/Wolfgang Frank
  • Die Fans sorgten schon vor dem Anpfiff für eine angemessene Kulisse beim Gastspiel des Meisters in Stuttgart.

    Baumann
  • VfB-Trainer Sebastian Hoeneß veränderte seine Startelf auf drei Positionen. Unter anderem Deniz Undav und Chris Führich nahmen erst einmal auf der Bank Platz.

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  • Nach einer munteren Anfangsphase war Ermedin Demirovic in der 15. Minute zur Stelle. 1:0 für den VfB.

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  • Nick Woltemade war an vielen guten Offensivaktionen beteiligt.

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  • Atakan Karazor stand sinnbildlich für die starke Defensivarbeit der gesamten Mannschaft in Durchgang eins.

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  • Enzo Millot hatte kurz vor dem Halbzeitpfiff die große Chance auf das 2:0. Doch Lukas Hradecky im Bayer-Tor parierte – und auch der Nachschuss von Angelo Stiller wurde von Piero Hincapie vor der Torlinie geblockt. So blieb es beim 1:0 zur Pause.

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  • Der VfB kam perfekt aus der Pause. Woltemade traf nach Vorarbeit von Millot zum 2:0 (48. Minute).

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  • Bei Bayer um Granit Xhaka lief einfach nicht viel zusammen.

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  • Es folgte eine erste kleine Drangphase der Gäste – und prompt traf Jeremie Frimpong in der 56. Minute zum Anschlusstreffer.

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  • In der 62. Minute stellte der VfB den alten Abstand wieder her. Nach einem Konter scheiterte Demirovic noch an Hradecky, doch der Ball prallte an Xhaka und von dort ins Tor: 3:1.

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  • Bayer steckte aber nicht auf, Piero Hincapie traf nach einer Ecke in der 67. Minute zum 3:2.

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  • Bayer drückte nun und der VfB bekam immer mehr Probleme.

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  • In der 88. Minute fiel dann doch noch der Ausgleich. Angelo Stiller traf ins eigene Netz.

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  • Und als alle schon mit einem Remis rechneten, schlug Patrik Schick zu und traf in der 94. Minute zum 3:4. Game over.

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Das Zahlenbild rund um den VfB Stuttgart, es ist durch diese herbe 3:4-Last-Minute-Schlappe gegen den Meister aus Leverkusen in noch größere Schieflage geraten. Nach inzwischen nur fünf von 24 möglichen Punkten aus den vergangenen acht Partien ist die Elf von Cheftrainer Sebastian Hoeneß in der Tabelle der Fußball-Bundesliga bis auf den zehnten Platz abgerutscht. Das ist ein neuer Tiefpunkt dieser Saison. An eine mögliche erneute Qualifikation für das internationale Geschäft denkt rund um den Neckarpark bis auf weiteres keiner mehr.

Zum schlechten Tabellenbild kommt hinzu, dass die Cannstatter gegen die Rheinländer trotz langer Zeit optischem und spielerischem Übergewicht satte vier Gegentore haben hinnehmen müssen; zwei davon nach 3:2-Führung ganz spät in der Partie, nämlich in der 88. und vierten Minute der Nachspielzeit. Die Abwehrleistung der Mannschaft hat also zum wiederholten Male in dieser Saison nicht gepasst.

Am Ende gab es bei den Akteuren in Weiß-Rot daher ganz lange Gesichter. Denn neben den vielen negativen Zahlen beinhaltet dieser Fußballabend in Moll auch einen nicht unterschätzenden, psychologischen Nackenschlag. Nicht nur der Trainer Hoeneß wähnte sich nach Abpfiff im falschen Film. Und so wird dieses bittere 3:4 gegen den Doublesieger, der seinerseits ohne seinen Starspieler Florian Wirtz sowie nach drei Niederlagen in Serie in den Seilen hing, sehr lange in den Köpfen der VfB-Profis nachschwingen.

Da kommt zumindest die Länderspielpause gerade Recht für die Hoeneß-Elf, um auf Vereinsebene einmal tief durchzuatmen.

Längst war allerdings nicht alles schlecht, was die Stuttgarter ihren Anhängern präsentiert haben. Über weite Strecken sahen die 59 000 Fans im Stadion einen gerade offensiv stark aufspielenden VfB, der seinerseits drei Tore schoss – und der in Nick Woltemade und Ermedin Demirovic zwei gut agierende Stürmer in seinen Reihen hatte.

Allerdings gehört das Verteidigen auch zum Spiel – und zwar für die gesamte Mannschaft. Letztlich mussten die Stuttgarter, die in ihrer Viererkette so noch nie zuvor zusammengespielt hatten, im Finale dieser spannungsreichen Bundesligapartie auf schmerzliche Weise Lehrgeld bezahlen. Denn es gelang dem VfB nicht, die Führung in den letzten zehn Minuten der Partie über die Zeit zu bringen.

Vor allem deshalb, weil die Bayer-Elf von Trainer Xabi Alonso („Wir hatten bis zum Schluss den Willen und den Wunsch, drei Punkte zu holen“) ihrem Gegner in puncto Effizienz und Cleverness um Längen voraus war.

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