Borussia Dortmund
: Tiefschlag gegen den VfB Stuttgart – beim BVB knirscht es

Die Stimmung ist schlecht bei Borussia Dortmund. Die Fans verpassen Hans-Joachim Watzke einen Denkzettel, die Profis lassen Punkte liegen – und stehen gegen Villarreal unter Druck.
Von
red/sid
Stuttgart
  • Schlechte Stimmung bei Borussia Dortmund

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  • In den ersten zwölf Minuten des Spiels blieb es ruhig im Stadion der Dortmunder: Der Anhang protestierte gegen geplante Maßnahmen aus der Politik zur Sicherheit in den Stadien.

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  • Davon profitierten offenbar die Stuttgarter: In den ersten 15 Minuten hatten die Gäste das Zepter in der Hand.

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  • Doch dann wendete sich das Blatt und das Geschehen verlagerte sich zunehmend in die Hälfte der Schwaben.

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  • Bis es schließlich nach einem Foul von Deniz Undav (VfB) einen Elfmeter für den BVB gab: Emre Can nahm sich der Sache an und brachte den Gastgeber in der 34. Minute mit 1:0 in Führung.

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  • Beim VfB fehlte danach der Schwung ...

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  • ... und sie kassierten in der 41. Minute auch noch das zweite Gegentor durch Maximilian Beier.

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  • Zu Beginn der zweiten Halbzeit meldeten sich die Schwaben zurück: Deniz Undaz verkürzte in der 47. Minute mit seinem Tor auf 1:2.

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  • In der 53. Minute kam direkt die Antwort der Dortmunder: Serhou Guirassy schob den Ball ins Tor. Doch er stand im Abseits, das Tor zählte nicht.

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  • Während Stuttgart auf den Ausgleich drängte, ergaben sich für die Schwarzgelben vermehrt Räume für Konter. Das Spiel wurde zunehmend zu einem offenen Duell.

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  • In der 71. Minute dann tatsächlich der Ausgleich für den VfB: Undav versenkte nach einem Eckstoß den Ball im Tor.

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  • Keine der beiden Mannschaften wollte sich jedoch mit einem Remis abfinden. Anstatt sich zurückzuziehen, drängten sowohl die Westfalen als auch die Schwaben weiterhin mutig nach vorne.

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  • Am Ende kam es zu einer rasanten Schlussphase: In der 89. Minute brachte Karim Adeyemi den BVB in Führung. Diese sollte jedoch nicht lange halten. Keine Minute später sorgte - erneut - Deniz Undav mit einem Tor für den Ausgleich.

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Von der schallenden Ohrfeige für Klubboss Hans-Joachim Watzke und den Buhrufen nach dessen Wahl wusste Waldemar Anton noch nichts, als er am Rande der Dortmunder Mitgliederversammlung über die Stimmung bei der Borussia redete. Man solle „kein großes Drama daraus machen“, bat der Abwehrspieler und meinte damit eigentlich die stockende sportliche Entwicklung beim BVB. Doch die Wortwahl passte auch perfekt auf die Gemengelage im Verein.

Vor wenigen Wochen noch herrschte große Zuversicht, mitunter sogar Euphorie, dass Dortmund auf dem Weg zurück zu alter Stärke, womöglich ein ernsthafter Bayern-Jäger sei. Die lange Erfolgsserie in der Bundesliga, starke Auftritte in der Champions League - unter dem neuen Trainer Niko Kovac schien sich Stabiles zu entwickeln. Doch nach drei Pflichtspielen in Folge ohne Sieg mit insgesamt acht Gegentoren sind die Zweifel zurückgekehrt. Gegen den FC Villarreal am Dienstag (21.00 Uhr/Prime Video) steht plötzlich wieder Grundsätzliches infrage.

Nicht nur sportlich knirscht es

„Wir sind gefestigt genug, um den Schalter umzulegen“, behauptete Anton und sprach von „Kleinigkeiten, die wir abstellen müssen“, und „kleinen Fehlern, die nicht passieren dürfen“. Wie beim ebenso spektakulären wie enttäuschenden 3:3 im Bundesliga-Verfolgerduell gegen den VfB Stuttgart, bei dem der BVB zum vierten Mal in dieser Saison in den Schlussminuten einen Sieg aus der Hand gegeben hatte.

Doch nicht nur sportlich knirscht es beim Traditionsklub unüberhörbar. Als am Sonntagabend die Mitglieder den bisherigen Profi-Boss Watzke bei der Wahl zum Vereinspräsidenten mit nur 59 Prozent Zustimmung - ohne Gegenkandidaten - abstraften, zeigten sich tiefe Risse. 

Dem langjährigen Anführer, der den Klub vor der Insolvenz gerettet und mit Jürgen Klopp den Grundstein zur erfolgreichsten Phase seiner Geschichte gelegt hatte, verweigerten vor allem die organisierten Fans die Gefolgschaft. Heftige Kritik an der öffentlichen Schlammschlacht mit seinem Vorgänger Reinhold Lunow, am umstrittenen Sponsorendeal mit dem Rüstungskonzern Rheinmetall und am Umgang mit den jüngst öffentlich gewordenen Missbrauchsvorwürfen gegen einen Ex-Funktionär, laute Buhrufe nach der Wahl - Watzke, der intern mit mindestens 70 Prozent Unterstützung gerechnet haben soll, musste in der Westfalenhalle viel einstecken. 

Die Stimmung sei „am Boden“

Misstöne gab es aber auch bei den Fußballprofis. Kovac wies Nationalspieler Maximilian Beier öffentlich zurecht - wenn auch mit einem Grinsen. Die Stimmung sei „am Boden“, hatte Beier nach dem späten Ausgleich gegen Stuttgart berichtet. „Am Anfang der Saison hat er gesagt, wir wollen Meister werden. Jetzt sind wir am Boden. Also, wir müssen nicht immer alles glauben, was der Junge sagt“, meinte der Coach. 

Mitgliederversammlung beim BVB

Foto: Bernd Thissen/dpa

Gegen den spanischen Tabellendritten Villarreal, der fünf seiner vergangenen sechs Pflichtspiele gewann, will sein Team „ein anderes Gesicht zeigen“, sagte Anton. Nach sieben Punkten aus den ersten vier Partien in der Champions League - drei davon auswärts - beginnt für den BVB die „Heim“-Rückrunde in der Ligaphase. Im ersten von drei Spielen im eigenen Stadion ist ein Sieg Pflicht, um den Kontakt zu den Top Acht zu halten, die sich direkt für das Achtelfinale qualifizieren. Das Problem: Gegen Spitzenklubs hat Dortmund in dieser Saison noch nicht gewonnen - sowohl national als auch international.

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