Eintracht Frankfurt gegen VfB Stuttgart
: So liefen die Vorfälle nach der Partie in Frankfurt ab

Im Nachgang der Bundesliga-Partie von Eintracht Frankfurt gegen den VfB Stuttgart kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen den Fanlagern. Dabei wurde unter anderem die Notbremse im Stuttgarter Sonderzug gezogen. Wie kam es dazu?
Von
Philipp Maisel
Stuttgart
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  • Das provokante Spruchband der Frankfurter Fans war womöglich der Auslöser für eine Auseinandersetzung nach der Partie.

    Pressefoto Baumann/Hansjürgen Britsch
  • So liefen die Vorfälle nach der Partie in Frankfurt ab

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  • VfB-Trainer Bruno Labbadia konnte erst einen Sieg mit dem VfB Stuttgart holen.

    dpa/Arne Dedert
  • VfB-Boss Alexander Wehrle äußerte sich am Rande des Spiels bei Eintracht Frankfurt zu Gesprächen mit möglichen Investoren.

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  • Borna Sosa spielt bereits seit fast fünf Jahren beim VfB Stuttgart. Auch gegen Eintracht Frankfurt stand er auf dem Platz.

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  • In der ersten Hälfte ließ Mavropanos in der eigenen Defensive nichts durch.

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  • Auch Hiroki Ito vom VfB Stuttgart machte dicht.

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  • Vorne passierte bei der Mannschaft aus Stuttgart in der ersten Hälfte wenig.

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  • Seltene Szene: Frankfurts Torwart Kevin Trapp im Einsatz

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  • Atakan Karazor leistete sich früh einen individuellen Fehler.

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  • Stuttgarts Juan Jose Perea im Zweikampf mit Makoto Hasebe

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  • In der 55. Minute traf Sebastian Rode für Eintracht Frankfurt.

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  • Silas Katompa Mvumpa legte in der 75. Minute für den VfB Stuttgart nach.

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Ein provokantes Spruchband, eine gezogene Notbremse und ein Großeinsatz der Bundespolizei – die Partie des VfB Stuttgart bei Eintracht Frankfurt (1:1) am Samstag hatte noch ein nicht ungefährliches Nachspiel. Was war geschehen? In der zweiten Spielhälfte der Begegnung wurde in der Frankfurter Kurve ein Spruchband gezeigt. „Was haben Stuttgart und Karlsruhe gemeinsam?“, fragte der SGE-Anhang. Um die Antwort gleich selbst zu geben: „In den ersten zehn Reihen nur Ausreden.“ Eine Wortwahl mit dem Ziel, den Kontrahenten Schwäche zu attestieren und zu zeigen, dass man keinerlei Respekt vor den naturgemäß in den vorderen Reihen stehenden organisierten Fans des Gegners hat (wir berichteten).

Eine Provokation, die gewissermaßen fruchtete. Und zwar wenige Minuten, nachdem sich der mit rund 560 Personen besetzte Sonderzug der Schwaben in Richtung Heimat aufgemacht hatte. Stuttgarter Fans hatten die Notbremse ihres Sonderzugs gezogen und waren ausgestiegen, um sich auf den Gleisen eine Auseinandersetzung mit Frankfurter Anhängern zu liefern, wie ein Sprecher der Bundespolizei noch in der Nacht zum Sonntag mitteilte. Just als der Zug an den in Gleisnähe gelegenen Räumlichkeiten der organisierten Frankfurter Fanszene vorbeikam, flogen Augenzeugenberichten zufolge vonseiten der Frankfurter Anhänger Steine.

Ohne Rücksicht auf Verluste oder entgegenkommende Züge betraten nach Schilderungen der Fanbetreuung mehrere Dutzend Stuttgarter nach der Notbremsung die Gleise, um die Frankfurter Fans anzugreifen. Ein Zaun und die schnell herbeieilende Bundespolizei hätten ein direktes Aufeinandertreffen verhindert, ließ die zuständige Polizeidirektion wissen. Es kam zu Pfeffersprayeinsatz. Augenzeugen gaben zudem an, dass die Polizei auch den Schlagstock eingesetzt habe.

Zumindest den Einsatz von Pfefferspray bestätigte die Polizei auf Nachfrage am Sonntagmittag: „Das trifft zu, ob es zu Schlagstockeinsatz kam, kann ich im Moment weder bestätigen noch dementieren“, sagt Markus Bug, Dienstgruppenleiter der zuständigen Bundespolizeidirektion Frankfurt am Main. Die Polizei schätzt die Zahl der Stuttgart-Fans, die aus dem Zug gestürmt war, auf etwa einhundert. Nachdem sich die Lage beruhigt hatte, wurde der Zug bis zum nächstgelegenen Bahnhof geleitet und dort für eine groß angelegte Kontrolle durch die Bundespolizei erneut gestoppt

Nach Polizeiangaben sei zuerst die Notbremse gezogen worden, dann sei es zu Stein- und Flaschenwürfen beider Seiten gekommen. „Der Ort an der Unterführung ist bekannt dafür, dass sich Frankfurt-Fans dort gerne aufhalten. Wahrscheinlich haben die VfB-Fans den ,Gegner’ dort erspäht und den Zug daraufhin gestoppt“, sagt Bug von der Bundespolizei. Im Tumult sei auch ein Polizeiauto beschädigt worden. Von einem gezielten Angriff gehe man aktuell aber nicht aus, „womöglich ein Querschläger“, so Bug.

Die im Zug anwesende Fanbetreuung der Schwaben bestätigte den groben Ablauf der Ereignisse. „Nachdem die Polizei die Situation unter Kontrolle gebracht hatte, wurde der Sonderzug wieder in Fahrt gesetzt. Wenige Minuten später hielten wir am Bahnhof Neu-Isenburg, dort wurden die Personendaten der Insassen ermittelt“, sagte Christian Schmidt, der Leiter der Stuttgarter Fanbetreuung. Die mehrstündige Prozedur sei ruhig und ohne weitere Zwischenfälle abgelaufen.

Die Fahrt des Sonderzuges wurde nach etwa sechs Stunden fortgesetzt. Gegen vier Uhr nachts kamen die Fans in Stuttgart an. Der Zug hatte wohl Verluste zu beklagen: Mehrere Fenster sollen der Attacke durch die Frankfurter Fans zum Opfer gefallen sein, wurden eingeworfen – Bilder, die in Fankreisen kursieren, sollen dies belegen. Der Polizei in Frankfurt waren am Sonntag allerdings keine Sachbeschädigungen jenseits des Polizeiautos bekannt. Menschen wurden nach übereinstimmenden Angaben der VfB-Fanbetreuung und der Polizei weder verletzt noch festgesetzt. Die Ermittlungen rund um die Vorfälle dauern indes an.

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