STZ+STZ+Einzelkritik zum VfB Stuttgart
: Demirovic mit Pech und Unvermögen – unsere Noten zur VfB-Niederlage

Der VfB Stuttgart hat am zehnten Bundesliga-Spieltag 2:3 gegen Eintracht Frankfurt verloren. Wir haben alle mindestens 10 Minuten eingesetzten VfB-Spieler mit einer detaillierten Einzelkritik bewertet.
Von
Philipp Maisel und Dirk Preiß
Stuttgart
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  • Unsere Redaktion bewertet die Leistungen der VfB-Profis mit einer detaillierten Einzelkritik und vergibt pro Spieler eine Note.

    Pressefoto Baumann/Volker Müller
  • Alexander Nübel (Note 3): Der Torhüter war in der ersten Hälfte vor allem als erster Spielgestalter gefordert, spielte meist präzise Pässe von hinten heraus. Bei den ersten beiden Gegentoren war es ihm nicht möglich, Schlimmeres zu verhindern. Beim 0:3 von Omar Marmoush aus 25 Metern liegt der Fall nicht ganz so klar. Danach hielt er dann wieder einige Male gut.

    Pressefoto Baumann/Volker Müller
  • Josha Vagnoman (Note 3): Wie viele seiner Defensivkollegen stand Josha Vagnoman vor der Aufgabe, das Offensivspiel mitzugestalten, aber auch defensiv aufmerksam gegen die flinken Frankfurter zu sein. Er machte es auf seiner rechten Seite insgesamt gut, im Spiel nach vorne kam seine entscheidende Situation zu spät. Er traf zum 1:3.

    Pressefoto Baumann/Hansjürgen Britsch
  • Anthony Rouault (Note 2,5): Der Franzose war erneut ein umsichtiger Innenverteidiger, der die Bälle klug eroberte und gleich nach vorn spielte. Gegen die schnellen und formstarken Eintracht-Angreifer machte er seine Sache zunächst gut. Trotz der drei Gegentore machte Rouault ein gutes Spiel, in der 75. Minute kam für ihn Ramon Hendriks.

    Pressefoto Baumann/Julia Rahn
  • Jeff Chabot (Note 3): Der Innenverteidiger feierte nach Verletzung, Sperre und Bankeinsatz sein Comeback in der Startelf des VfB. Es war ein kniffliges Spiel für den Ex-Kölner. Der VfB verteidigte hoch, und Chabot hatte es meiste mit dem pfeilschnellen Omar Marmosh zu tun. Bis auf einen Moment gleich zu Beginn löste Chabot diese Aufgabe in der ersten Hälfte gut. Pech hatte er, als sein Kopfballtor wegen Abseits abgerkannt wurde. Nach der Pause fehlte ihm erneut das Glück. Vor dem Frankfurter Treffer zum 2:0 fälschte er den Ball unglücklich ab.

    Pressefoto Baumann/Hansjürgen Britsch
  • Maximilian Mittelstädt (Note 3,5): Der Linksverteidiger spielte im Grunde wie sein ganzes Team eine starke erste Hälfte (beste Zweikampfquote und meiste Ballkontakte aller Spieler) und kurbelte dabei immer wieder das Offensivspiel des VfB mit an. Kurz vor der Pause entwischte ihm bei einem Frankfurter Eckball aber Hugo Ekitiké, der das 1:0 per Kopf erzielte. Nach der Pause konnte er die Flanke von Ansgar Knauff vor dem 0:2 nicht verhindern, er versuchte nach vorne viel, aber blieb dabei ohne Erfolg.

    Pressefoto Baumann/Alexander Keppler
  • Atakan Karazor (Note 3,5): Verlagern, strukturieren, kurze, schnelle Pässe an den Mann bringen – Karazor erledigte seine Kernaufgaben. Doch offensive Impulse gingen vom Kapitän keine aus. Machte nach einer Stunde Platz für El Bilal Touré.

    Pressefoto Baumann/Hansjürgen Britsch
  • Angelo Stiller (Note 3,5): Hatte wieder deutlich mehr Freiheiten als gegen Bergamo, machte aus diesem Umstand aber nur bedingt etwas. Nach der Pause trat er offensiv etwas mehr in Erscheinung. Doch weder seine gefürchteten Chips hinter die Kette noch die durchgesteckten Schnittstellenbälle sah man in besonderem Maße – für einen, der für seine Pässe (und Passquote) in das letzte Drittel bekannt ist, war das streckenweise zu wenig.

    Pressefoto Baumann/Volker Müller
  • Fabian Rieder (Note 3,5): War bemüht, zog oft invers an, forderte viel den Ball, kam aber mit seinen Ideen selten wirklich zu zielführenden Aktionen. Defensiv dafür fleißig und oft auch mit weiten Wegen. An Einsatzwillen mangelte es dem Schweizer nicht. Sein spektakulärer Fallrückzieher (53.) ging vorbei. Machte nach einer Stunde Platz für Justin Diehl.

    Pressefoto Baumann/Volker Müller
  • Enzo Millot (Note 3): Wurde teilweise in Manndeckung genommen. Schwamm sich im Spielverlauf frei, versuchte viel, die zwingenden Aktionen blieben im ersten Durchgang aus. Auch nach der Pause sah man oft nur in Ansätzen, dass der Franzose über die Qualitäten verfügt, einem Spiel seinen Stempel aufzudrücken. Rutschte nach Stuttgarts Umstellung auf eine 4-2-4-Grundordnung in die Mittelfeldzentrale. Sein Pass in den Rückraum auf Chabot (74.) hätte ein Tor zur Folge haben müssen.

    Pressefoto Baumann/Julia Rahn
  • Chris Führich (Note 3,5): Führich wurde wie immer oft gesucht, auch mehrfach für ein isoliertes Eins-gegen-Eins freigespielt. Doch es fehlte an Durchschlagskraft. Auf zündende Ideen wartete man vergeblich, die Aktionen des Nationalspielers wirkten ausrechenbar. Nach zuletzt sichtbarem Aufwärtstrend ein wieder schwächerer Auftritt – hätte allerdings mit seinem Tor in allerletzter Sekunde den wohl verdienten Endstand herstellen können. Doch er traf aus einer Abseitsposition.

    Pressefoto Baumann/Hansjürgen Britsch
  • Ermedin Demirovic (Note 4,5): Offenbarte Geschwindigkeitsdefizite, sein Kopfball aus spitzem Winkel titscht auf Latte auf (18.). Verschoss einen Elfmeter in der 22. Minute kläglich. Trapp, der sich schon für eine Ecke entschieden hatte, musste nur noch zugreifen. Hatte noch einen Fernschuss (27.) und einen Kracher ans Kreuzeck (70.). Rieb sich ansonsten in vielen Zweikämpfen auf und versuchte sich so in den Dienst der Mannschaft zu stellen.

    Pressefoto Baumann/Julia Rahn
  • El Bilal Touré (Note 4): Bälle festmachen oder weiterleiten, Touré übernahm nach seiner Einqwechslung klassische Wandspieler-Aufgaben. Doch auch er vermochte es nicht, die Frankfurter Abwehrkette vor unlösbare Aufgaben zu stellen.

    dpa/Rolf Vennenbernd
  • Nick Woltemade (Note 3): Schnelle Ballverarbeitung unter Druck gehört zu den Kernaufgaben eines Stürmers, Woltemade gelang dies nicht immer in den wenigen Minuten Spielzeit, die er gegen Frankfurt bekam. Dafür zeigte er sich vor dem Tor wirksam – und ließ mit seinem 2:3 (90.) noch einmal Hoffnung aufkeimen.

    Pressefoto Baumann/Julia Rahn
  • Ramon Hendriks (Note 3): Der Niederländer kam in der 75. Minute für Anthony Rouault ins Spiel und musste sich gleich in einem harten Zweikampf mit Frankfurts Hugo Ekitiké bewähren. Spielte die Partie danach umsichtig zu Ende.

    Pressefoto Baumann/Julia Rahn
  • Justin Diehl (Note 3): Nach monatelanger Verletzungspause der erste Auftritt des Youngsters. Der sich anders als gewohnt zuerst auf dem rechten Flügel einsortierte. Verhinderte als Ein-Mann-Restverteidigung gegen Omar Marmoush (75.). Offensiv mutig, trotz forscher Läufe allerdings mit nur wenig Wirkung – holte allerdings den Eckball heraus, der den Treffer zum 1:3 ermöglichte.

    Pressefoto Baumann/Alexander Keppler
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