: Demirovic-Premierentor reicht nicht für Zählbares
Der VfB Stuttgart hat am 1. Spieltag der Fußball-Bundesliga gegen den SC Freiburg mit 1:3 verloren. Wir haben alle mindestens 10 Minuten eingesetzten VfB-Spieler mit einer detaillierten Einzelkritik bewertet.
Von
Philipp Maisel und David Scheu
Stuttgart
Unsere Redaktion bewertet die Leistungen der VfB-Profis mit einer detaillierten Einzelkritik und vergibt pro Spieler eine Note.
dpa/Philipp von Ditfurth
Alexander Nübel (Note 4 ): Gute Paraden (etwa gegen Röhl) und potenzielle Stellungsfehler (beim 1:1 durch Kübler) beherrschten das Bild in der ersten Spielhälfte. Beim 1:2 zu zurückhaltend, muss den Ball, der durch seinen Strafraum kommt, zumindest versuchen zu bekommen. Lediglich beim 1:3 war er machtlos. Eine durchschnittliche Leistung des Keepers, der die Niederlage nicht zu verhindern wusste.
Baumann/Baumann
Frans Krätzig (Note 3.5): Der junge Leihspieler zeigte streckenweise, warum er den Vorzug vor Mittelstädt erhielt. Hellwach, spritzig, mit teils cleveren Aktionen besetzte er die linke Seite. Wenn auch nicht mit dem Drive, wie ihn Mittelstädt oft anbietet. Und auch in puncto körperliche Robustheit kann er dem Nationalspieler nicht das Wasser reichen.
Baumann
Jeff Chabot (Note 2,5): Stabil, umsichtig und zweikampfstark überzeugte der Stuttgarter Abwehrchef im ersten Spieldurchgang, hatte mit 65 Ballkontakten die meisten aller Akteure auf dem Feld. Seine progressiven Pässe, die man von ihm kennt, waren nicht so oft zu sehen. Und als der Freiburger Druck zunahm, war auch Chabot irgendwann nicht mehr fehlerlos, blieb aber der Stuttgarter Turm in der Schlacht.
Baumann/Baumann
Angelo Stiller (Note 3.5): Die Quarterback-Rolle in der Viererkette, mal etwas vor, mal etwas hinter der Linie agierend, ist Stiller eigentlich wie auf den Leib geschneidert. Auch im Breisgau zeigte Stiller, dass er diese Rolle auszufüllen vermag, auch wenn er nicht die Präsenz hatte, die man von ihm kennt. Als Hoeneß nach gut 70 Minuten umstellte und Stiller nach vorne schob, wurde er umgehend präsenter, konnte aber keine entscheidenden Impulse mehr geben.
Baumann
Pascal Stenzel (Note 4): Unauffällig, defensiv weitestgehend stabil (gewann die meisten Zweikämpfe aller Stuttgarter (5), hatte aber auch Aussetzer drin) und ohne offensive Impulse in der ersten Spielhälfte. Kam mit seiner Grätsche zu spät vor dem 1:2 und konnte auch in der Folge nicht mehr an seine gute erste halbe Stunde anknüpfen. Musste für Chase vom Feld.
Baumann/Baumann
Atakan Karazor (Note 4.5): Leistete sich im ersten Durchgang den einen oder anderen Fehlpass im Aufbau zu viel, um der Mannschaft aus der Zentrale heraus das zu geben, was sie benötigte: Kontrolle, Ruhe und Stabilität. Wirkte teilweise schlampig. Sein Stellungsfehler vor dem 1:3 war sinnbildlich für Karazors Auftritt heute – immer einen Schritt zu spät. Wurde nach gut einer Stunde ausgewechselt.
Baumann
Enzo Millot (Note 3,5): Rückte für Angelo Stiller auf die Sechserposition, wo er meist ballsicher agierte. Das Spiel nach vorne kurbelte Millot mit einigen klugen Verlagerungen an, ohne dabei die ganz entscheidenden Pässe in die Tiefe zu spielen. Nach der Pause wechselten sich sichere Pässe mit unnötigen Ballverlusten ab.
Baumann
Chris Führich (Note 4): Ging auf dem linken Flügel anfangs oft ins Dribbling, kam dabei aber selten durch. Beim 1:1-Ausgleichstreffer für die Freiburger von der Strafraumgrenze durch Kübler verteidigte er nicht energisch genug. Nach der Pause offensiv ohne Durchschlagskraft. Nach 80 Minute ging Führich vom Feld.
Baumann
Jamie Leweling (Note 4,5): Hatte auf dem rechten Flügel vor allem in der Anfangsphase viele Ballkontakte, konnte dabei aber nicht die letzte Durchschlagskraft entwickeln – gefährliche Torabschlüsse oder Vorlagen blieben aus. Nach der Pause fast vollständig wirkungslos.
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Deniz Undav (Note 4): Ließ sich als hängende Spitze immer wieder fallen, um Bälle abzuholen und weiter zu verteilen. So richtig viel Bindung zum Spiel fand Undav dabei aber selten. Gefährlich zum Torabschluss kam er in der ersten Hälfte nicht, sein Distanzschuss (40.) stellte SC-Keeper Florian Müller vor keine große Herausforderung. Einen Konter in der 45. Minute leitete er erst stark ein, verpasste dann aber den Zeitpunkt für das Abspiel. Nach einer Stunde ging er vom Feld.
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Ermedin Demirovic (Note 3): Führte sich nach Maß ein, als er den ersten Stuttgarter Angriff mit einem Seitfallzieher in die lange Ecke zur frühen Führung abschloss – ein ebenso anspruchsvoller wie sehenswerter Treffer. Danach tat er sich gegen die aggressive Freiburger Defensive schwer. Nach der Pause strahlte er keine Torgefahr mehr aus.
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Maximilian Mittelstädt (Note 3,5): Kam nach 55 Minuten für Frans Krätzig auf der Position des linken Außenverteidigers ins Spiel. Machte die Seite über weite Strecken dicht, setzte aber offensiv nicht so viele Impulse wie gewohnt.
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Fabian Rieder (Note 3): Wurde nach einer Stunde eingewechselt und führte sich gleich mal mit einer ansatzlosen Direktabnahme aus der Distanz ein, die aber links am Kasten des SC vorbei zischte. Brachte auch danach Schwung ins Offensivspiel – etwa, als er einen Freistoß in Strafraumnähe rausholte.
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Justin Diehl (Note 3): Offensiv versuchte er, frischen Wind zu bringen, holte eine Ecke heraus. Konnte aber nicht an die guten Auftritte aus der Vorbereitung anknüpfen. Defensiv naiv, sein Ballverlust kostete beinahe das 1:4 (73.).
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Anrie Chase (Note 3): Rückte neben Chabot hinten rein und sortierte sich relativ schnell ins Gesamtgefüge. War darauf bedacht, keine Fehler zu machen, spielte auf Sicherheit. Verhinderte mit einer Rettungstat (77.) einen weiteren Freiburger Treffer. Sein Schuss kurz vor Schluss strich knapp vorbei.
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Nick Woltemade: (Note 3): Vom Startelf-Spieler in der Vorbereitung zum letzten offensiven Trumpf, den Trainer Hoeneß in Freiburg aus dem Ärmel ziehen konnte, hat sich Woltemade in den letzten Wochen entwickelt. In der Spielzeit, die er in Freiburg bekam, bewarb er sich für mehr Minuten.
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Der VfB Stuttgart hat den Auftakt in der Fußball-Bundesliga gegen den den SC Freiburg verpatzt. Die Schwaben unterlagen den Breisgauern am Samstag mit 1:3 (1:1). Damit bleibt die Mannschaft von Sebastian Hoeneß erst einmal ohne Punkte. Am kommenden Spieltag geht es zum Heimauftakt gegen den 1. FSV Mainz 05 in Stuttgart (31. August, 15.30 Uhr, Liveticker).
Dabei gelang dem VfB am 1. Spieltag ein Start nach Maß. Neuzugang Ermedin Demirovic traf bereits in der 2. Minute zum 1:0. Doch Freiburg drehte die Partie durch Tore von Lukas Kübler (26. Minute, 61.) und Ritsu Doan (54.).
Wir haben alle mindestens 10 Minuten eingesetzten Spieler des VfB Stuttgart mit einer detaillierten Einzelkritik bewertet. Diese lesen Sie in der Bilderstrecke. Auch Sie können die VfB-Spieler bewerten – in unserem Notentool.