STZ+STZ+Einzelkritik zum VfB Stuttgart
: Woltemade behält doch noch die Nerven – die Noten für die VfB-Profis

Der VfB hat am 32. Spieltag der Fußball-Bundesliga beim FC St. Pauli 1:0 gewonnen. Wir bewerten alle mindestens zehn Minuten eingesetzten Stuttgarter Profis mit einer detaillierten Einzelkritik.
Von
David Scheu und Heiko Hinrichsen
Stuttgart
  • Verschoss erst einen Strafstoß, traf dann aber zum Sieg: Nick Woltemade. Unsere Redaktion bewertet die Leistungen der VfB-Profis mit einer Note und einer detaillierten Einzelkritik. Diese sehen Sie in der Bildergalerie.

    imago/Lobeca
  • Alexander Nübel (Note 3): Verlebte am Millerntor eine weitgehend ruhige erste Hälfte. War bei hohen Bällen zur Stelle – und musste einmal bei einem Distanzschuss durch Paulis Sinani die Luft anhalten, der knapp daneben ging. Nach dem Wechsel einmal kurz orientierunglos, ansonsten kaum beschäftigt.

    Pressefoto Baumann/Hansjürgen Britsch
  • Maximilian Mittelstädt (Note 3): Kam nicht wie gewohnt dazu, auf der linken Außenbahn die Offensive des VfB mit anzukurbeln. Das lag auch daran, das Hamburgs Guilavogui auf der rechten Pauli-Seite ordentlich Betrieb machte. Auch seine Distanzschüssen blieben harmlos. War diesmal nicht wie so oft einer der Besten beim VfB.

    Pressefoto Baumann/Hansjürgen Britsch
  • Jeff Chabot (Note 3): Stand bei seiner dicken Kopfballchance Mitte der ersten Halbzeit leicht im Abseits. Ansonsten war Chabot ein umsichtiger Organisator der Defensive, der auch mal den ein oder anderen öffnenden Pass wagte. Ging nach 65 Minuten vom Feld und wurde durch Luca Jaquez ersetzt. Vermutlich eine körperliche Vorsichtsmaßnahme.

    Pressefoto Baumann/Hansjürgen Britsch
  • Finn Jeltsch (Note 2,5): Der Teenager hat die Ruhe weg - und spielt in seinem jungen Alter als Erstliga-Neuling oft auf wie ein ausgebuffter Profi. Hatte kurz vor der Pause zwar einen kleinen Aussetzer, als er Morgan Guilavogui den Ball direkt vor die Füße spielte, der aber vom Gegner nicht bestraft wurde. Schaltete sich aber häufig ins Aufbauspiel ein. Zudem im Defensiv-Zweikampf sehr sicher.

    VfB Stuttgart/VfB Stuttgart
  • Pascal Stenzel (Note 3,5): Hatte unmittelbar nach Spielbeginn Probleme, als er dem Gegner mit einem Ballverlust eine gute Torchance servierte. Steigerte sich dann. Stenzel suchte mit schnellen Antritten auf der rechten VfB-Seite immer wieder den freien Raum – fand aber dennoch nicht die rechte Bindung zum Spiel.

    Pressefoto Baumann/Hansjürgen Britsch
  • Atakan Karazor (Note 3): Licht und Schatten beim Kapitän. Ging mehrfach energisch dazwischen – und sorgte so etwa nach rund 20 Minuten für eine VfB-Großchance durch Nick Woltemade. Karazor wagte auch divere Steilpässe. Doch es gingen auch wieder einige Bälle leichtfertig verloren. Dennoch: Der Sechser zeigt leicht ansteigende Form.

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  • Angelo Stiller (Note 2,5): Agierte als Ballschlepper von ganz hinten raus, aber auch mit langen Bällen in die Spitze. So prägte Angelo Stiller die Struktur des VfB-Spiels, der es immer wieder mit schnellem, direktem Offensivspiel versuchte. Doch nicht alles gelang dem engagiert auftretenden Nationalspieler. Dazu gehörte seine Effektivität bei den Standards.

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  • Chris Führich (Note 3,5): Suchte auf dem linken Flügel oft den Weg nach vorne und hatte in der 29. Minute eine starke Aktion, als er im Zusammenspiel mit Woltemade den Ball mit der Hacke gekonnt mitnahm – dann aber per Heber scheiterte. Letztlich waren es in Summe etwas wenige dieser wirklich auffälligen Offensivaktionen direkt vor dem Tor. In der 69. Minute vergab er freistehend aus kurzer Distanz.

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  • Jamie Leweling (Note 4): Der Flügelstürmer zeigte im ersten Durchgang eine völlig unauffällige Leistung – und hatte mit gerade einmal sieben Ballkontakten die wenigsten aller Spieler auf dem Feld. Kein Faktor im Stuttgarter Offensivspiel. Nach der Pause war er dann aber an der Szene beteiligt, die zum Elfmeter und zur Gelb-Roten Karte gegen St. Pauli führte – durch seine Vorlage auf Nick Woltemade, dessen Schuss Van der Heyden mit der Hand blockte (55.).

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  • Nick Woltemade (Note 2,5): Der Stürmer rückte für Demirovic in die Startelf und war an nahezu allen gefährlichen Offensivaktionen des VfB beteiligt. Nach guter Kombination mit Undav scheiterte er aber aussichtsreich an Pauli-Keeper Nikola Vasilj (18.). In den Zweikämpfen konnte sich Woltemade immer wieder behaupten (10 von 16 gewonnene Duelle im ersten Durchgang), bei der Passquote war Luft nach oben – wobei er hier aber auch oft in Tornähe ins Risiko ging. In der 60. Minute vergab er mit einem schwach geschossenen Elfmeter die große Chance zur Führung. Dann aber schoss er den VfB in der 88. Minute mit einem präzisen Flachschuss doch noch zum Sieg.

    Pressefoto Baumann/Hansjürgen Britsch
  • Deniz Undav (Note 3): Leitete im Zusammenspiel mit Woltemade die erste gute VfB-Chance ein (18.). Auch danach war Undav ins Angriffsspiel eingebunden – traf aber teils die falsche Entscheidung und verpasste den richtigen Moment für ein Abspiel oder einen Abschluss. Ab der 67. Minute mit Gelb vorbelastet, als er im Zweikampf zu spät kam.

    Pressefoto Baumann/Hansjürgen Britsch
  • Josha Vagnoman (Note 3): Kam nach 65 Minuten als rechter Außenverteidiger für Pascal Stenzel ins Spiel. War defensiv aufgrund der Stuttgarter Überzahl kaum beschäftigt, setzte vorne keine großen Akzente. Ein solides Comeback.

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  • Luca Jaquez (Note 2,5): Kam für Chabot und fügte sich nahtlos ins VfB-Defensivspiel ein. In einigen Szenen stark im Zweikampf. Der Schweizer Wintertransfer vom FC Luzern deutet an, dass er eine echte Verstärkung für den VfB werden kann. Und zwar in einer größeren Rolle als bisher.

    IMAGO/Pressefoto Baumann/IMAGO/Hansjürgen Britsch
  • Jabob Bruun Larsen (Note 3,5): Wurde in der Schlussviertelstunde auf der offensiven Außenbahn eingewechselt. War aber an keiner entscheidenden Offensivaktion beteiligt. Ein unauffälliger, wenn auch fehlerfreier Auftritt.

    VfB Stuttgart
  • Ermedin Demirovic (Note 3): Der gebürtige Hamburger kam nach 75 Minuten für Jamie Leweling. Demirovic mühte sich nach Kräften, den entscheidenden Nadelstich in Form eines Treffers zu setzen. Der gelang ihm zwar nicht direkt, aber indirekt. Denn vor dem goldenen Tor durch Woltemade (88.) reagierte der Ex-Augsburger gedankenschnell – und legte den Ball auf. In der Nachspielzeit vergab er frei vor dem St.-Pauli-Tor.

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  • Ramon Hendriks: Kam in der Nachspielzeit und damit zu spät für eine Bewertung.

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