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: Zum Start auf einen Blick – das sind die Neuen beim VfB Stuttgart

Der VfB Stuttgart setzt zum Start der neuen Saison in der Fußball-Bundesliga auf Bewährtes – aber auch auf neue Gesichter. Vor dem Auftakt am Samstag nehmen wir die neun Neuzugänge noch einmal unter die Lupe.
Von
Dirk Preiß
Stuttgart
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  • Vier der Neuzugänge des VfB Stuttgart: Ermedin Demirovic (li. o.), Jeff Chabot (re. o.), Frans Krätzig (li. u.) und Nick Woltemade.

    Pressefoto Baumann
  • Mit Jeff Chabot spielte er einst in der Jugend im Nachwuchsleistungszentrum von RB Leipzig – und hat später als Profi wie auch der Innenverteidiger einige Durchgangsstationen hinter sich gebracht. In Ermedin Demirovics Fall lauteten sie Alaves, Sochaux, St. Gallen oder Freiburg, ehe der Stern des Stürmers in der Bundesliga beim FC Augsburg so richtig aufging. Für 21 Millionen Euro kam nun Ermedin Demirovic, der in der vergangenen Bundesligasaison auf 15 Tore und zehn Vorlagen für den FCA kam, zum VfB – für kurze Zeit war er der Rekordtransfer, ehe sein neuer Club fast 30 Millionen Euro für die Weiterverpflichtung von Deniz Undav ausgab. „Das ist für mich ein Riesenschritt nach vorne – damit kann ich mir einen Kindheitstraum erfüllen“, sagt Demirovic – und fügt hinzu: „Quasi der Nachfolger von Serhou Guirassy zu sein, das bedeutet natürlich schon einen gewissen Druck.“ Sportvorstand Fabian Wohlgemuth ist sich sicher, mit dem 26-jährigen Stürmer einen guten Fang gemacht zu haben: „Als Torschütze überzeugt Ermedin genauso wie als Vorbereiter. Seine Erfahrung und Mentalität machen ihn zu einem absoluten Gewinn für unsere Mannschaft.“

    Pressefoto Baumann/Hansjürgen Britsch
  • Für die vergleichsweise geringe Ablöse von vier Millionen Euro ist Jeff Chabot von Absteiger 1. FC Köln zum VfB gestoßen. „Ich lebe von körperlicher Intensität, Laufstärke und vom Einsatzwillen“, sagt der 1,95 Meter große Innenverteidiger, der sich beim Vizemeister gleich berechtigte Hoffnungen auf einen Stammplatz machen kann. „Seine Klasse hat Jeff unter anderem in der abgelaufenen Saison gegen Serhou Guirassy bewiesen, als er ihn als einer der wenigen in Schach halten konnte“, sagt der VfB-Sportvorstand Fabian Wohlgemuth über den Linksfuß: „Er wird bei uns eine wichtige Rolle spielen.“ Eintracht Frankfurt, 1. FC Nürnberg, RB Leipzig, Sparta Rotterdam, FC Groningen, Sampdoria Genua und Spezia Calcio lauteten die vielen Stationen des Jeff Chabot, der als gebürtiger Hesse mit deutschem Vater und französischer Mutter beim 1. FC Köln richtig durchstartete und in der Vorsaison zum besten Spieler avancierte. Nun schickt er sich an, Ex-VfB-Kapitän Waldemar Anton als Abwehrchef zu beerben.

    Pressefoto Baumann/Julia Rahn
  • Der 22-jährige Schweizer Fabian Rieder ist eine Leihgabe des französischen Erstligisten Stade Rennes. Er ist ein offensiver Mittelfeldspieler – und besitzt trotz seines jungen Alters bereits einiges an internationaler Erfahrung: Für Rennes und seinen eidgenössischen Heimatclub Young Boys Bern spielte Rieder sechsmal in der Champions League und zwölfmal in der Europa League. Das sind mehr Spiele, als die meisten seiner neuen Kollegen absolviert haben. Hinzu kommen seine Einsätze für die Schweiz bei der WM 2022 in Katar und zuletzt bei der Euro 2024 in Deutschland, wo er in den letzten drei Partien Stammspieler war und viele Fachleute anschließend den VfB zur Rieder-Verpflichtung gratulierten. Der Linksfuß ist ein spielintelligenter Akteur, für den der VfB eine Kaufoption besitzt. Im Sommer 2023 war er für eine Ablösesumme von 15 Millionen Euro von Bern nach Rennes gewechselt, wo er noch einen Vertrag bis 2027 besitzt. Für die Franzosen erzielte Rieder zuletzt drei Tore in 21 Partien – musste aber wegen eines Mittelfußbruchs drei Monate pausieren.

    Pressefoto Baumann/Julia Rahn
  • Sieben Kurzeinsätze für den FC Bayern in der Hinrunde, danach für Austria Wien in der österreichischen Bundesliga am Ball – das ist die jüngste fußballerische Vergangenheit des Frans Krätzig. Nun ist der gebürtige Nürnberger für eine Saison an den VfB ausgeliehen. Als technisch starker Außenverteidiger, der mit 1,77 Metern nicht zu den Hünen auf dem Platz zählt, erinnert der Blondschopf an Philipp Lahm, der zwischen den Jahren 2003 und 2005 seine spätere Weltkarriere ebenfalls in Stuttgart in Schwung gebracht hatte. Als Linksverteidiger muss sich Krätzig trotz einer mindestens ordentlichen Vorbereitung zunächst hinten anstellen – denn hier ist der Nationalspieler und EM-Fahrer Maximilian Mittelstädt beim VfB gesetzt. Doch der 21 Jahre junge Krätzig, der von 2017 an bei den Bayern zunächst die Nachwuchsteams durchlief, ist durchaus selbstbewusst. „Ich bin auch hier, um aufgrund der eigenen Einsatzzeiten dazu zu lernen.“ Im Supercup durfte Krätzig als Einwechselspieler ran, bereitete das zwischenzeitliche 2:1 durch Deniz Undav vor – scheiterte dann allerdings im Elfmeterschießen an Leverkusens Schlussmann Lukas Hradecky.

    Pressefoto Baumann/Julia Rahn
  • Mit seiner offenen, unverstellten Art hat Nick Woltemade das Zeug zum Publikumsliebling – zu übersehen ist der lange Ex-Bremer mit seinen 1,98 Metern Körpergröße jedenfalls nicht. Doch zunächst müssen die sportlichen Leistungen stimmen. Da einige familiäre Wurzeln ins Schwabenland reichen, sind sein Opa und sein Vater eingefleischte VfB-Fans. „Wenn wir hier zu Besuch waren, sind wir immer ins Stadion gegangen“, sagt der 22-Jährige, der ablösefrei von der Weser an den Neckar kam. Trotz seiner Größe ist Woltemade kein klassischer Stoßstürmer. „Am wohlsten fühle ich mich auf der Zehn“, sagt er: „Ich sehe mich aber auch als Teil einer Doppelspitze.“ In der Saison 2022/23 war der gebürtige Bremer zum SV Elversberg verliehen worden – und verhalf den Saarländern damals mit zehn Toren zum Aufstieg in die zweite Liga.

    Pressefoto Baumann/Julia Rahn
  • Nach 13 Jahren SC Freiburg musste ein Tapetenwechsel her. Das war Yannik Keitel, 24, dem Eigengewächs des Sportclubs, bereits im Januar dieses Jahres klar. Also unterschrieb er nach vier Jahren im Bundesliga-Team des SC unter Kulttrainer Christian Streich bereits im Winter einen ab dem 1. Juli bis 2028 gültigen Vertrag beim VfB. Keitel kommt ablösefrei – und will als ehemaliger Kapitän der deutschen U-21-Nationalmannschaft im Neckarpark durchstarten. Auch durch diverse Verletzungen kam die Profikarriere des defensiven Mittelfeldspielers in Freiburg nicht richtig in Schwung. Zuletzt war am Sechser-Duo Nicolas Höfler und Maximilian Eggestein im Breisgau kein Vorbeikommen. Keitel bestritt in seiner bisherigen Karriere 64 Bundesligaspiele, in denen er einen Treffer erzielte und zwei weitere vorbereitete, sowie neun Partien in der Europa League. „Ich spiele einfach da, wo ich gebraucht werde“, sagt Keitel, der im Saisonendspurt in der Freiburger Innenverteidigung erste Wahl war.

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  • Man habe „alles investiert, um ihn zu überzeugen, dass der 1. FC Köln der richtige Weg ist“, sagt Thomas Kessler, der Leiter Lizenzspieler bei den Rheinländern. Letztlich hat sich der Offensivspieler Justin Diehl für den VfB entschieden, wo das Kölner Eigengewächs einen langfristigen Vertrag bis 2029 unterschrieben hat. „Er zählt auf seiner Position zu den spannendsten Spielern in Deutschland“, sagt VfB-Manager Wohlgemuth über den 19-Jährigen, der für Köln neun Bundesligaspiele absolviert hat. Bei den Stuttgartern will man Diehl langfristig aufbauen. „Für mich beginnt beim VfB ein neues Kapitel“, sagt der Teenager, den die Kölner zum Ende der Saison suspendiert hatten. Diehl hatte sich zuvor im Bundesligaspiel gegen Union Berlin nicht im FC-Kader wieder gefunden – und besuchte anschließend lieber die Hochzeit eines Freundes, anstatt die Mannschaft im Stadion zu unterstützen. In der Vorbereitung bei seinem neuen Arbeitgeber gehörte er Dank seiner Schnelligkeit und mehrerer Torbeteiligungen zweifelsohne zu den positiven Überraschungen im Team von VfB-Trainer Sebastian Hoeneß.

    Pressefoto Baumann/Julia Rahn
  • Der 23-jährige Niederländer Ramon Hendriks kommt von Feyenoord Rotterdam, war aber zuletzt an den FC Utrecht (wo ihn ein Kreuzbandriss stoppte) und dann an Vitesse Arnheim ausgeliehen. Für Vitesse absolvierte er in der vergangenen Saison 31 Spiele in der höchsten Spielklasse, der Eredivisie. Beim VfB besetzt der Linksfuß zunächst die Rolle des Herausforderers, denn er ist als Abwehrspieler nicht unmittelbar als Ersatz für den zum FC Bayern abgewanderten Hiroki Ito in der Kaderplanung der Stuttgarter vorgesehen. Hendriks, beim VfB mit einem Vertrag bis 2028 ausgestattet, soll sich zunächst einmal in der zweiten Reihe für höhere Aufgaben empfehlen. Ähnlich wie Leonidas Stergiou oder Anthony Rouault in der Vorsaison. „Der VfB ist ein großer Schritt für mich“, sagt Hendriks, der mit seinen 1,89 Metern auch für sein kompromissloses Kopfballspiel bekannt ist. „Wir sehen bei ihm noch weiteres Entwicklungspotenzial“, sagt Fabian Wohlgemuth.

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  • Er war zuletzt Stammtorhüter bei Drittligist Dynamo Dresden – und übernimmt beim VfB Stuttgart den Kaderplatz von Torwart Florian Schock, der zu Fortuna Düsseldorf abgewandert ist. Stefan Drljaca ist 25 Jahre alt, 1,92 Meter groß – und soll im Bundesligateam des VfB den Konkurrenzkampf der Torhüter hochhalten. Dort ist Alexander Nübel die klare Nummer eins – und Fabian Bredlow die Nummer zwei, steht aber in direkter Konkurrenz zu Drljaca, der auch in der dritten Liga spielen kann. Hier soll allerdings zuvorderst Dennis Seimen Spielpraxis erhalten, um langfristig zum Stammtorwart der Stuttgarter in Liga eins zu reifen. „Aufgrund der Teilnahme an der Champions League und des Aufstiegs unserer U 21 in die dritte Liga ist es besonders wichtig, dass wir für die neue Saison auf ein qualitativ und quantitativ starkes Torhüter-Team bauen können“, sagt Sportvorstand Fabian Wohlgemuth. Dass er ein verlässlicher Keeper ist, das hat „Drille“ in den Vorbereitungsspielen bereits mehrfach bewiesen – einmal sogar gegen die eigenen VfB-Kollegen, als er im Testspiel der Stuttgarter gegen Fortuna Sittard kurzfristig bei den Niederländern zwischen den Pfosten aushalf.

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