VfB Stuttgart bei der TSG Hoffenheim
: Als Timo Werner von Alexander Zorniger lächerlich gemacht wurde

In unseren Legendenspielen des VfB Stuttgart erinnern wir an Timo Werner, der gegen die TSG Hoffenheim einst einen Ausgleichstreffer in der 90. Minute allzu überschwänglich bejubelte – und dafür von seinem Trainer ordentlich an den Pranger gestellt wurde.
Von
Gregor Preiß
Stuttgart
Jetzt in der App anhören
  • Küsschen auf die Tribüne – Timo Werners Torjubel gefiel seinem damaligen Trainer Alexander Zorniger überhaupt nicht.

    dpa/Uwe Anspach
  • Saison 2015/16, achter Spieltag: TSG Hoffenheim gegen den VfB Stuttgart. Ein ganz gewöhnliches Bundesligaspiel? Nicht ganz. Die Nachspielzeit hatte es in sich – und sorgte für langen Gesprächsstoff.

    Foto: imago/Michael Weber
  • Die Geschichte des Spiels: Ein gewisser Jan Kliment glich mit seinem ersten (und einzigen Tor) für den VfB die Führung durch Kevin Volland zum 1:1 aus. Der Tscheche spielt mittlerweile in seiner Heimat für den 1. FC Slovácko.

    Foto: Baumann
  • Volland brachte die Kraichgauer erneut in Front, ehe die Stunde von Timo Werner schlug. In der 90. Minute köpfte der Stürmer den Ball zum viel umjubelten Ausgleich in die Maschen. Was folgte, war Werners berühmter Handkuss-Jubel.

    Foto: Baumann
  • Küsschen links, Küsschen rechts, rauf auf die Tribüne. Ob die Botschaft an Freundin Julia adressiert war oder Werner in jenem Moment einfach die ganze Welt in sein Herz schloss, ist nicht bekannt. Er selbst sprach nicht darüber.

    Foto: dpa
  • Dafür redete Trainer Alexander Zorniger – und zwar Klartext. „Mir wäre es lieber gewesen, er hätte sich sein Küsschen-Küsschen bis zu seinem zweiten Tor aufgehoben. Dann hätte er von mir aus die ganze Welt umarmen können“, polterte der Trainer hinterher.

    Foto: imago/Sportfoto Rudel
  • Denn kurz nach seinem Ausgleich zum 2:2 hatte Werner noch die Riesenchance zum 3:2. Doch er vergab frei vor dem Tor. Vor lauter Jubeln habe sich der Stürmer nicht mehr auf das Spiel fokussiert und deshalb die hundertprozentige Chance vergeben, lautete Zornigers Vorwurf.

    Foto: imago/Sportfoto Rudel
  • Der VfB-Trainer war dermaßen sauer, dass er den Torjubel seines Spielers nach der vergebenen Siegchance an der Seitenlinie nachäffte. Das brachte Zorniger viel Kritik ein.

    Foto: Baumann
  • Das Ende vom Lied: Wenige Wochen nach Zornigers Häme-Anfall von Hoffenheim war er beim VfB Geschichte. Schlechte Resultate und einige streitbare Auftritte ließen VfB-Sportchef Robin Dutt die Reißleine ziehen. Am Ende der Saison stieg der VfB ab.

    Foto: Baumann
1 / 9

Stuttgart - Es ist nicht überliefert, ob aus Timo Werner und Alexander Zorniger inzwischen dicke Freunde geworden sind. Vermutlich eher nicht. Während der frühere Stürmer des VfB Stuttgart heute für den FC Chelsea auf Torejagd geht, befindet sich Werners Ex-Coach seit seiner Entlassung in Kopenhagen im Trainer-Wartestand. Berührungspunkte sind also selten geworden. In einem Interview vor zwei Jahren räumte der 53-Jährige eine Fehleinschätzung mit Blick auf den weiteren Werdegang des Nationalspielers immerhin ein. „Mich freut es, dass er so eine Entwicklung genommen hat. Ich muss sagen, die war mir nicht unbedingt klar,“ gestand Zorniger.

Von Anfang an ein schwieriges Verhältnis

Als der streitbare Trainer 2015 beim VfB anheuerte, stand das Verhältnis zum damals 19 Jahre alten Eigengewächs von Anfang an unter keinem guten Stern. Am vierten Spieltag bei Hertha BSC strich Zorniger Werner kurzfristig aus dem Kader – aus Leistungsgründen. Die beiden berappelten sich wieder, ehe es am achten Spieltag zum Zerwürfnis kam. Der VfB war in Hoffenheim zu Gast, wo es für die Stuttgarter traditionell wenig zu holen gab. Auch im Oktober 2015 sah es wieder nach einer Niederlage aus. 1:2 lag der VfB bis zur 90. Minute zurück, ehe Timo Werner zum Ausgleich einköpfte.

Hier geht es zu unserem VfB-Newsblog

Danach nahm das Unheil seinen Lauf. Nach dem Treffer zu 2:2 warf der 19-Jährige eifrig Kusshände in die Luft, was seinem Trainer gar nicht gefiel. Als der Stürmer in der Nachspielzeit die große Chance zum Siegtreffer verstolperte, war Zorniger außer sich. Wie ein Flummi hüpfte er die Linie auf und ab, Werners Jubel-Pose sarkastisch-zornig imitierend. „Er war nach dem 2:2 noch so mit Küsschen-Verteilen beschäftigt, dass der Fokus nicht darauf lag, ihn reinzumachen. So ist das bei jungen Spielern. Mir wäre es lieber gewesen, er hätte sich sein Küsschen-Küsschen bis zu seinem zweiten Tor aufgehoben. Dann hätte er von mir aus die ganze Welt umarmen können“, polterte er hinterher.

Lesen Sie hier: Warum Simon Terodde gerne länger beim VfB geblieben wäre

Angezählt war hinterher aber nicht der Stürmer, sondern Zorniger. Seinen eigenen Spieler zu veräppeln, das kam in der Öffentlichkeit und auch im Verein nicht gut an. Kurze Zeit später war Zorniger entlassen. Und Werner? Der erzielte im Rückspiel beim 5:1 gegen Hoffenheim erneut ein Tor. Das war nach dem 25. Spieltag. Der Club aus Cannstatt hatte sich damit zehn Punkte Vorsprung auf die direkten Abstiegsplätze erarbeitet und stieg am Ende trotzdem ab. Aber das ist eine andere Geschichte.

In unserer Bildergalerie erzählen wir vor dem erneuten Aufeinandertreffen am Samstag die Geschichte des legendären Spiels in Hoffenheim noch einmal nach.

MeinVfB by StZ
Freitag um 11.00 Uhr
Die besten Geschichten rund um den VfB Stuttgart, spannende Hintergründe und eine ausführliche Spieltagsvorbereitung direkt aus der Sportredaktion. Mit dem MeinVfB-Newsletter immer auf Ballhöhe!